Wiesentheid

Das nächste Stück der Umgehung

Es ging auf Mitternacht zu, als Wiesentheids Bürgermeister den Vorhang zur öffentlichen Ratssitzung schloss und die Gemeinderäte ohne Zuhörer weiter berieten.
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Es ging auf Mitternacht zu, als Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier am Donnerstagabend den Vorhang zur öffentlichen Ratssitzung schloss und die Gemeinderäte ohne Zuhörer weiter berieten. Vier Stunden Beratung, dazu zuvor ein einstündiger Ortstermin am gemeindlichen Bauhof lagen hinter dem Gremium, das über manchen brisanten, sowie auch zukunftsweisenden Punkt, zu befinden hatte. Einer derer waren die Entwürfe eines weiteren Stücks zur Umgehung Wiesentheids, eine mögliche Trasse von der Straße nach Geesdorf bis zu der nach Prichsenstadt, im Osten des Marktes.

Den Bau dieser Straße hat Wiesentheid schon im Sinn, genaueres erläuterte Bürgermeister Knaier. Die Kommune erwägt, eine Verbindung von der Auffahrt der B286 bei der Blutbank aus bis auf die Straße nach Prichsenstadt zu schaffen. Das ganze solle in kommunaler Baulast geschehen, die Gemeinde tritt dabei als Bauträger auf. "Wir versprechen uns von der Spange schon eine starke Entlastung", meinte Knaier.

Für die Strecke gilt es, das Biotop am Fasanenbach, also im Bereich des Sees vor dem Gymnasium, möglichst wenig zu tangieren und wenig Ackerland zu durchschneiden. Zum Grundstück des Blutspendedienstes hin ist ein Damm erforderlich.

Ingenieur Alexander Behr von der Planungsschmiede Braun in Würzburg trug verschiedene Varianten vor, die einen Kreisverkehr an der Auffahrt zur B286, sowie beim Treffen auf die Straße nach Prichsenstadt vorsehen. Etwa zwischen dem Ortsende dort und dem Umspannungshaus auf der Anhöhe würde der Anschluss dort hergestellt. Ein Kreisverkehr näher zu Wiesentheid hin, wüedeuten, dass man einen Lärmschutz zur Wohnsiedlung am Weihersbrunnen brauche, so Behr. Ratsmitglied Otto Hünnerkopf wünschte später, dass man diese Variante trotzdem prüfen solle, weil hier am wenigsten Fläche verbraucht würde.

Das Ganze seien erst einmal Entwürfe, so Bürgermeister Knaier. Mit Grundbesitzern habe man noch nicht gesprochen, verneinte er die Frage von Rat Michael Rückel. Als nächstes wolle die Gemeinde das Projekt in einer Bürgerversammlung vorstellen und mit den Bürgern diskutieren, kündigte er an. Dann müsse sich der Gemeinderat für eine Variante entscheiden, sowie über den Grunderwerb verhandeln.

In der Sitzung stellte mit Norbert Schneider ein Bürger die Idee eines Grünpflegekonzepts für Wiesentheid vor. Auf Wunsch der Gemeinde hat der Ingenieur zusammen mit Biologie-Lehrer Matthias Mann und Gemeinderat Otto Hünnerkopf ein achtseitiges Konzept erstellt, das neue Wege zur Pflege der Grünflächen, Gräben und Bäche bietet. Das sei unbedingt notwendig und werde in manch anderen Kommunen bereits verfolgt, meinte Schneider. Wirtschaftlichkeit gehe auch mit Ökologie zusammen, weniger ist bei der Pflege von Grünflächen oft mehr, so der Ingenieur. Dabei gelte es, die Maschinen des Bauhofs und Methoden der Ausführung zu überdenken und gezielter einzusetzen.

Alle Beteiligten sollen einbezogen werden, die Gemeinde solle einen runden Tisch mit der Bevölkerung, Firmen und Vereinen schaffen. "Ich finde das Konzept gut. Wir werden auch unseren Bauhof bei der Ausarbeitung mit einbeziehen", sagte Bürgermeister Knaier. Ratsmitglied Robert Kaiser wies darauf hin, dass man bei umweltgerechter Pflege auch Fördergelder bekommen könne. Sein Kollege Michael Rückel gebot, den Hochwasserschutz noch stärker zu berücksichtigen.



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