REGION STEIGERWALD

Der Steigerwald als mixed site?

Wie geht es weiter mit dem Steigerwald? Am 11. Juli fand – wie erst jetzt bekannt wurde – eine nicht öffentliche Konferenz statt, um diese Frage zu klären.
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Symbolfoto Forstbetrieb Ebrach. Foto: Foto: Sabine Weinbeer

Wie geht es weiter mit dem Steigerwald? Am 11. Juli fand – wie erst jetzt bekannt wurde – eine nicht öffentliche Konferenz statt, um diese Frage zu klären. Teilnehmer waren Vertreter des Bayerischen Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums, der Bayerischen Staatsforsten und der Landkreise Haßberge, Schweinfurt und Bamberg. Es wurde die Frage diskutiert, wie der Staatsforstbetrieb Ebrach die Biodiversität auf seinen Flächen noch weiter verbessern kann.

Zum rechtlichen Hintergrund: Die Bundesregierung hatte am 7. November 2007 beschlossen, dass zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt (Biodiversität) bis zum Jahr 2020 fünf Prozent der Waldfläche für eine natürliche Waldentwicklung zur Verfügung stehen soll. Der Freistaat Bayern setzt, um dieses Ziel zu erreichen, auf eine naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung mit punktuellen Schutzgebieten (so genannte Trittsteine), statt großflächige nutzungsfreie Waldgebiete auszuweisen. Dieses Konzept hat der Bayerische Landtag erst am 4. Juni 2014 noch einmal bestätigt. An diesen Beschluss sind das Bayerische Umwelt- und das Bayerische Landwirtschaftsministerium jetzt gebunden.

Im Bereich der Staatsforstverwaltung Ebrach ist das Trittstein-Konzept schon weit gediehen. Rund 1000 Hektar schutzwürdiger Wald sind bereits komplett aus der Nutzung herausgenommen (sechs Hektar Naturwaldreservate, 100 Trittsteine, 72 sonstige Flächen wie Waldränder, Feucht- oder Trockenstandorte). In 6000 Hektar älteren Beständen wird schon heute Totholzwirtschaft betrieben, zum Beispiel durch das Liegenlassen von Baumkronen. Zehn wertvolle Biotopbäume pro Hektar dürfen außerdem stehen bleiben, das sind alleine schon 150 000 Bäume. Der Forstbetrieb Ebrach will künftig noch weitere Trittsteine aus der Nutzung nehmen.

Der neue Bamberger Landrat Johann Kalb sprach bei der Konferenz auch die so genannten „mixed sites” an. Darunter versteht man Stätten, die sowohl die Natur- als auch die Kulturkriterien der UNESCO-Welterbe-Konvention erfüllen, also sowohl Weltnaturerbe als auch Weltkulturerbe sein könnten. Der Steigerwald sei eine Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte vom Zisterzienserkloster Ebrach geprägt worden sei und heute unter Einbeziehung dieser früheren Klosteranlage einzigartige Natur- und Kulturaspekte verbinde. Klostergelände und Buchenbestände würden eine historisch gewachsene Substanz in außergewöhnlicher Dimension bilden, so der Landrat.

Alle Teilnehmer der Konferenz waren sich einig, so ist zu erfahren, dass die aufgeworfenen Gräben überwunden werden müssen.

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