KITZINGEN

Der Goldbergtag macht eine Pause

25 Jahre. Eine lange Zeit. Und ein Grund zum Feiern. Eigentlich. Doch manchen Mitgliedern der Goldberggemeinschaft wird im kommenden Jahr kaum zum Feiern zumute sein. Der Goldbergtag ist abgesagt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Maskottchen: Der Goldberghase hat ein Jahr Pause. Mindestens. Vielleicht hoppelt er auch gar nicht mehr durchs Gewerbegebiet. Foto: Archivfoto: Die Kitzinger
+1 Bild

25 Jahre. Eine lange Zeit. Und ein Grund zum Feiern. Eigentlich. Doch manchen Mitgliedern der Goldberggemeinschaft wird im kommenden Jahr kaum zum Feiern zumute sein. Der Goldbergtag ist abgesagt.

Karl-Heinz Heinzmann ist so etwas wie der Vater des Goldbergtages. Der hat in den letzten 24 Jahren regelmäßig Tausende Besucher in das Gewerbegebiet am östlichen Rand von Kitzingen gelockt. Entsprechend enttäuscht ist Heinzmann senior. „Das fühlt sich an wie eine Beerdigung. Das tut mir richtig weh.“ Die Firma Heinzmann, die Firma Heinrich & Schleyer, die Firma F+N Fliesen-Keramik, die Firma Scheuermann. Das waren die Pioniere des Goldbergtages. „Ich bin am Anfang von Firma zu Firma gegangen, um für eine Gemeinschaft zu werben“, erinnert sich Heinzmann. „Ich habe richtig Zeit geopfert, um die Sache zum Laufen zu bringen.“

„Die Erwartungshaltung der Besucher war groß.“
Manfred Freitag Gewerbetreibender

Das Engagement der Pioniere hat sich gelohnt. Der Goldbergtag ist nach und nach gewachsen. Tausende Besucher haben sich an den beiden Schautagen im Mai durch das Gewerbegebiet geschlängelt. „Aber jetzt ziehen die Firmenbesitzer nicht mehr mit“, bedauert Heinzmann. „Die Arbeit hängt immer an den gleichen.“ Bei der jüngsten Versammlung der Interessensgemeinschaft Goldbergtag war nur rund ein Viertel der 26 Mitglieder anwesend. Für Michaela Iglhaut ein deutliches Zeichen, schließlich war im Vorfeld klar kommuniziert worden, dass es um die Zukunft des Goldbergtages ging. „Eigentlich sollten alle beteiligten Firmen hinter dieser Veranstaltung stehen.“ Der Zusammenhalt sei aber schon in den letzten Jahren nach und nach gebröckelt.

„Der Besucherstrom bei der Veranstaltung war gut“, sagt Iglhaut, deren Firma seit 1981 am Goldberg vertreten ist. „Aber weil nicht mehr alle mitgemacht haben, war auch nicht mehr so viel geboten.“ Manfred Freitag ist seit 13 Jahren Mitglied der Interessengemeinschaft. In dieser Zeit war er immer mit dabei. Am Ende dieses Jahres schließt er sein Fachgeschäft für Fahr- und Motorräder und geht in Rente. Beim Goldbergtag 2014 wäre er deshalb sowieso nicht mehr vertreten gewesen. An ein Ende der Veranstaltung will er aber nicht glauben. Bei der Versammlung sei eindeutig geäußert worden, dass es sich lediglich um eine Pause handelt. „Wir wollen den Goldbergtag ein Jahr ruhen lassen“, sagt er. „Dann muss sich eine Gruppierung finden, um die Veranstaltung auf neue Beine zu stellen.“

Einfach war es auch in der Vergangenheit nicht, die Schautage im Gewerbegebiet auf die Beine zu stellen. „Die Erwartungshaltung der Besucher war groß“, sagt Freitag. „Und die Ausgaben nicht gerade klein.“ Nicht alle Firmen am Goldberg haben sich daran beteiligt und dennoch von dem Besucherstrom profitiert, wie auch Michaela Iglhaut bestätigt. Gerade die Filialisten, die überregional vertreten sind, hätten sich nicht eingebracht. Die Arbeit wäre an den heimischen Firmen hängen geblieben.

Iglhaut spricht auch von einem Jahr Pause, ist sich aber im Klaren darüber, wie schwer ein Neuanfang wird. „Der Goldbergtag war als Plattform etabliert, war schon fast so etwas wie eine Tradition“, sagt sie.

„Die Begeisterung ist auf der Strecke geblieben.“
Karl-Heinz Heinzmann

Ein Jahr pausieren und dann wieder durchstarten sei sehr schwer, zumal die Investitionsbereitschaft nicht bei allen Firmen vorhanden sei. Ihr Vorschlag führt auf einen Kompromiss hinaus: Der Goldbergtag wird auf einen Tag, den Sonntag, verkürzt. „Da kamen eh' die meisten Besucher.“ Einen neuen Weg will auch Barbara Schleyer von Heinrich & Schleyer im kommenden Jahr beschreiten. Sie plant einen verkaufsoffenen Sonntag im Mai. Ob sich der Goldbergtag ab 2015 wieder rentiert? Schleyer will erst einmal die Erfahrung von 2014 abwarten. „Dann kann ich mehr sagen.“

Für Karl-Heinz Heinzmann deutet alles auf ein endgültiges Ende des Goldbergtages hin. „Die Begeisterung ist auf der Strecke geblieben“, bedauert er. Bevor nur ein Teil der Firmen mitmacht und die Hälfte der Geschäfte zubleiben, sei es besser, die Tradition zu beenden. „Sonst blamieren wir uns nur.“ Und das wäre dem 25. Jubiläum im Jahr 2014 ganz sicher nicht angemessen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.