Rödelsee
Denkmalschutz

Der Friedhof von Rödelsee wird zum Denkmal

Eine uralte Familiengruft und Grabeinfassungen von 1825 auf dem Friedhof von Rödelsee haben das Landesamt für Denkmalpflege auf den Plan gerufen. Er wird jetzt unter Schutz gestellt.
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Die efeuüberwucherte Familiengruft Geißendörfer aus dem 18. Jahrhundert beeindruckt mit ihrem sehr seltenen steinernen Stufendach. Fotos: G. Bauer
Die efeuüberwucherte Familiengruft Geißendörfer aus dem 18. Jahrhundert beeindruckt mit ihrem sehr seltenen steinernen Stufendach. Fotos: G. Bauer
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Das Landesamt für Denkmalpflege stellt den Friedhof in Rödelsee unter Denkmalschutz. Bürgermeister Burkhard Klein (CSU) liegt dazu bislang lediglich eine Nachricht per E-Mail vor, doch diese wollte er seinen Ratskollegen nicht vorenthalten. Klein tat auch gleich seine Meinung kund, indem er ankündigte, dass er nicht den gesamten Bereich unter Schutz gestellt sehen möchte, um sich nicht die Möglichkeiten der Gemeindeentwicklung zu verbauen.
Bei einer Ortseinsicht hat sich der Oberkonservator des Landesamtes, Rembrant Fiedler, ein Bild von der Anlage gemacht. Das Amt wurde auf eine bereits im Urkataster von 1825 erwähnte Friedhofseinfassung aufmerksam. Zudem fand man im südlichen Teil der Anlage eine Familiengruft mit einem seltenen steinernen Stufendach aus dem 18. Jahrhundert. Die einzelnen in die Mauer eingelassenen Epitaphien zeigen ein Adelsgrabmal von 1622 mit dem Relief einer betenden Figur.
Zwei Priestergrabmäler stammen aus dem 18. Jahrhundert und zeigen ein mit einem Kreuz bekröntes Herz, eines davon mit Kelch. Außerdem stieß Fiedler auf das klassizistische Grabmal mit steinerner Urne des Bäckermeisters Kramer und seiner Frau von 1831.

Gleich mehrere Kriterien sind erfüllt

"Die Friedhofsmauern und die Objekte erfüllen aus geschichtlichen, frömmigkeitsgeschichtlichen und künsterlerischen Gründen die Kriterien für eine Denkmalfeststellung", so der Wortlaut auf der Stellungnahme des Landesamt. Damit liege der Erhalt im Interesse der Allgemeinheit.
Die Aufnahme des Dorffriedhofes in die Denkmalschutzliste steht in engem Zusammenhang mit der vorgesehenen Friedhofsanierung. Das Gesundheitsamt beim Landratsamt Kitzingen wies die Gemeinde vorab darauf hin, dass bei der Beseitigung von Grabeinfassungen und Abtragen der obersten Bodenschicht sowie anschließenden Grabungsarbeiten die Bergung von Toten und menschlicher Überreste erforderlich werden könne. Neben einer Zwischenlagerung menschlicher Gebeine komme auch die umgehende Wiederbeisetzung oder Einäscherung in Betracht.
Für die Zeit der Tiefbauarbeiten müsse der Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens vor Ort sein und Gerät für Bergung und Umbettung bereit halten.
Eine weitere Mitteilung des Gesundheitsamtes betrifft mit ähnlichem Inhalt den Friedhof in Fröhstockheim.

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