Lülsfeld

Der Auszug der Erlöserschwestern aus Maria Schnee ist in vollem Gang

In Lülsfeld ist der Abschied vom Kloster in vollem Gang. Im Laufe des Februars werden nach und nach die letzten Erlöserschwestern ausziehen. Dann ist Maria Schnee endgültig Geschichts-Schnee von gestern. Das zuletzt noch von den Schwestern mit Schwester Gundegard Deinzer als ihrer Oberin betriebene Tagungs- und Bildungshaus hatte zum Jahreswechsel seine Pforten geschlossen.
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Wehmütiger Augenblick: Die Oberin, Schwester Gundegard Deinzer, beim Zusammenstellen der Artikel für den Kloster-Räum-Markt am Freitag und Samstag in Lülsfeld. Mit im Bild: Helferin Eva Halm.

In Lülsfeld ist der Abschied vom Kloster in vollem Gang. Im Laufe des Februars werden nach und nach die letzten Erlöserschwestern ausziehen. Dann ist Maria Schnee endgültig Geschichts-Schnee von gestern. Das zuletzt noch von den Schwestern mit Schwester Gundegard Deinzer als ihrer Oberin betriebene Tagungs- und Bildungshaus hatte zum Jahreswechsel seine Pforten geschlossen.

Der Schwesternmangel hatte dazu geführt, dass das Haus seit längerer Zeit nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden konnte. So hat das Mutterhaus die Auflösung des Klosters und dessen Verkauf beschlossen. Damit geht eine Ära zu Ende: Seit 1886 haben die Erlöserschwestern segensreich in Lülsfeld gewirkt.

Allein rund 6000 Schülerinnen besuchten in den 102 Jahren bis zur Schließung 1988 die klösterliche Hauswirtschaftsschule. Zuletzt gab es aber schon kein Altersheim, keine Berufsfachschule für Hauswirtschaft und keinen Kindergarten unter klösterlicher Regie mehr, nur noch den erwähnten, inzwischen ebenfalls eingestellten Tagungsbetrieb.

Im Zuge der Auflösung veranstaltet der Konvent noch einen Kloster-Räum-Markt. Dessen Erlös ist für die Missionstätigkeit des Ordens bestimmt. Der Markt ist geöffnet am Freitag, 23. Januar, von 10 bis 11.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Am Samstag, 24. Januar, gibt es noch eine weitere Gelegenheit zum Einkaufen im Lülsfelder Kloster, dann von 10 bis 11.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. So herrschte vor allem am Donnerstag reges Treiben im Haus, um den Markt aufzubauen.

Das Sortiment ist breit gefächert. Dazu zählen vor allem Haushaltswaren und Gebrauchsgegenstände, darunter wunderschöne Weingläser, Glasvasen und das nie richtig gebrauchte Prüfungssvervice aus der Haushaltungsschule, Dekogegenstände sowie Koch- und Backbücher. Ferner gibt es verzierte Kerzen und eine ganze Reihe weiterer kunsthandwerklicher Arbeiten aus dem Fundus der bekannten Schwester Friedegundis zu erstehen.

Schweren Herzens müssen sich die Schwestern zum Beispiel auch von einer großen handgeschnitzten Madonna aus Lindenholz, Makonde-Schnitzereien, die über die in der Krankenpflege und dem Schuldienst in Tansania wirkenden Erlöserschwestern den Weg nach Lüsfeld fanden, Sonnleitner-Kreuzen oder von Holzkoffern trennen, in denen die Schwestern einst ihr gesamte Habe bei den Umzügen transportierten.

Das Inventar der Klosterkapelle geht allerdings komplett mit einer Hilfslieferung zusammen mit Möbeln und anderen Dingen nach Rumänien.

Kontakt und Auskunft: Kloster Maria Schnee, Lülsfeld, Tel. (0 93 82) 44 27.



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