Der Fahrer und seine Beifahrerin konnten das Auto noch rechtzeitig verlassen. Sie wurden von Anlieger und Notfallseelsorger Holger Dubowy aus dem eiskalten Wasser gezogen. Mit einer Unterkühlung und einem Schock wurden der Fahrer, der an diesem Tag seinen 31. Geburtstag feierte, und seine vier Jahre ältere Beifahrerin in ein Krankenhaus eingeliefert.

Dubowy hatte um 23.10 Uhr von zuhause aus ein lautes krachendes Geräusch gehört, dass ihn veranlasste, nach draußen zu sehen. Der Mann wurde dann auf ein im Main treibendes Auto aufmerksam, das dann unterging, berichtet Karl-Heinz Schmitt vom Polizeipräsidium Unterfranken.

Der Zeuge, der selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr Kitzingen ist, setzte daraufhin sofort einen Notruf ab und rannte ans Wasser. Dort zog er den Fahrer und die Beifahrerin aus dem Main.

Nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen war der Mitsubishi vom Gustav-Adolf-Platz kommend in Richtung Oberer Mainkai unterwegs. An der Kreuzung wollte der aus Kitzingen stammende Fahrer nach links in den Oberen Mainkai einbiegen. Durch den kurz zuvor einsetzenden Regen war die Fahrbahn nass. Die Teerdecke war bis zum Einmündungsbereich jedoch griffig. Der mit Natursteinplatten gepflasterte, neu angelegte Kaibereich direkt an der Einmündung war allerdings spiegelglatt. Der 31-Jährige lenkte sein Fahrzeug zum Einbiegen nach links, woraufhin das Auto jedoch geradeaus weiter in Richtung Main rutschte.

Auf dem Weg riss das Auto noch eine fest im Boden verankerte Metallbank mit. Die Bank und das Auto stürzten dann in den Main. Beide Insassen konnten sich selbständig aus dem Fahrzeug befreien, bevor es kurz danach unterging. Wegen des noch immer im Wasser liegenden Autos wurde noch in der Nacht die Schifffahrt auf dem Main gesperrt. Die weiteren Ermittlungen führt in diesem Fall die Wasserschutzpolizei Würzburg. Neben der Kitzinger Polizei und der Wasserschutzpolizei waren in der Nacht die Freiwillige Feuerwehr Kitzingen mit etwa 15 Mann sowie das THW Kitzingen mit 24 Mann und das Bayerische Rote Kreuz mit zwei Rettungswägen und einem Notarzt vor Ort.

Das Peilschiff Kepler des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Schweinfurt, das mit speziellen Sensoren ausgestattet ist, hat das Auto etwa 15 Meter vom Ufer entfernt gepeilt. Die Bergung wird wahrscheinlich an diesem Nachmittag abgeschlossen.