Dornheim
Tag des offenen Denkmals

Denkmal im Wald bei Dornheim erneuert

Fünf Kreuze erinnern an junge Soldaten,die zum Kriegsende bei Dornheim gefallen sind. Die erneuerte Gedenkstätte wird am Sonntag eingeweiht.
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Die neuen Grabkreuze werden fachmännisch gesetzt. Foto: G. Bauer
Die neuen Grabkreuze werden fachmännisch gesetzt. Foto: G. Bauer
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Es ist keine Kirche, kein altes Haus, keine Schlossruine, und doch ist es ein ganz besonderes Denkmal, das am Sonntag in Dornheim im Mittelpunkt des alljährlichen Tages des offenen Denkmals steht: Die Gräber von fünf Soldaten, die am 12. April 1945 im Limpurger Forst starben, werden nach einer Neugestaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Gräber der in den letzten Kriegstagen gefallenen blutjungen Soldaten nahe dem alten Forsthaus im Limpurger Forst waren in die Jahre gekommen. Der Zugangsweg zugewachsen, die Grabsteine aus Muschelkalk verwittert, Moos bewachsen und kaum noch lesbar. Einzig die Grabfläche selbst wurde von Bürgern aus Dornheim regelmäßig mit Blumenschmuck neu angelegt.

Vereinzelte Wanderer verharrten an der Grabstelle und lasen über das Geschehen am 12. April 1945 nach: Amerikanische Streitkräfte befanden sich nach dem Überschreiten des Mains bei Marktbreit auf einem Vorstoß in Richtung Süden und erlebten zwischen dem Main und Enzlar einen nicht mehr erwarteten Widerstand. Eher am Rande des Geschehens zog sich eine aus Jugendlichen bestehende Panzereinheit von Dornheim Richtung Krassolzheim-Neundorf zurück. Einige bildeten die Nachhut, die nach einer Rast am Frosthaus Limpurger Forst von Amerikanern überrascht wurde Es kam zu einem kurzen Gefecht, in dem die 17-Jährigen fielen und wurden kurz darauf an Ort und Stelle am Waldrand in Feldgräbern bestattet.


Die Inschriften waren kaum noch lesbar

Für den Schnitt der Hecke und größere Pflegearbeiten an den Gräbern sorgte einst die Patenkompanie der Stadt Iphofen, die 4. Kompanie des schweren Pionierbataillons 12 in Volkach. Nach deren Auflösung übernahm die Reservistenkameradschaft Kitzingen die Betreuung der Gräber.

Allen Bemühungen zum Trotz gelang es nicht, die schlecht lesbaren Inschriften zu erhalten, im Zweijahresabstand mussten die Buchstaben nachgepinselt werden. Der Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge regte daher an, neue Grabkreuze zu beschaffen und die Inschriften auf Bronzetafeln festzuhalten. Mit Unterstützung der Bundeswehr in Volkach fuhren die Reservisten ins Zentrallager des Volksbundes nach Nürnberg und holten die Grabkreuze ab.

Als im März dieses Jahres die Reservisten in Absprache mit der Stadt Iphofen und der Forstverwaltung zu einem Ganztageseinsatz anrückten, war ihr Ziel, die umfangreichen Instandsetzungsarbeiten im Rahmen des Tages des offenen Denkmals am 8. September 2013 in einer Feierstunde zu würdigen. Der weite Weg dorthin konnte erst dieser Tage abgeschlossen werden. Die unansehnlich gewordene Bepflanzung wurde bereits im Vorjahr entfernt. Entsprechend der Vorgaben des Volksbundes wurden die Grabkreuze aufgestellt und befestigt. Das Umfeld der Gräber wurde neu mit Waschbetonplatten trittsicher angelegt, der Zugang mit Fichtenstämmen eingefasst und mit Split begehbar gemacht. Erst dieser Tage wurden die Eibenbüsche geliefert und angepflanzt und damit die Instandsetzung abgeschlossen.


Das Programm am Tag des offenen Denkmals

Die Gedenkstätte ist am Tag des offenen Denkmals von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Besucher erhalten dort ausführliche Informationen über das Geschehen, das am 12. April 1945 fünf jungen Soldaten drei Wochen vor Kriegsende das Leben kostete. Die Stadt Iphofen und die Reservistenkameradschaft laden um 16 Uhr zu einer offiziellen Feierstunde ein, um die neugestaltete Anlage der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Zufahrt ist ab Dornheim ausgeschildert, Parkplätze befinden sich am Waldrand. Da die Waldstraße für den Verkehr gesperrt ist, verkehren ab 15 Uhr Busse der Feuerwehren Iphofen und Willanzheim als Zubringer. Die Wegstrecke beträgt etwa 1,5 Kilometer.

Für die Sanierung der Grabstätte wurden an sieben Arbeitstagen 151 Arbeitsstunden geleistet. Zwölf Reservisten waren im Einsatz.
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