Volkach
Baustelle

Der Radweg von Eichfeld nach Volkach rückt immer näher

Der Radweg zwischen Eichfeld und Volkach wird endlich verwirklicht. Das hat auch eine Erleichterung für die eifrigen Helfer des Bund Naturschutz zur Folge, denn unter der Staatsstraße werden über 20 Tunnel für Kröten verlegt.
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Mit den neuen Straßentunneln gehört das Einsammeln der Kröten der Vergangenheit an. Fotos: Peter Pfannes
Mit den neuen Straßentunneln gehört das Einsammeln der Kröten der Vergangenheit an. Fotos: Peter Pfannes
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16 Jahre ist es her, als Eichfelds Ortssprecher Helmar Hartner den Antrag auf eine Radwegverbindung zwischen seinem Heimatort und Volkach stellte. Jetzt ist es endlich so weit. Am Montag stellte Stefan Weißkopf vom Staatlichen Bauamt Würzburg die endgültige Planung für die Radwegetrasse vor. Am Freitag wird Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) über das Projekt vor Ort informieren und den exakten Baubeginn bekannt geben.
Der Bau des Radwegs, der über weite Strecken parallel zur Staatsstraße 2260 verläuft, geht unmittelbar einher mit einer bedeutenden Maßnahme für den Amphibienschutz. Im Bereich des Rothenbachsees befindet sich ein riesiges Vorkommen der verschiedensten Arten von Kröten, Molchen und Fröschen, die zu Beginn des Frühjahrs die Staatsstraße überqueren, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. 21 Tunnelelemente werden im Zuge der Maßnahme in die Straße eingebaut, um ein gefahrloses Queren zu ermöglichen und den freiwilligen Helfern des Bundes Naturschutz einen langjährigen "Einsatzbereich" abzunehmen.
Seit vielen Jahren haben die eifrigen Naturschützer die langsamen Amphibien in Eimern eingesammelt und über die Straße getragen, um sie vor den Reifen der Fahrzeuge zu schützen. "Der Helferschutz ist auch ein Teil des bayerischen Amphibienschutzprogramms", sagte Weißkopf zur Zielsetzung. Gerade im Bereich der beplankten Engstelle auf halber Strecke zwischen Volkach und Eichfeld bestehen große Gefahren für die Helfer.
"Was lange währt wird endlich gut", sagte Bürgermeister Peter Kornell (FWG) eingangs. Der Wunsch Hartners und der Eichfelder sei im Laufe der Zeit von der städtischen zur staatlichen Obliegenheit geworden. Der neue Fuß- und Radweg ist Teil des Ausbauprogramms für Radwege entlang von Staatsstraßen in Bayern geworden. Mehrere Varianten waren in den vergangenen Jahren mit den Grundstückseigentümern, den Naturschützern und den Verantwortlichen der Behörden diskutiert worden.
Die Trasse, die jetzt verwirklicht wird, begleitet die Staatsstraße auf ihrer nördlichen Seite. Am Rothenbachsee führt der Radweg von der Staatsstraße weg, um im weiten Bogen wieder zur St 2260 zurückzukommen. Die Ausschreibungen für den Bau der Trasse sind laut Weißkopf erledigt, die Aufträge werden in Kürze vergeben. An der Einmündung der Kreisstraße aus Richtung Rimbach wird eine sichere Überquerungsstelle geschaffen. Auch am Ortseingang von Eichfeld wird eine "Querungshilfe" für Fußgänger und Radfahrer samt Fahrbahnteiler installiert.
Begonnen wird die Baumaßnahme mit dem Amphibienschutz. Die geschlossenen Tunnelelemente für die Kröten werden 40 Zentimeter unter die Fahrbahndecke eingebaut. Zeitweise muss die Staatsstraße in dieser Zeit komplett gesperrt werden. Weißkopf rechnet mit sechs bis acht Wochen Vollsperrung.
"Die Untere Naturschutzbehörde war intensiv in die Planungen mit einbezogen", entgegnete Kornell Rimbachs Ortssprecher Reinhard Ebert, der am Rothenbachsee bedeutende Vorkommen und Nistplätze seltener Vögel beobachtet hat. Die rechtliche Situation für den Naturschutz ist bei der gewählten Lösung nach Kornells Ansicht "gut erfüllt". Den Unterhalt der Amphibientunnel übernimmt das Staatliche Bauamt. Die notwendigen Grundstücke zum Bau der Radwegetrasse konnten laut Weißkopf mittlerweile alle erworben werden.

Wie viel ist der halbe Meter wert


Zwei Beschlüsse muss der Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen noch fassen. Dabei geht es einerseits um die Breite des Radwegs. Der Wunsch des früheren Stadtrats war es, einen Teil des Radwegs als Wirtschaftsweg auszubauen. Die Planungen des Bauamts sehen folglich vor, 2,8 Kilometer der insgesamt 4,7 Kilometer langen Trasse als drei Meter breiten Wirtschaftsweg auszubauen. Der restliche Radweg ist nur 2,50 Meter breit. Die Ratsmitglieder müssen entscheiden, ob sie die Mehrkosten von 54 000 Euro für den halben Meter tragen wollen.
Außerdem geht es um das ursprünglich geplante Verlegen eines Kabelleerrohrs entlang der Trasse bis nach Eichfeld. Nachdem der Volkacher Stadtteil mittlerweile per Glasfaserkabel mit DSL versorgt ist, sieht Kornell diesen Posten als überflüssig an. Immerhin würde er 25 000 Euro verschlingen. Entscheiden muss der Stadtrat.
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