Marktbreit

Der Kindergarten wird 140 000 Euro teurer als gedacht

Das ist alles andere als eine einfache Baustelle: Der Umbau des stattlichen Anwesens Am Graben in Marktbreit zu Räumen für den evangelischen Kindergarten. Bislang war nur das Erdgeschoss dafür genutzt, jetzt sollen es alle vier Etagen werden. Der Bau in dem historischen Gebäude ist in vollem Gange und wieder einmal machte sich der Stadtrat vor Ort ein Bild des Fortschritts.
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Architekt Werner Haase (vorne rechts) erläutert Marktbreiter Stadträten die Baustelle evangelischer Kindergarten. Foto: Robert Haaß

Das ist alles andere als eine einfache Baustelle: Der Umbau des stattlichen Anwesens Am Graben in Marktbreit zu Räumen für den evangelischen Kindergarten. Bislang war nur das Erdgeschoss dafür genutzt, jetzt sollen es alle vier Etagen werden. Der Bau in dem historischen Gebäude ist in vollem Gange und wieder einmal machte sich der Stadtrat vor Ort ein Bild des Fortschritts.

Das war nötig, da erneut Kostenmehrungen auf dem Tisch lagen. Die insgesamt knapp 140 000 Euro an Nachträgen genehmigte der Rat abschließend bei drei Gegenstimmen. Damit sollten laut Ansage des Architekten Werner Haase die zu erwartenden Mehrkosten "nach derzeitigem Erkenntnisstand" erfasst sein. Insgesamt kommt der Bau einschließlich der Außenanlagen und der Inneneinrichtung nun auf 3,85 Millionen Euro, wovon die Stadt 2,66 Millionen tragen muss – eine Steigerung um rund zehn Prozent.

Das ist keine normale Baustelle 

Beim Ortstermin konnte Haase schnell klar machen, dass dies keine normale Baustelle ist. Zum einen ist das Haus auf aufgeschüttetem Boden gegründet, was etwa für den nötigen Aufzug erhöhte Kosten verursachte. Dazu kommen, um entsprechend große Räume zu erlangen, statische Änderungen im Innern. Immer wieder zeigten sich nach Freilegen der Wände Überraschungen, die neue Lösungen nötig machten.

Viel Handarbeit war auch beim Einzug der aus statischen Gründen nötigen Stahlträger gefordert. Die Statik machte es auch nötig, gleichzeitig von oben nach unten und umgekehrt zu bauen, was wiederum zu Behinderungen führte. Neben Mehrkosten bei den Rohbauarbeiten führte das auch zu erhöhten Kosten in weiteren Gewerken.

Auch wenn einige Räte mit Entscheidungen aus der Vergangenheit haderten, das Gebäude zu sanieren und nicht abzubrechen und einen Neubau für den Kindergarten zu erstellen: "Wir haben A gesagt, jetzt müssen wir auch B sagen", so Bürgermeister Erich Hegwein. Zudem, so Architekt Haase, wäre auch bei einem Neubau eine aufwändige Gründung des Hauses wegen des unsicheren Baugrunds nötig gewesen.

Matsch-Kuhle und Weidentipi im Garten

Aufwändig und großzügig werden auch die Außenanlagen des Kindergartens, etwa mit Matsch-Kuhle oder Weidentipi, die rund 150 000 Euro kosten sollen. Die vorgelegten Pläne fanden gefallen im Rat. Insgesamt soll das gesamte Vorhaben Mitte kommenden Jahres fertiggestellt und für das Kindergartenjahr 2020/2021 nutzbar sein.

Nicht nur Marktbreit, auch die "neue" Partnerstadt Zella-Mehlis feiert in diesem Jahr ein Jubiläum: Das Stadtfest im September steht ganz im Zeichen von 100 Jahren Zusammenschluss von Zella und Mehlis. Das wird dazu genutzt, die Partnerschaft, die Zella-Mehlis bei der Eingemeindung von Benshausen übernommen hat, ganz offiziell zu besiegeln. Der Akt wird in der Jahresschlusssitzung in Marktbreit wiederholt.

Der Vorschlag, die Grabpflegearbeiten auf dem Marktbreiter Friedhof durch Muldenwagen zu erleichtern, wurde von den Räten abgelehnt: Da der Friedhof auf unterschiedlichen Ebenen angelegt ist, sind mindestens drei dieser Wägen nötig – die Anschaffung mit rund 2500 Euro für den Rat zu teuer.

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