Dettelbach

Der „Gute Hirt“ von Dettelbach ist wieder heil

Fast 270 Jahre stand die lebensgroße Barockfigur. Bis zur Silvesternacht 2015/16. Unbekannte rissen sie aus der Verankerung, nur Trümmer blieben übrig.
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Nur noch Brocken waren von der lebensgroßen Barockfigur übrig, als sie in die Werkstatt des Bildhauers Petro Schiller in Königsberg in Bayern kam.  Foto: Petro Schiller
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Viele strahlten am Samstagnachmittag mit der Sonne um die Wette, denn ein bedeutendes Kunstwerk und eine bei Dettelbachern beliebte Figur kehrte an ihren angestammten Platz in der Luitpold-Baumann-Straße zurück. Der "Gute Hirt", der dort fast 270 Jahre unversehrt gestanden hatte, war in der Silvesternacht 2015/16 mutwillig aus der Verankerung gerissen worden und lag in Trümmern auf der Straße. Nun erstrahlt die lebensgroße Barockfigur wieder in neuem Glanz.

Und das nicht nur, weil Bildhauer Petro Schiller und sein Team sie ebenso aufwändig wie kunstfertig restauriert haben, sondern auch, weil viele an dem Projekt mitgewirkt haben. Denn es war ein Gemeinschaftswerk, das dafür sorgte, dass die Geschichte ein gutes Ende nahm. Die Schützengesellschaft als Eigentümer, der Kulturhistorische Kreis, das Landesamt für Denkmalpflege, der Bezirk, der Landkreis, die Stadt, die Sparkassenstiftung und der Lionsclub – alle haben mitgeholfen; galt es doch eine Summe von rund 12 000 Euro zu sammeln, die für die Wiederherstellung des "Guten Hirten" notwendig war.

Doch ohne Armin Mosandl wäre das alles nicht zustande gekommen. Er hat die Initiative zur Restaurierung der Figur ergriffen, er hat für Spenden getrommelt, er hat die Geschichte der Figur erforscht. "Die Restaurierung war mir ein besonderes Anliegen", sagte er bescheiden bei der Einweihung. Denn für ihn sind Bildstöcke und Flurdenkmäler nicht nur "prägende Elemente der fränkischen Kulturlandschaft", sondern "kleine Kostbarkeiten, die es zu bewahren gilt".

In der Werkstatt von Petro Schiller, so berichtete Mosandl weiter, sind die Bruchstücke der aus dem Jahr 1749 stammenden Figur mit bis zu einem Meter langen Stangen aus Edelstahl und Dübeln verbunden und mit Spezialharz verklebt worden. "Völlig zerstörte Teile wurden von den Restauratoren formgerecht nachgeschaffen und eingefügt", so der Initiator. Die Figur nannte er ein "das Ortsbild prägendes Baudenkmal" und ein "Zeichen der Ökumene". So war es nur folgerichtig, dass die beiden Dettelbacher Pfarrer Uwe Hartmann und Ulrich Vogel in ökumenischer Eintracht das Segensgebet sprachen.

Hartmann bezeichnete den "Guten Hirt" als "wunderschöne Figur", die nun wieder die Wallfahrer begrüße. Landrätin Tamara Bischof lobte das "Engagement vieler" für das besondere Kleinod. Auch für Bürgermeisterin Christine Konrad hat der "Gute Hirt" eine besondere Bedeutung, denn er spreche die Kinder an, die auf ihrem Weg zur Schule oder zum Kindergarten an der Figur vorbei kommen.

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