KITZINGEN

Das große Abenteuer Musikschule

25 Jahre nach ihrer Gründung hat die Musikschule Kitzingen fast 1000 Schüler.
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Musik macht Spaß. Das gilt schon für die Kleinsten. Die Musikschule Kitzingen feiert heuer ihren 25. Geburtstag.Archivfoto: Familie Knauer Foto: Familie Knauer
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Sie fing ganz klein an, jetzt ist sie die zweitgrößte in kommunaler Hand in ganz Unterfranken. Die Musikschule Kitzingen feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag. Leiterin Sigrun Reder war von Anfang an dabei. Ihre Stellvertreterin Ingrid Guckenberger kam ein Jahr später dazu. Zusammen erinnern sie sich an turbulente Anfangszeiten – und schauen optimistisch in die Zukunft.

Wie viele Kinder und Jugendliche haben Sie im letzten Jahr mit Ihren Angeboten erreicht?

Reder: Fast 1000. Zirka 600 kommen zu unseren Instrumental-Unterrichtsangeboten. Die anderen erreichen wir über die Projektarbeit mit den Schulen und Kindergärten.

Wie war das am Anfang, vor 25 Jahren?

Reder: Da hatten wir im ersten Jahr rund 150 Schüler. Die Zahl hat sich im nächsten Jahr gleich verdoppelt.

Wer hatte die Idee, eine Musikschule in Kitzingen zu gründen?

Reder: Es gab vor uns ja schon eine evangelische Dekanatsmusikschule. Die hatte einen Zuschussantrag an die Stadt gestellt. Dort reifte daraufhin der Gedanke, selbst eine Musikschule zu gründen.

Klingt so einfach ...

Reder: ... war es aber nicht (lacht). Ich erinnere mich noch an den ersten Anruf aus dem Rathaus, was ich denn alles benötige. Ich hatte ja keine Ahnung, also habe ich einfach gesagt, ich bräuchte zunächst mal die Grundausstattung.

Hatten Sie sich um die Stelle der Leiterin beworben?

Reder: Nein, ich bin angerufen und gefragt worden, ob ich mir das vorstellen könne. Eigentlich war ich gerade im Mutterschutz, aber die Aufgabe hat mich sehr gereizt, also habe ich zugesagt.

Und es irgendwann bereut?

Reder: Überhaupt nicht, auch wenn die Anfangszeit hart war.

Warum?

Reeder: Wir mussten quasi bei Null beginnen, neue Lehrkräfte einstellen, attraktive Angebote auf die Beine stellen. Dann meldeten sich viele Kinder aus den umliegenden Gemeinden an.

Ist doch wunderbar.

Reder: Eigentlich schon. Aber die Finanzierung erfolgt durch die Stadt Kitzingen. Die anderen Gemeinden wurden aufgefordert, eine Umlage zu zahlen. Es wurde ein Politikum.

Und jetzt?

Guckenberger: Ist es Sache der Eltern. Wer von auswärts kommt, muss kostendeckend zahlen. Aber es gibt ja zum Glück die Zweigstelle in Iphofen, die ein Jahr später gegründet wurde. Dort werden rund 180 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Iphofen fördert seine Musikschulkinder genauso wie die Stadt Kitzingen.

War die Musikschule gleich ein Teil der Kitzinger Kulturszene?

Reder: Naja, anfangs mussten wir uns schon immer wieder selbst anbieten und in Erinnerung rufen. Wir waren ja etwas ganz Neues. Aber nach und nach haben wir uns in die Köpfe und vor allem die Herzen der Kitzinger gespielt.

Wie viele Auftritte haben Sie im Jahr?

Guckenberger: Etwa 120. Das muss man sich mal vorstellen. Wir sind statistisch gesehen jeden dritten Tag präsent. Bei offiziellen Veranstaltungen und Feierlichkeiten spielen wir. Aber auch in Altenheimen oder beim THW.

Bei so vielen Auftritten brauchen die Musikschüler eine intensive Betreuung. Wie viele Lehrkräfte haben Sie derzeit?

Reder: 22. Für jedes Instrument gibt es einen Spezialisten. Ich bin sehr stolz auf unsere Lehrer. Die Qualität einer Musikschule steht und fällt mit ihren Lehrern.

Worauf achten Sie bei einer Neueinstellung?

Reder: Zum Einen auf die Ausbildung. Alle haben ein abgeschlossenes Musikstudium. Aber noch wichtiger ist mir die Vorbildfunktion, das Einfühlungsvermögen. Wie die Lehrer mit Kindern umgehen können.

Warum ist das so wichtig?

Reder: Den Kindern soll beim Musizieren das Herz aufgehen. Sie sollen auf andere Gedanken kommen, sich entspannen. Ich bin überzeugt davon, dass Musik nicht nur die motorischen und intellektuellen Fähigkeiten von Kindern stärkt, sondern auch deren Seele berührt. Dafür braucht es aber einfühlsame Lehrer. Und die haben wir. Guckenberger: Uns geht es hier ja vor allem um Breitenarbeit. Wir wollen möglichst vielen Kindern ermöglichen, in Kontakt mit der Musik zu kommen. Die Freude zu spüren und gleichzeitig zu lernen, sich in eine Gruppe einzufügen.

Wie wollen Sie das Jubiläum feiern?

Reder: Mit vielen einzelnen Veranstaltungen. Höhepunkte werden der Tag der offenen Tür am 1. April und vor allem das unterfränkische Musikschulfest am 2. Juli sein. Wir erwarten mehr als 20 Schulen. Zwischen 11 und 20 Uhr werden einzelne Gruppen an den öffentlichen Plätzen in der Stadt spielen. Unsere Big Band spielt zum Empfang für Ministerpräsident Horst Seehofer. Guckenberger: Und im November planen wir noch eine Jubiläumsveranstaltung in der Alten Synagoge. Motto: Musik und Mehr.

Das heißt: Die nächsten 25 Jahre können kommen?

Reder: Auf jeden Fall. Wir sind der Stadt sehr dankbar für ihre Wertschätzung und finanzielle Unterstützung. Das große Abenteuer Musikschule Kitzingen wird weitergehen.

Kontakt

Musikschule der Stadt Kitzingen, Kapuzinerstr. 19, Tel. 0 93 21/2 11 60 oder 92 49 06; Fax. 0 93 21/92 49 07

E-Mail: musikschule@stadt-kitzingen.de

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