VOLKACH

Desta: Franken begeistert mit purem Genuss

„Unsere Streuobstwiesen sind ein lebendiges Stück Heimat und prägen unsere Kulturlandschaft“, sagte Johannes Hintersberger am Samstagvormittag bei der Eröffnung der Desta in der Volkacher Mainschleifenhalle. Bayerns Finanz-Staatssekretär vertrat den angekündigten Finanzminister Markus Söder, der kurzfristig zu den Koalitionsverhandlungen nach Berlin beordert wurde.
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Fachmann in Sachen Obst: Ernst Wolfert kennt sich nicht nur mit Äpfeln aus. Begeistert inspizierte er auf der Desta in Volkach ein Körbchen mit seltenen Röhrlesbirnen, von denen im Landkreis nur zwei Bäume bekannt sind. Foto: Foto: Peter Pfannes

„Unsere Streuobstwiesen sind ein lebendiges Stück Heimat und prägen unsere Kulturlandschaft“, sagte Johannes Hintersberger am Samstagvormittag bei der Eröffnung der Desta in der Volkacher Mainschleifenhalle.

Bayerns Finanz-Staatssekretär vertrat den angekündigten Finanzminister Markus Söder, der kurzfristig zu den Koalitionsverhandlungen nach Berlin beordert wurde. Hintersberger spannte einen „naturnahen Bogen“ vom Obst zum Brand. Zum zehnten Mal fand die Messe edler Brände in der Weinstadt statt.

Das kleine Jubiläum wartete mit einem Rekord auf. Aussteller aus Bayern, Baden-Württemberg und Frankreich hatten 50 Messestände aufgebaut. Zwei Tage lang war die sonst mit Sportveranstaltungen ausgebuchte Halle lebendiger Treffpunkt der bayerischen Destillat-Szene. „Sehen, riechen und schmecken“ lautete das Motto für einige tausend Besucher. Wer schlau war, ließ sein Auto zuhause stehen. Denn im hochprozentigen Schlemmerland mit leckeren Brand- oder Whiskey-Proben gab es keinerlei Engpässe.

Kulinarische Leckereien mit Brot, Käse, Wurst, Crepes und Pralinen komplettierten das einmalige Messeerlebnis.

In seiner Begrüßung appellierte Volkachs Bürgermeister Peter Kornell an die Messebesucher, den Umgang mit Alkohol gut zu kontrollieren und vor allem den Genuss zu suchen. „Edle Brände sind ein wichtiger Bestandteil unserer Genusswelt“, sagte er. Ein vorrangiges Ziel der von der Stadt Volkach und dem Fränkischen Klein- und Obstbrennerverband organisierten Desta sei es, die Fachwelt miteinander ins Gespräch zu bringen.

An der Mainschleife würden landwirtschaftliche Produkte produziert, deren Vermarktung für die Menschen lebensnotwendig sei. „Landwirte, Winzer und Brenner sollen Einkünfte erwirtschaften“, nannte er eine weitere Zielsetzung an der Nahtstelle der Landkreise Kitzingen, Würzburg und Schweinfurt, die „touristisch sehr eng zusammenarbeiten“. Kornell, der die gute Organisation durch Messeleiter Marco Maiberger und dessen Team lobte, startete den Messerundgang gemeinsam mit Hintersberger, der Fränkischen Weinkönigin Marion Wunderlich, Volkachs Weinhoheit Selina Laskowitz und den Ehrengästen. Staatssekretär Hintersberger suchte spontan den engen Gesprächskontakt zu den Ausstellern und war begeistert. „Die Messe zeigt einen vielseitigen Querschnitt der Brennereikunst.“

Während sich am Nachmittag auf der Showbühne Trüffelvariationen, Köche und Brenner ein abwechslungsreiches Stelldichein gaben, war der Veitshöchheimer Ernst Wolfert konzentriert bei der Apfelsortenbestimmung bei der Sache. Nicht wenige Apfelbaumbesitzer brachten ihre saftigen Früchte mit zur Desta, um deren Herkunft vom Fachmann bestimmen zu lassen.

Vier Stunden später zog der 77-jährige Wolfert ein zufriedenes Fazit. „Drei bis fünf Äpfel haben die Leute mitgebracht, quer Beet“, sagte er bei Messeschluss am Samstag. Außergewöhnlich unter den Probefrüchten sei eine Harberts Renette gewesen. Der orangerote Herbstapfel sei eine absolute Seltenheit im mainfränkischen Raum. Bei „verkrüppelten“ Äpfeln aus heimischen Obstgärten sei aber auch er an seine Grenzen gestoßen. „Da konnte ich die Sorte nicht bestimmen“, gab Wolfert ehrlich zu.

Am Sonntagabend schloss die Desta ihre Tore. Für ein Erlebnis der besonderen Art hatten einmal mehr informative Fachseminare, individuelle Verkostungen, diverse Themenflächen, jede Menge Brennerei-Artikel, feine Destillate und exzellente Whiskysorten gesorgt. In den Fässern der Brenner reifen schon die nächsten hochprozentigen Herausforderungen, die in zwei Jahren die elfte Desta mit Leben erfüllen werden.

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