MARKTBREIT/KITZINGEN

Der erste Stern wäre geschafft

„Möglichst junge Mitarbeiter, die hoch qualifiziert sind und lange Berufserfahrung haben: Diese Kräfte gibt es einfach nicht.“ Das erklärte Peter Wilhelm, Rektor der Marktbreiter Leo-Weismantel-Realschule bei der Entlassfeier im Kitzinger Dekanatszentrum. Wilhelm warnte vor teilweise überzogenen Anforderungen, die Arbeitgeber stellten.
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Erfolgreiche Absolventen: Peter Wilhelm (hinten, links), Rektor der Marktbreiter Leo-Weismantel-Realschule, verabschiedet 62 Jugendliche von der Realschule und dem angegliederten Bildungswerk. Foto: Foto: HARTMUT HESS

„Möglichst junge Mitarbeiter, die hoch qualifiziert sind und lange Berufserfahrung haben: Diese Kräfte gibt es einfach nicht.“ Das erklärte Peter Wilhelm, Rektor der Marktbreiter Leo-Weismantel-Realschule bei der Entlassfeier im Kitzinger Dekanatszentrum. Wilhelm warnte vor teilweise überzogenen Anforderungen, die Arbeitgeber stellten.

Auch werde jungen Leuten mangelnde Ausbildungsreife vorgeworfen. Vor Jahren sei kritisiert worden, dass die Jugend von damals „schlimmer als je zuvor“ sei. Heute klinge das Klagelied dagegen anders und drehe sich um die Ausbildungsreife. „Darüber war aber schon in den 1960er-Jahren geklagt worden“, sagte der Rektor.

Unternehmer würden Jugendlichen vorhalten, ständig zu spät zu kommen, sich schlecht zu benehmen und die Schule zu schwänzen. „Ihr wisst das jetzt besser, denn mit Eurem Abschluss besitzt Ihr die Mittlere Reife und auch Ausbildungsreife“, wandte sich Peter Wilhelm bei der Feier am Montagabend an die 62 Abgänger der Realschule und des angegliederten Berufsbildungswerks. Er hielt den Arbeitgebern vor, dass sie eine Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft haben, indem sie Jugendliche – und auch die schwächeren darunter – ausbilden. Zudem hätten die Betriebe Arbeitsplätze zu schaffen, statt sie abzubauen, wie es derzeit immer wieder passiere. Peter Wilhelm legte den Absolventen ans Herz, jetzt für sich Verantwortung zu übernehmen. „Erfolge sind eine Folge dessen, was man unternahm und unterließ“, sagte der Schulleiter. Er lobte die Absolventen dafür, dass sie manche Tiefs überwunden haben und jetzt die Grundlage dazu gelegt haben, auf eine weiterführende Schule zu wechseln oder ins Berufsleben einzusteigen.

Unsere Gesellschaft brauche dringend Jugendliche, die sich trauen, neue Wege zu beschreiten. Peter Wilhelm bezeichnete die Bildung als „existenziell für unser Land“, die nicht von Politikern zerredet werden dürfe, wie beispielsweise die derzeitige G8/G9-Diskussion. Der Schulleiter sagte: bildungspolitische Kleinstaaterei habe in der europäischen Realität von heute keine Zukunft mehr. In der Fußballer-Sprache attestierte der Schulleiter den Absolventen, sich den ersten Stern erkämpft zu haben.

Die Besten

Peter Wilhelm zeichnete schließlich Helen Gernet (Segnitz) als Schulbeste mit dem Notendurchschnitt von 1,45 aus. Ebenfalls Bücherschecks gab es für Djuna van den Broek (1,57) aus Eßfeld und Selina Geßner (1,63) aus Sonderhofen. Weiter Abschlüsse mit einer Eins vor der Komma schafften Timo Hilpert (1,81), Tim Weltner (1,81), Kristin Ragati (1,90), Thomas Seitz (1,91).

Absolventen der Leo-Weismantel-Realschule

Kevin Döll, Stephan Erbar, Marco Franz, Helen Gernet, René Henig, Timo Hilpert, Philipp Kamleiter, Thomas Krämer, Janina Kruckow, Ciro Martorelli, René Matiaschek, Marcel Meeder, Alexander Merkel, Johannes Noack, Franziska Nüßlein, Christian Pfannes, Lukas Rückert, Stefan

Rügamer, Stefan Scheele, René Zimmermann, Luisa Abrecht, Melanie Ballüer, Jeffrey Fowler, Annabell Franz, Julian Friedlein, Karin Gernet, Selina Geßner, Franziska Grimm, Philip Herrmann, Luisa Kaemmer, Insa Klafke, Julius Landeck, Maria Lang, Janina Mathée, Emiliana Mehling, Kevin Piszczek, Kristin Ragati, Annika Schulze, Sophia Schumann, Anna-Lena Schwab, Thomas Seitz, Maximilian Seuffert, Fabian Stachel, Melina Wimmer, André Derleth, Daniel Gröner und Franziska Haubner.

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