KITZINGEN

Das richtige Instrument für mehr Spaß an der Schule

Die Begeisterung ist allen Vieren anzusehen. Und anzuhören. Dem Lehrer genauso wie den Schülern. Die Bläserklasse am Armin-Knab-Gymnasium ist ganz offensichtlich ein Erfolgsmodell. Und das seit zehn Jahren.
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Amelie Brück, Ferdinand Forster und Laura Wendt spielen in der Bläserklasse von Musiklehrer Manfred Rappert. Seit zehn gibt es das Konzept am Armin-Knab-Gymnasium. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Die Begeisterung ist allen Vieren anzusehen. Und anzuhören. Dem Lehrer genauso wie den Schülern. Die Bläserklasse am Armin-Knab-Gymnasium ist ganz offensichtlich ein Erfolgsmodell. Und das seit zehn Jahren.

Manfred Rappert ist von Anfang an dabei. Der Musiklehrer kann sich noch an die ersten Verhandlungen zwischen der damals neuen Schulleiterin Margit Hofmann und der Kitzinger Musikschule erinnern. „Frau Hofmann kannte das Konzept aus ihrer Schweinfurter Zeit“, erinnert sich Rappert. „Sie wollte es unbedingt auch hier etablieren. Ich war eher skeptisch.“

„Es macht einfach Spaß, mit anderen zu musizieren.“
Laura Wendt Schülerin in der Bläserklasse

Die anfängliche Skepsis ist längst einer tiefen Überzeugung gewichen. Die Vorteile einer Bläserklasse hat Rappert in zehn Jahren intensiv beobachten können: „Diese Schüler lernen aktiv Teamgeist, sie bringen idealerweise ihre Kenntnisse in den heimischen Musikvereinen ein und die Schule hat durch die Bläserklasse an Profil gewonnen.“

Tatsächlich ist es so, dass das AKG mittlerweile auch Anmeldungen aus dem Ochsenfurter Raum bekommt, weil Kinder und Eltern das Konzept attraktiv finden. Die zwei theoretischen Musikstunden pro Woche werden einfach in praktische Stunden umgewandelt. „Es geht gleich mit Orchesterarbeit los“, erklärt Rappert. Zusätzlich gibt es einmal pro Woche am Nachmittag Instrumentalunterricht.

„Da wird zum Beispiel die Technik intensiv geübt.“ Vorkenntnisse sind nicht nötig. Zur Not kann man sogar auch ein wenig später einsteigen – so wie Laura Wendt. Die heutige Sechstklässlerin ist erst nach Weihnachten 2015 in die Bläserklasse gewechselt. Eine Freundin hat es ihr empfohlen. Heute ist Laura über ihren Schritt froh. „Es macht einfach Spaß, mit anderen zu musizieren.“

Die Schülerzahlen sind sehr unterschiedlich. Heuer sind 15 Kinder in der Eingangsklasse, für das nächste Jahr haben sich bereits 24 angemeldet. Eines ist immer gleich: Drei Instrumente dürfen die neuen Schüler ausprobieren.

Schulische Musikkarriere

Ihre Lehrer entscheiden dann, welches Instrument das jeweils Beste ist. Bei Laura war es das Saxofon. Bei Ferdinand Forster ist es die Trompete. Ferdinand ist in der siebten Klasse und damit schon am Ende seiner Bläserklassen-Karriere. Von der fünften bis zur siebten Klasse ist das Projekt angelegt, länger geht es aus organisatorischen Gründen nicht. „Die Kinder müssen sich dann für ihre jeweiligen Zweige entscheiden“, erklärt Rappert. Die Klassen werden auseinandergerissen. Die schulische Musikkarriere ist deshalb noch lange nicht beendet.

Ferdinand will genauso im Sinfonischen Blasorchester weitermachen wie seine Klassenkameradin Amelie Brück. Sie hatte vor ihrer gymnasialen Zeit Geige gelernt und ist dann aufs Saxofon umgestiegen. „Der Klassenzusammenhalt bei uns ist super“, sagt sie. Dazu tragen die vielen gemeinsamen Konzerte genauso bei wie die letztjährige Fahrt nach Padua. Mit der dortigen Schule läuft ein Austauschprogramm.

Stetig gewachsenes Angebot

Im Lauf der vergangenen zehn Jahre ist das Angebot in der Bläserklasse stetig gewachsen. Mit drei Lehrkräften fing es an, mittlerweile sind es fünf. Acht Blasinstrumente und das Schlagzeug werden gelehrt. „Die Instrumente werden von der Schule angeschafft und von den Schülern gemietet“, erklärt Rappert.

Nach drei Jahren können die Schüler ihre Instrumente komplett ablösen, die Mietraten werden angerechnet. Wer weiter musizieren will, der kann auf dieses Angebot zurückgreifen. „Unsere Instrumente werden zu 90 Prozent abgelöst“, freut sich Rappert.

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