LANDKREIS KITZINGEN

Dem Streuobst eine Chance geben

Zu den Hauptzielen der neu gegründeten Genossenschaft „Main-Streuobst-Bienen eG“ gehört die langfristige Erhaltung der Streuobstbestände in Mainfranken. Sie soll die Landkreise Würzburg, Main-Spessart und Kitzingen abdecken.
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Schön, wertvoll und immer seltener: Streuobstbestände sind nicht nur schön anzuschauen, sie liefern auch wertvolles Obst und bieten Insekten, Vögeln und vielen anderen Tieren ideale Lebensbedingungen. Sie zu erhalten und zu fördern ist das Anliegen der neu gegründeten Genossenschaft „Main-Streuobst-Bienen eG“, die sowohl die Landkreise Würzburg und Main-Spessart als auch Kitzingen abdecken will.FOTO: Ottmar Deppisch

Zu den Hauptzielen der neu gegründeten Genossenschaft „Main-Streuobst-Bienen eG“ gehört die langfristige Erhaltung der Streuobstbestände in Mainfranken. Sie soll die Landkreise Würzburg, Main-Spessart und Kitzingen abdecken.

Streuobstwiesen, früher weit verbreitet und oftmals Gürtel um die Ortschaften bildend, sind in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr aus der Landschaft verschwunden. Trotz ihrer hohen ökologischen Bedeutung und ihres landschaftsprägenden Charakters mussten sie der intensiven Landwirtschaft und dem Siedlungsbau weichen. Diesen Abwärtstrend versucht die neue Genossenschaft zu bremsen. Im Februar hoben die Pioniere, angeführt von Hubert Marquart vom Landschaftspflegeverband Würzburg und Martin Degenbeck von der Landesanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau (LWG), die neue Organisation aus der Taufe.

Apfelschorle als erstes Angebot

Das Hauptanliegen der Vereinigung ist die langfristige Erhaltung der Streuobstbestände in Mainfranken. Ihren Mitgliedern bietet sie Unterstützung bei der Bewirtschaftung der Grundstücke, sei es durch die Vermittlung qualifizierter Pflegekräfte oder von Landwirten zur Unterwuchspflege, sei es durch den Verleih von Erntemaschinen oder durch die Bestimmung unbekannter Apfelsorten durch Pomologen.

Weiterhin will die Genossenschaft ein regionales Label entwickeln, unter dem sie die Streuobstprodukte vermarktet. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst auf der Erzeugung von Apfelschorle. Später soll das Sortiment ausgeweitet werden und dann auch Cidre, Prosecco, Edelbrände und Konfitüren einbeziehen.

Die Genossenschaft möchte die Streuobstaktivitäten in der Region bündeln und die Lücke zwischen den bereits aktiven Streuobstverwertern „allfra Regionalmarkt Franken GmbH“ mit „Hesselberger“ und „Gelbe Bürk“ in Mittelfranken sowie der „Schlaraffenburger Streuobstagentur“ am Untermain schließen. Bei der Verarbeitung sollen insbesondere die regionalen Keltereien einbezogen werden, wodurch ebenfalls die Wertschöpfung in den Landkreisen Würzburg, Main-Spessart und Kitzingen bleibt.

Mitglied können werden: Privatpersonen, Grundstückseigentümer, Kommunen, Streuobst bewirtschaftende Landwirte, Landschaftspflegeverbände, Obst- und Gartenbauvereine, Naturschutzverbände, Obstbrenner, Baumschulen, Keltereien und Abfüllbetriebe. Jeder Besitzer von Streuobst, egal ob er nur zwei oder 20 Bäume hat, kann sein Obst bei der Genossenschaft abliefern, und zwar an Sammelstellen, die in „Reichweite“ der Kunden liegen und mit fairen Preisen rechnen. Wert legt man allerdings darauf, dass das Obst aus Beständen kommt, die nicht mit Pestiziden und Mineraldünger behandelt sind. Geschäftsführer der neuen Genossenschaft ist Stefan Veeh, der derzeit sein Büro im Rathaus von Margetshöchheim hat.

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