KITZINGEN

Der Schulalltag im Zeitraffer

Er schneide aus dem Bauch raus, sagt Steffen Boseckert über sich. Diesmal ist der Schnitt schnell: Ein Junge, der auf dem Skateboard auf die Eingangstür der Schule zurollt, Szenen aus dem Chemieunterricht, Bio, Tanzen, Hauswirtschaft, IT, Pausenverkauf, Tischtennis, Basketball, immer weiter, Schlag auf Schlag. Der Schulalltag gepackt in zwei Minuten und 15 Sekunden. So gefilmt, dass der Betrachter am Ende das Gefühl hat: Das ist eine tolle Schule. Genau das also, was er rüberbringen soll, der neue Imagefilm der Richard-Rother-Realschule Kitzingen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Schulalltag und doch nicht: Für den Kurzfilm über die Richard-Rother-Realschule kam das Filmteam auch in den Unterricht. Die Schüler ließen sich von den Dreharbeiten nicht irritieren, der Kunstunterricht lief wie gewohnt weiter. Foto: Foto: Gerd Ulherr
+2 Bilder

Warum braucht die Schule einen Imagefilm? Wer nur über die Konkurrenz zwischen Realschule und Gymnasium spekuliert oder über die aktuelle Diskussion über den Namensgeber, der irrt. Der Grund ist viel einfacher. „Wir hätten neue Flyer gebraucht und überlegt, ob wir uns nicht auch anders präsentieren können“, sagt Rektor Michael Rückel. Wie kann man den Eltern die Leistungsfähigkeit der Schule am besten darstellen? Denn daran orientieren die sich, wenn es um die Entscheidung geht, wohin ihre Kinder nach der vierten Klasse wechseln. Und hier steht die Schule wie jede andere im Wettbewerb. „Tue Gutes und berichte auch darüber“, nannte Rückel als Motto, um in diesem Wettbewerb zu bestehen

Aus der „zoom-me“-AG kam der Vorschlag, es statt mit einem Flyer mit bewegten Bildern zu versuchen. „zoom-me“ ist das Schüler-Nachrichtenmagazin, das 2011 die online-Schülerzeitung ablöste und regelmäßig vom Schulalltag berichtet. Im März wurde der Vorschlag im Schulforum beraten und dann einstimmig beschlossen, dass der Imagefilm kommt.

„Bei den Info-Abenden für die Eltern ist es ein bisschen tot hier“, sagte Gerd Ulherr bei der Vorstellung des Filmes vor Kollegen, Eltern- und Schülervertretung. Abends gibt es keinen Unterricht, es sind längst nicht alle Schüler da, der Schulalltag wird nicht sichtbar. Der Film vermittelt nun das Leben an der Richard-Rother-Realschule im Zeitraffer, „in fotografisch schönen Bildern, ohne Belehrungen“, wie Ulherr sagt. „Wir wollten die Emotionen ansprechen. Wir wollten, dass die Eltern sagen: 'Jawohl, das ist meine Schule'.“

Licht und Wetter spielten mit, als Regisseur Steffen Boseckert von Mindcore Productions und Christian Fuß von derfusi media mit ihren Kameras anrückten – mit dem Ziel, die Vielfalt der Schule in einem kurzen Film zu erfassen. Gerd Ulherr hatte im Vorfeld einen super Drehplan ausgearbeitet, so Boseckert, unterstützt wurde er von Elke Anselm und Markus Düll. Doch nicht nur sie, auch die Schüler lobte der Regisseur. Normalerweise müsse er viele Anweisungen geben, aber an dieser Schule habe alles super geklappt. Die Schüler ließen sich nicht von den Kameras ablenken, es habe keinen einzigen Zwischenfall gegeben. „Ich war wirklich überrascht.“

Der über den Förderverein der Realschule finanzierte Film wird demnächst laut Rektor Rückel auch auf die Homepage gestellt.

Die Entwicklung der Schülerzahlen

Schülerzahlen: Die Richard-Rother-Realschule in Kitzingen wird auch in kommenden Schuljahr 24 Klassen bilden. Die Zahl der Fünftklässler wird bei etwa 100 liegen, damit wird es wieder vier fünfte Klassen geben. Da auch vier zehnte Klassen in diesem Sommer ihre Schullaufbahn an der Kitzinger Realschule beenden, ist die Schülerzahl damit weiterhin stabil. Im laufenden Schuljahr hat die RRR 612 Schüler.

Probeunterricht: Deutlich gestiegen ist allerdings die Zahl der Kinder, die den Probeunterricht besuchen. Während dies vor einigen Jahren noch etwa 20 bis 25 waren, nahmen in diesem Jahr 42 Kinder an diesem Unterricht teil, erklärte der stellvertretende Schulleiter Richard Böhm. Den Probeunterricht müssen Kinder besuchen, die im Übertrittszeugnis einen Notendurchschnitt von 3 oder schlechter in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht haben und trotzdem auf eine staatliche Realschule wollen. Der Unterricht findet in den Fächern Deutsch und Mathematik statt und ist bestanden, wenn darin jeweils die Noten 3 und 4 oder besser erreicht werden.

 
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren