RÜDENHAUSEN

Der Schleifweg ist kein Schleichweg mehr

Ein Brief von Altbürgermeister Otto Spangler beschäftigte den Rüdenhäuser Gemeinderat. Er monierte, dass der Schleifweg, eine Verbindungsstrecke zwischen der alten Straße nach Wiesenbronn und der B 286 bis kurz vor dem Kreisel in Richtung Castell, offiziell für Fahrzeuge gesperrt ist, so Spangler, sei nicht nur für ihn unverständlich, sondern für viele Bürger ein Ärgernis.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rüdenhausen
Rüdenhausen. Foto: FOTO Stöckinger

Ein Brief von Altbürgermeister Otto Spangler beschäftigte den Rüdenhäuser Gemeinderat. Er monierte, dass der Schleifweg, eine Verbindungsstrecke zwischen der alten Straße nach Wiesenbronn und der B 286 bis kurz vor dem Kreisel in Richtung Castell, offiziell für Fahrzeuge gesperrt ist, so Spangler, sei nicht nur für ihn unverständlich, sondern für viele Bürger ein Ärgernis.

Die asphaltierte Strecke am westlichen Ortsrand verläuft am Schlosspark entlang und diente als Abkürzung vor allem für Rüdenhäuser, die in der Siedlung „Kleinlangheimer Weg“ wohnen. Mit dem Bau der Umgehung wurde der Schleifweg, so die offizielle Bezeichnung, für den Verkehr dicht gemacht. Die Passage wird aktuell auch häufig von Spaziergängern, Senioren oder Familien genutzt.

Durch die neue Verkehrsführung in Rüdenhausen müssen nun die Fahrzeuge aus dieser Siedlung erst den Ortskern passieren, um dann in Richtung Castell oder Wiesenbronn fahren zu können. Das macht mehr Zeit und etwas mehr Meter aus. Gemeinderätin Michaela Gernert sah das nicht so dramatisch. „Das ist vielleicht eine Minute, die man spart, wenn man den Weg benutzt. Dann stehst du vorne an der Ausfahrt zur B 286 und musst warten, bis du fahren kannst.“

Nach Ansicht des Altbürgermeisters ist es nicht zu verstehen, warum die Kommune den etwa 500 Meter langen Weg offiziell für Fahrzeuge gesperrt hat. Das Stück sei einst mit Geldern der Gemeinde, von Landwirten, der Flurbereinigung sowie mit EU-Zuschüssen gebaut, hergerichtet und bis heute unterhalten worden. Also solle der Weg auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, meint Spangler. Derzeit ist die Nutzung der Strecke nur für die wenigen Anlieger erlaubt, die Achslast ist bei Fahrzeugen auf zwei Tonnen beschränkt. Es fahren aber landwirtschaftliche Fahrzeuge mit deutlich mehr Tonnage dort, wunderte sich Spangler.

Bürgermeister Gerhard Ackermann hatte zum Brief eine Fülle von Anmerkungen. Zunächst einmal wies er darauf hin, dass es ein ausgebauter, öffentlicher Wirtschaftsweg sei, der im Eigentum der Gemeinde sei und diese ihn somit unterhalten müsse. Bei Begegnungsverkehr müsse ein Fahrzeug wegen fehlender Breite der Strecke aufs Bankett ausweichen. Die Landwirtschaft nutze die Strecke nur kurze Zeit mit schwerem Gerät, etwa bei der Ernte.

Das Aufheben der Sperrung steht zunächst nicht zur Debatte, hieß es. Bürgermeister Ackermann, wie auch die Gemeinderäte verwiesen darauf, die Bürger möchten erst einmal abwarten, wie sich die Situation nach Fertigstellung der gesamten Ortsumgehung verhält. Dann könne man gegebenenfalls das Thema Schleifweg erneut aufgreifen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.