WÜSTENFELDEN

Debatten um Wald, Flur und das Dorfleben

Ungewöhnlich gut besucht war die Bürgerversammlung in Wüsenfelden. Über 20 der 90 Einwohner kamen ins Gemendehaus. Die Dorferneuerung stand im Mittelpunkt der Ausführungen.
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Das Gemeindehaus (vorne, mit Turm) in der Ortsmitte ist der Mittelpunkt im Casteller Ortsteil Wüstenfelden. Foto: Foto: ANDREAS STÖCKINGER

Ungewöhnlich gut besucht war die Bürgerversammlung im Casteller Ortsteil. Über 20 der insgesamt 90 Einwohner Wüstenfeldens lauschten im Gemeindehaus den Ausführungen von Castells Bürgermeister Jochen Kramer.

Diskutiert wurde eifrig, zum Ende hin beinahe zu sehr, als Fritz Riedl das Freischneiden eines Flurweges ansprach. Viel zu arg sei die Gemeinde kürzlich vorgegangen, beschwerte er sich.

Bürgermeister Kramer wusste bereits davon und gab zu, dass Bäume und Sträucher wohl zu sehr gestutzt wurden. Man hätte „etwas sanfter“ vorgehen sollen, lenkte er ein. Überhaupt, so hatte der Bürger moniert, werde nicht immer in dem Maß auf die Natur Rücksicht genommen, wie es erforderlich wäre. Das gelte auch für manche, die zur Bewirtschaftung ihrer Felder und Wälder in der Flur unterwegs seien. Das erzürnte manchen Teilnehmer und Bürgermeister Kramer musste die Gemüter beruhigen.

Probleme mit dem Kanal

Kramer hatte bereits zu Beginn den „aggressiven Ton“ eines Fragestellers kritisiert, der bat, die Gemeinde möge den Kernerweg, einen Flurweg, nun endlich herrichten – nachdem es die Kommune bereits in den vergangenen Jahren angekündigt hatte. Bis lang wurden die Arbeiten aber immer aufgeschoben. Die Gemeindebediensteten täten ihr Bestes, alles auf einmal könne eben nicht gemacht werden, hielt Kramer entgegen. Bis auf diese Ausnahmen blieb die Versammlung ruhig und sachlich.

Der Bürgermeister informierte neben den auch für Wüstenfelden anstehenden Verbesserungen im Zuge der Dorferneuerung außerdem über ein altes Problem: den Kanal. Siegfried Weber hatte nachgefragt. Seit einigen Jahren dringt zuviel Fremdwasser in das Kanalnetz ein, obwohl dieses erst vor gut zehn Jahren erneuert wurde. Ein Fehler des planenden Ingenieurbüros werde vermutet. „Wir haben es schriftlich, dass sie Mist gebaut haben und die Kosten tragen müssen für die Regulierung“, sagte Bürgermeister Kramer.

Problem sei, dass in Wüstenfelden das Grundwasser bei Regenfällen schnell ansteige und in den Kanal drücke. An zwei Stellen wurden die Leitungen ausgebessert, was bereits Wirkung zeige, so Kramer. Nun stünden Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt an, danach wisse man mehr.

Beim Thema Breitbandausbau im Dorf schimpfte Hans Hüßner über die ausführende Baufirma. Eine nahezu völlig neue Dorfstraße sei böse ramponiert, weil sie aufgeschnitten und aufgegraben worden, um die Kabel zu verlegen. Warum man die Leitungen dort nicht durchgeschossen habe, wie an anderer Stelle auch: „Das verstehe ich nicht.“ Kramer antwortete, dass die Firma im Vorfeld nicht mit ihm darüber gesprochen habe.

Ein Ort, in dem man gerne lebt

Außerdem präsentierte der Bürgermeister das umfangreiche und interessante Leitbild, das von den Bürgern für die Dorferneuerung in Wüstenfelden erstellt wurde. Einige Punkte zum Verbessern gebe es. „Wir wollen ein Dorf, in dem man weiterhin gerne lebt und wohnt. In dem man auch tagsüber Menschen antrifft“, lautete eine Kernaussage.

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