Marktbreit
Amtswechsel

Deifel reicht den Dreispitz weiter

Auch wenn der Name "Volker" bleibt, das Gesicht ist künftig ein anderes. Nach vielen Jahren gibt Volker Deifel sein Amt als Türmer von Marktbreit an Volker Schlegelmilch ab.
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Volker Deifel geht - Volker Schlegelmilch kommt. Der scheidende Türmer von Marktbreit (Volker Deifel, links) übergab Dreispitz, Hellebarde, Horn und Mantel an den neuen Türmer Volker Schlegelmilch. Foto: Thomas Meyer
Volker Deifel geht - Volker Schlegelmilch kommt. Der scheidende Türmer von Marktbreit (Volker Deifel, links) übergab Dreispitz, Hellebarde, Horn und Mantel an den neuen Türmer Volker Schlegelmilch. Foto: Thomas Meyer
Volker Deifel verkörperte 25 Jahre lang die Symbolfigur der Stadt Marktbreit. Er war der Türmer, der mit Dreispitz, Hellebarde, Horn und schwarzer Kutte bei vielen kulturellen Veranstaltungen nicht fehlen durfte und vorneweg marschierte. Liebend gern, zum Beispiel jährlich bei der Weinfesteröffnung, las er seinem obersten Dienstherrn, dem Bürgermeister der Stadt, die Leviten. Für seine spitze Zunge und seinen Humor war er bekannt.
Auch bei seiner offiziellen Verabschiedung aus dem Amt, am Montagabend bei der Jahresabschlusssitzung des Stadtrates, konnte er seinen Schalk nicht unterdrücken. Beispielsweise gab er bekannt: "Mein Horn habe ich in den vergangenen 25 Jahren nie geblasen, weil angeblich das Mundstück fehlte.
Heute kann ich Ihnen ja sagen, dass ich das Mundstück die ganze Zeit in der Tasche versteckt hielt, weil ich einfach kein Horn blasen kann."
Das Horn übergab er dann komplett mit Mundstück sowie Dreispitz, Umhang und Hellebarde an seinen Nachfolger Volker Schlegelmilch, der versprach ein bisschen Unterricht im Hornblasen zu nehmen. Der zog sich auch gleich einmal um und probierte seine neue Arbeitskleidung an - sie passte perfekt. Volker Deifel gab noch den wichtigen Hinweis, dass die ganze Ausrüstung locker hinten in einen VW Golf hinein passe. Bürgermeister Erich Hegwein nannte seinen scheidenden Türmer einen Ur-Marktbreiter und einen humorvollen Menschen, der durch und durch Franke sei.
Zu dem Türmer-Posten kam Volker Deifel eigentlich durch ein Schauspiel vor 25 Jahren, bei dem er mitwirkte. Damals spielte Günther Knöchel noch den Türmer - und der konnte auch Hornblasen. Als Gerd Plutz, der damalige Vorsitzende des Heimatvereins, meinte, dass eine Stadt mit sieben Türmen als Symbolfigur doch einen Türmer brauche, fragte man Volker Deifel, ob er den Posten übernehmen wolle.

Treffender Wortwitz

Bürgermeister Erich Hegwein meinte in seiner Laudatio: "Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, hat immer einen treffenden Wortwitz und ist immer so beschlagen, dass er aus jeder Situation etwas machen kann - auch ich habe schon den ein oder anderen Treffer von ihm erfahren." Volker Deifel hat in seiner Amtszeit drei Bürgermeister, zwei Landräte, zwei Vorsitzende des Heimatvereins und jede Menge Vereinsvorsitzende erlebt - und sei immer ein gern gesehener Gast gewesen. Sein Schlusswort: "Lieber Volker, Danke, mach's gut." Der seinerseits sagte mit einem Blick zurück: "Es war eine schöne Zeit und es hat Spaß gemacht."
Sodann stellte Bürgermeister Erich Hegwein Volker II. vor, der das Amt nahtlos übernahm. Volker Schlegelmilch ist 41 Jahre alt und gebürtiger Berliner - "wofür ich aber nichts kann", scherzte der Neue. Ein Gedicht hatte er auch schon zu seiner offiziellen Einführung verfasst, das er in bester fränkischer Mundart vortrug: "Ich blase ins Horn, entzünde das Licht, liebe Marktbreiter verzaget nicht." Dass er wie sein Vorgänger nicht auf den Mund gefallen ist, bewies er tatkräftig in seiner Vorstellung. Ob er dem Dienstherrn auch kräftig die Leviten liest, werden wir sicher bald erfahren
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