GEISELWIND

Der Prediger nimmt seinen Hut

Der Geiselwinder Kirchweih-Sonntag wurde zum Anziehungspunkt für viele Menschen. Der Zug mit den Wagen der Murrmänner zog feiernd durch den Ort. Dann war Prediger Bastian Rückel dran.
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Des Predigers Abschied: Bastian Rückel (Mitte) trug zum letzten Mal die Geiselwinder Kirchweihpredigt vor. Mit General Murrmann, Ernst Nickel, stellte er Christian Lang (rechts) als Nachfolger vor. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Der Geiselwinder Kirchweih-Sonntag wurde bei durchwachsenem, aber zumindest trockenem Wetter wieder zum Anziehungspunkt für viele Menschen. Der Zug mit den Wagen der „Murrmänner“, wie sich die Kerwasburschen nach ihrer Symbolfigur nennen, zog zunächst feiernd durch den Ort.

Dabei wurde als Getränk Bremser ausgeschenkt, der von Geiselwinder Rebstöcken stammte. Für die passende Musik beim Umzug sorgte wieder die Steigerwaldkapelle Geiselwind. Endstation für den Tross war am Marktplatz, wo Prediger Bastian Rückel hoch oben auf der Treppe zur Bäckerei seine Verse vortrug.

Zum letzten Mal stand er in der Hauptrolle auf der Kanzel, wie er später verkündete. Wenn's am schönsten ist, solle man aufhören, so der Prediger. Rückel hob den Kirchweih-Gottesdienst vom Vortag hervor, den er als Höhepunkt der Kirchweih und seiner Zeit als Prediger sah. Mit Diakon Jörg Kornacker hatte die Geiselwinder Jugend einen Wortgottesdienst gefeiert, der viel Lob bekam.

Nach fünf „Dienst-Jahren“ stellte Rückel seinen Nachfolger Christian Lang vor, der künftig mit heiteren, wie kritischen Versen auf das Ortsgeschehen blicken wird. „Wir lassen uns nicht alles gefallen und sagen immer unsere Meinung da oben“, stellte Rückel das Motto klar.

Im Zug waren diesmal die „Kerwas-Kids“ dabei. Das Fahren auf dem großen Wagen machte den kleinen Geiselwindern sichtlich Spaß. Schwer tun sich die Geiselwinder „Murrmänner“ mit der weiblichen Kirchweih-Jugend, die als „Murrmanns Katzen“ teilnahmen. Auf ihrem Wagen forderten die Mädels „Emanzipation im Steigerwald“, denn mitmachen dürfen sie (noch) nicht so richtig. Das sei gegen die Tradition, so die Männer.

In der Predigt kam neben lustigen Sachen auch das momentan in der Gemeinde heiße Thema der Erhöhung der Wassergebühren dran. Das Schimpfen auf die Gemeinde bringe nichts, winkte der Prediger ab. Daran sei die „höhere Politik“ Schuld, erläuterte er. Nach Überfällen auf Tankstellen im Ort mutmaßte Rückel, dass der Ort ein Zentrum krimineller Energie sei. Die Täter hätten allerdings nur recht magere Beute gemacht und wurden bei einer wilden Verfolgungsjagd gestellt.

Das Heavy-Metal-Musikwochenende bescherte dem Ort Gesprächsstoff, ebenso wie das umgefahrene Werbeschild für das Gerwebegebiet. Das sei wohl ein Gag der Gemeinde gewesen, um die Vermarktung anzukurbeln. Eine schöne Geschichte berichtete davon, dass der Fahrer des Kindergarten-Busses am Morgen im Bus ein schlafendes Kind übersehen habe. Gegen Mittag wunderte sich der Fahrer dann, als beim Abholen der Kinder plötzlich ein Kind zum Aussteigen an ihm vorbeilief.

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