EBRACH/HANDTHAL

Der Wald im Wandel der Zeit

Manchmal ist es ja wirklich so, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, denn ein Wald besteht tatsächlich nicht mehr nur aus Buchen, Tannen oder Birken. Wälder wie der Steigerwald übernehmen mittlerweile zahlreiche Funktionen. Sie sind Arbeitgeber, Erholungsgebiete und Rohstofflieferanten.
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Der Wald hat Zukunft: Zehn verschiedene Themenbäume informieren in der jetzt eröffneten neuen Wanderausstellung „Bäume – der bayerische Weg“ im Steigerwaldzentrum „Nachhaltigkeit erleben“ in Handthal die Besucher. Zusehen ist sie dort noch bis zum Donnerstag, 29. Oktober. Foto: Foto: Lena Müller
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Manchmal ist es ja wirklich so, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, denn ein Wald besteht tatsächlich nicht mehr nur aus Buchen, Tannen oder Birken. Wälder wie der Steigerwald übernehmen mittlerweile zahlreiche Funktionen. Sie sind Arbeitgeber, Erholungsgebiete und Rohstofflieferanten.

Vor zehn Jahren hat die Gründung der Bayerischen Staatsforsten all diese verschiedenen Bereiche unter ein Dach gebracht. Und um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, wurde jetzt im Steigerwaldzentrum in Handthal eine Wanderausstellung durch den Ebracher Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner eröffnet. „Bäume – der bayerische Weg“ ist sie überschrieben.

Zehn verschiedene Themenbäume zeigen die bisherige Bilanz der Bayerischen Staatsforsten im Forstbetrieb Ebrach. Dabei stehen laut Mergner insbesondere die drei Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie im Vordergrund: „Ökologie, Ökonomie und Soziales.“

„Über die Bayerischen Staatsforsten wurde viel diskutiert“, meint der Forstbetriebsleiter. Durch die Ausstellung können sich Besucher nun ein „objektives Bild machen, was geleistet wurde, wie sich die Staatsforsten entwickelt haben und was für die Zukunft vorgesehen ist“.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet für Mergner der Themenbaum „Schützen und Nützen“, denn „Natur- und Artenschutz nimmt eine gewichtige Rolle bei unserer Waldbewirtschaftung ein“. Dabei sei es laut Mergner aber „fast untergegangen, dass wir das Konzept von Anfang an vorgestellt haben und nicht erst seit der Nationalpark-Diskussion“.

Besonders das sogenannte Trittsteinkonzept, bei dem in kleinen Waldflächen mit ökologisch hochwertigen Bäumen dauerhaft auf die Holznutzung verzichtet wird, sei „beispielgebend für andere Wälder“, sagte der Forstbetriebswirt.

Auch Stephan Thierfelder, Bereichsleiter Forsten am Schweinfurter Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, lobte die Ausstellung als „ganz neuen Ansatz“, um den Menschen in der Region das Thema Wald und die Arbeit der Bayerischen Staatsforsten näherzubringen.

Vor allem im Bereich Wald- und Naturschutz sei der Steigerwald ein echtes „Flaggschiff“ in Bayern. Für ihn zeichnen sich die letzten zehn Jahre besonders durch die „außergewöhnlich intensive Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Ebrach“ aus, bei der „wir, wo möglich, immer an einem Strang ziehen“.

Und das wird wohl auch in Zukunft der Fall sein, denn auf den Forstbetrieb Ebrach kommen auch neue Aufgaben zu, gerade wenn es um den Klimawandel geht. „Unser Ziel ist es die Laubbaumarten zu erhalten“, so Ulrich Mergner. Doch gerade Laubbäumen wie der Buche, die eher flach wurzeln, setzt die Hitze massiv zu. Deshalb liegt der Schwerpunkt in Zukunft auf Mischbaum-Gebieten: „Wir ergänzen die Buchenwälder mit wurzelaktiveren Baumarten wie Eiche, Ahorn oder Tannen“, so Mergner. Dafür wurden mittlerweile schon mehrere Tausend neue Tannenpflanzen gesetzt.

Es bleibt also spannend im Wald. Wer sich jetzt selbst ein eigenes Bild von der Arbeit der Bayerischen Staatsforsten machen will, kann die Wanderausstellung „Bäume-der bayerische Weg“ noch bis zum Donnerstag, 29. Oktober, im Steigerwaldzentrum besuchen.

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