„Tradition mit Zukunft“ – mit diesem Motto wirbt der Nordheimer Zehnthof noch im Internet. Das mit der Zukunft hat sich erledigt: Seit Ende vergangenen Jahres ist das über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Traditionslokal endgültig geschlossen.

Wie der seit dem Jahr 2013 geschäftsführende Vorstand Wendelin Grass von der Nordheimer Divino auf Anfrage mitteilte, handele es sich um eine „Gesamtbetriebsstilllegung unter Einhaltung aller Fristen“. Es sei nicht gelungen, so Grass weiter, das als eigene GmbH laufende Haus in die schwarzen Zahlen zu bringen. Damit ist der Versuch gescheitert endgültig gescheitert, den Zehnthof als Aushängeschild für Nordheim mit einem tragfähigen Konzept in die Zukunft zu führen.

Von der Schließung unmittelbar betroffen sind laut der Geschäftsleitung 18 Vollzeitkräfte sowie 18 geringfügig Beschäftigte aus Küche und Service. Neben dem „Zehnthof“ ist von der Schließung auch ein Café betroffen, dass direkt in der Vinothek angesiedelt war.

Probleme gab es schon länger

Probleme, die Nordheimer Institution wirtschaftlich zu betreiben, hatte es schon länger gegeben. Bis vor drei Jahren führte eine Genossenschaft das Haus, die jedoch nach einer wirtschaftlichen Schieflage einen Schlussstrich zog. Die Divino, an der damaligen Genossenschaft mit 20 Prozent beteiligt, entschloss sich deshalb, das Haus – unter dem sich ein großer Weinkeller der Divino befindet – im Jahr 2014 ganz zu übernehmen. Für den finalen Versuch, das Haus zukunftsfähig zu machen, wurde seinerzeit viel Geld investiert, etwa in Küche und neues Kassensystem.

Die Bilanz nach den drei Jahren fiel ernüchtern aus: Der Gastronomiebereich erwies sich weiterhin als schwierig. Dessen sei man sich auch bewusst gewesen, so Grass. Trotzdem habe man bis zum Schluss versucht, „den Zehnthof für den Ort zu erhalten“. Auch das Café in der Divino werde geschlossen bleiben. Wie es mit dem Zehnthof weiter geh, ist völlig offen: „Es gibt keine Pläne“, betont Grass. Klar ist aber, dass man den Zehnthof wohl auf absehbare Zeit behalten werde, weil sich der eigene Weinkeller darunter befindet.