Käpt'n Jack Sparrow, wilde Wikinger, Adler, Löwen, einige „Master of Desaster“, Elche, Eichhörnchen, Wassernixen, ein Indianerstamm, der Weiße Hai und ein „Black Warrior“ (schwarzer Krieger) – normalerweise haben sie alle nicht viel gemeinsam. Es sei denn, sie sind höchst kunstvoll auf Showtrucks lackiert. Gut 700 dieser Trucks aus der ganzen Welt durften auf dem Autohof Strohofer in Geiselwind nicht nur bewundert, sondern auch bewertet werden, und 50 Mal nahmen die jeweiligen Fahrer und auch Fahrerinnen einen der begehrten Preise vom Trucker- und Country-Festival mit auf die nächste große Fahrt.

Das Festival war auch an diesem Pfingstwochenende ein einziges großes Volksfest, ein Treffpunkt von Truckern, Fans, Bewunderern und staunenden Besuchern. Die Trucker präsentierten nicht nur stolz ihre Fahrzeuge, sondern gönnten den vielen Tausend Besuchern auch Einblicke ins „Lagerleben“ – etwa beim Grillen unter einem Sonnensegel, das zwischen zwei Trucks gespannt worden war, oder beim Feiern unter dem Pavillon vor den Trucks. Die obligatorische Country-Musik klang entweder aus den Hi-Fi-Boxen aus den Fahrzeugen, und auf einigen Bühlen verteilt spielten immer wieder Bands live vor Publikum, das mal mittanzte, mal nur mit den Füßen mitsteppte oder einfach mal nur die Musik in sich aufsog, während die Temperaturen minütlich in die Höhe kletterten.

Kühle Getränke waren der absolute Renner, und nicht immer musste es Bier sein. Da wurden auch Trucker schon mal mit Mineralwasser gesehen, und einer machte es sich – unter den neidischen Blicken vieler Besucher – gar in einem mit Wasser gefüllten Kinder-Swimming-Pool gemütlich. Nicht zu bedauern war auch eine Indianer-Gruppe, die in voller Kriegsbemalung meditative Musik spielte. Im Schatten ihres Fahrzeugs machte es ein kleiner Hund bequem, während Herrchen mit einem Strohhut der Hitze zu entfliehen gedachte.

Da brachte ein Besuch in der Event-Halle eine ersehnte Abkühlung. Dort gaben sich die verschiedenen Bands regelrecht die Klinke in die Hand, etwa Rascal and McLane XL, Lonnies Dale's Roadband (aus den USA), Wayne Law (Australien) und auch die Würzbuam. Am Sonntagabend herrschte drangvolle Enge in der Eventhalle, beim Auftritt von Nicki & Band, East of Memphis und auch den Sunny Buttom Boys.

Auf dem Freigelände gab es so gut wie alles käuflich zu erwerben, was das Herz eines Truckers oder des Fans begehrte. Hüte standen hoch im Kurs, aber auch der fahrende Friseur oder die Verkäuferin von original amerikanischem Eis hatten alle Hände voll zu tun. Im Bereich „Sicherheit hoch zwei“ gaben Fahrlehrer Tipps oder demonstrierten, wie schwierig der Umgang mit dem toten Winkel ist. Die Verkehrspolizei Biebelried eröffnete einen Trucker-Stammtisch (für Gespräche, nicht zum Biertrinken), Kraftfahrer warben für Nachwuchs, es gab einen „Talk am Truck“, in dem Fernfahrer zu Wort kamen, und auch die gar nicht so bekannte „Kirche für Fernfahrer“, eine Unterabteilung der kirchlichen Betriebsseelsorge, zog im Sicherheitsbereich ein. Die Geistlichen waren nicht nur für den Gottesdienst am Montag verantwortlich, sondern beantworteten geduldig zahlreiche Fragen, nahmen sich Zeit, nahmen die Ängste und Sorgen der Fahrer (und auch der Nicht-Fahrer) ernst und versprachen glaubhaft, sie in Notlagen zu unterstützen.

Kinder durften auf kleinen Karts über einen Parcours fahren, mit „Fake-Airbrush“ simulierte eine Künstlerin echte Tattoos („Halten bis zu fünf Tage“), in einer Nebenhalle fuhren, von Hunderten Augen beobachtet, Modell-Trucks und -Baufahrzeuge, und immer wieder dröhnten die kilometerweit zu hörenden Hupen der Trucks übers Gelände. Nach der Pokalverleihung am Montag - für die schönsten Showtrucks - setzte sich die kilometerlange Schlange wieder in Bewegung - auf geht's „On the Road again“.