MARKTBREIT

Der Friedhof: Ein ständiger Begleiter des Rats

„Der Friedhof begleitet uns durch alle Legislaturperioden“, sagte Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein beim Ortstermin des Stadtrats am Montagabend. Und auch der neue Marktbreiter Stadtrat beschäftigte sich, wenn auch erst einmal nur rein informativ, mit dem Gottesacker in Marktbreit.
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Freiflächen: Freie Grabstätten auf dem Marktbreiter Friedhof könnten für Urnengräber genutzt werden, wie Bürgermeister Erich Hegwein bei einem Ortstermin des Stadtrats erläuterte. Foto: Foto: Robert Haass

„Der Friedhof begleitet uns durch alle Legislaturperioden“, sagte Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein beim Ortstermin des Stadtrats am Montagabend. Und auch der neue Marktbreiter Stadtrat beschäftigte sich, wenn auch erst einmal nur rein informativ, mit dem Gottesacker in Marktbreit.

Eine ganze Reihe an Punkten hatte der Bürgermeister notiert, die in einer halben Stunde – so viel Zeit war für den Ortstermin angesetzt – abzulaufen waren. Vor dem großen schmiedeeisernem Tor in der Bahnhofstraße gab es erst einmal eine kurzen Rückblick. Viel ist in den vergangenen Jahren schon gemacht worden. Etwa die Sanierung des Arkadengangs, die Erstellung eines Grab- und eines Baumkatasters, die Erneuerung der Treppenanlage am Eingang der Schillerallee, die Anlage eines Ehrenhains für die Grabmäler verdienter Marktbreiter Bürger, aber auch der Versuch, die Anlage mitten in der Stadt für Gehbehinderte leichter zugänglich zu machen. Ein Projekt, das – schon die ersten Schritte auf dem Gottesacker zeigten es – nicht einfach umzusetzen ist: Die Anlage erstreckt sich über mehrere Ebenen, die durch Treppen miteinander verbunden sind. Nicht überall, so machte Hegwein deutlich, wird es möglich sein, diese durch Rampen zu ersetzen. Und auch nicht alle dieser Rampen werden ein Gefälle von weniger als sechs Prozent erreichen.

Prägend für den Friedhof in Marktbreit sind die vielen großen Bäume, die vor einigen Jahren von einem Fachbüro in einem Kataster erfasst worden sind. Was auf der einen Seite eine besondere Stimmung schafft, bereitet auf der anderen Seite immer wieder Probleme: Vögel, die auf den Ästen sitzen und ihre Hinterlassenschaften auf den Grabsteinen zurücklassen, sind wohl noch das Kleinste.

Mit ihren mächtigen Wurzeln heben die Bäume das Pflaster der Wege und die Grabeinfassungen. Außerdem drücken sie Mauern in Schieflage. Ohne die Bäume hätte der Friedhof aber längst nicht den Charakter, ein Ruhepol inmitten der Stadt zu sein.

Vor wenigen Jahren noch musste die Stadt eine Friedhofserweiterung ins Auge fassen, nur noch wenige freie Gräber hatten zu einem Engpass geführt. Das hat sich zwischenzeitlich nahezu umgekehrt: Immer wieder finden sich freie große Grabstellen, die nicht mehr genutzt werden. Die könnten zusammengefasst werden und für verschiedenste Modelle an Urnengräbern dienen. Der Bedarf dafür ist da, auch an Marktbreit geht der Wandel in der Bestattungskultur nicht vorbei.

Endpunkt des Rundgangs war die große Scheune im Süden des Friedhofs. Lange Jahre vom Bauhof als Lager genutzt, kann diese Scheune nun Teil des Friedhofs werden. Wie das umgesetzt wird, ob hier nun eine Urnenwand, Urnengruft oder was auch immer entstehen soll, darüber wird der Stadtrat noch beraten.

Klar wurde auf jeden Fall: Auch diese Stadtratslegislatur wird vom Thema Friedhof begleitet werden.

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