„Jetzt kommen wir zu einem spannenden Thema“, leitete Willanzheims Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert in der Ratssitzung am Montag das Thema Baugebiet „Wegäcker II“ im Ortsteil Markt Herrnsheim ein. Bislang hatte das Landesamt für Denkmalpflege (LfD) die denkmalpflegerische Erlaubnis für zwei Bauplätze verweigert. Nach einem weiteren Gespräch mit den Denkmalpflegern und Vertretern aus dem Landratsamt, wird die Erlaubnis nun doch erteilt.

Blick auf Kirchenburg gestört

Grund der bisherigen Ablehnung war, dass das LfD den Blick auf die Kirchenburg gestört sah. Ein Kompromiss brachte jetzt die Lösung, denn die zwei Bauplätze dürfen jetzt maximal mit Häusern mit einem Vollgeschoss und einem Dachgeschoss bebaut werden. Damit bleibt die Sicht zur Kirchenburg hin weniger beeinträchtigt. Die Bürgermeisterin plädierte dafür, dass Baugebiet vom östlichen Rand her zu erschließe, weil zwei Bauwerber konkret bauen wollen.

Eine ganz andere Haltung nahm Bernd Schmitt ein, der von einem „Luxus“ sprach, den sich die Gemeinde mit diesem Baugebiet leiste. Denn die Gemeinde müsse mit einer großen Summe in Vorleistung gehen und könne sich nicht sicher sein, das investierte Geld wieder herein zu bekommen. Gerhard Scherer ließ den Vorwurf des Luxus nicht gelten und sah Bauplätze in den Ortsteilen als entscheidend für die Zukunft der Ortsteile an. Wenn keine Bauplätze vorhanden sind, würden die kleinen Orte nach und nach aussterben.

In der Diskussion kamen mehrere Argumente zur Sprache und der Tenor ging in Richtung der Verwirklichung des Baugebiets. Letztlich beugte sich Bernd Schmitt der Mehrheit – der Beschluss pro Baugebiet fiel einstimmig aus. Als nächster Schritt hat die Gemeinde ein Angebot einzuholen für die Entwurfsplanung und Kostenberechnung des Baugebiets.

Der Gemeinderat behandelte noch die folgenden Themen:

• „Bei der Breitbanderschließung treten wir auf der Stelle“, erklärte Ingrid Reifenscheid-Eckert. Der Vertrag sei unterschriftsreif, doch fehle der Förderbescheid der Regierung. Um die Sache zu bewegen, wollen die Willanzheimer und Iphöfer ihre Unterlagen jetzt direkt beim zuständigen Staatsminister Markus Söder abgeben.

• Was Jahrzehnte unklar und oft Thema im Gemeinderat war, ist jetzt geklärt. Die politische Gemeinde hat die Baulast für die katholische Kirche in Willanzheim. Nach einem Hinweis im örtlichen Archiv war im Bayerischen Staatsarchiv nachgeforscht worden, wie es Ingrid Reifenscheid-Eckert schilderte. Ein Dokument aus der Zeit um 1880 belege, dass die Baulast tatsächlich bei der Gemeinde liege. Damit ist die Frage jetzt endlich geklärt und die Gemeinde weiß bei künftigen Angelegenheiten, dass sie finanziell zuständig ist.

Dank an Benefizsänger

• Das Mariensingen war ein Benefizkonzert für die Sanierung des Friedhofskreuzes, deshalb dankte die Bürgermeisterin allen Mitwirkenden. Sie erläuterte, dass die Lasur noch nicht in Ordnung ist und weitere Nacharbeiten fällig sind.

• Zum Gemeindewald informierte die Bürgermeisterin, dass der Holzeinschlag mit dem Harvester-Vollernter in Willanzheim wegen Witterungs- und Termingründen noch nicht durchgeführt werden konnte. Der Herrnsheimer Wald stehe derzeit gut da, dort würden sich die Naturverjüngung und Neupflanzungen gut entwickeln. Die Holzstriche sind auf 23. November in Willanzheim und am 30. November in Hüttenheim terminiert. Reifenscheid-Eckert teilte aus der Versammlung der Güterwald-Teilhaber mit, dass neue Fahrgassen angelegt werden. Daneben wird jetzt die Möglichkeit geboten, dass künftig so genannte Gerten zusammengelegt werden.

Keine Windkraft

• Von der Sitzung des Regionalen Planungsverbandes berichtete Ingrid Reifenscheid-Eckert, dass der gesamte Landkreis Kitzingen östlich des Mains, mit Ausnahme von Prichsenstadt und Martinsheim, als Ausschlussgebiet für Windkraftanlagen eingestuft ist. Bislang in Willanzheim vorgesehene Windkraft-Sonderflächen seien gestrichen worden, weil der Schutz der Wiesenweihe wichtiger angesehen wurde als Windkraftanlagen. Damit ist auch der Gedanke einer möglichen Bürger-Windkraftanlage in Willanzheim hinfällig.

• Am Willanzheimer Kindergarten mussten Sanierungsarbeiten aufgrund von Feuchtigkeit durchgeführt werden. Zu den Kosten von knapp 5000 Euro gibt die politische Gemeinde der Kirchengemeinde einen Zuschuss von zehn Prozent.