Kitzingen

Das einsatzreichste Jahr in der Geschichte der Kitzinger Wehr

2018 war für die Kitzinger Feuerwehr ein Jahr mit vielen Aufgaben. In der Bilanz des letzten Quartals berichtet sie von Einsätzen und vom Ärger mit fehlenden Rettungsgassen.
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Den Landeplatz für den Rettungshubschrauber ausleuchten: Auch das gehört zum Aufgabengebiet der Feuerwehr Kitzingen. Foto: Feuerwehr Kitzingen
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2018 war für die Feuerwehr Kitzingen ein arbeitsreiches Jahr. In ihrem Bericht zieht sie Bilanz fürs 4. Quartal. Zu insgesamt 57 Einsätzen mussten die Ehrenamtlichen ausrücken. Spitzenreiter sind mit 13 Alarmierungen die automatischen Brandmeldeanlagen, gefolgt von zwölf Brandeinsätzen. Darunter waren ein Zimmer- und ein Garagenbrand, fünf Kleinbrände und fünf Brandnachschauen.

Auch Verkehrsunfälle hielten die Einsatzkräfte im abgelaufenen Quartal auf Trab. Gleich zwölf galt es zu bewältigen - drei davon ereigneten sich auf den umliegenden Autobahnen. Bei zwei davon mussten die Feuerwehrleute Erfahrungen machen, die gegensätzlicher kaum sein können.

Autofahrer denken nicht an die Rettungsgasse

Bei einem der Einsätze wurde bereits die Anfahrt zur Herausforderung, da die übrigen Verkehrsteilnehmer keine Rettungsgasse bildeten. Da außerdem der Großteil der Fahrer mit ihrem Fahrzeug kaum Abstand zum Vordermann gehalten hatte, war auch ein Rangieren nicht möglich. Die Anfahrt von Feuerwehr und Rettungsdienst verzögerte dadurch um mehr als zehn Minuten. Glücklicherweise hatte in diesem Fall keines der Unfallopfer lebensbedrohliche Verletzungen erlitten, so dass diese Verzögerung ohne ernsthafte Konsequenzen blieb. Bei einem weiteren Unfall hätte eine solche Ignoranz Leben kosten können, schreibt die Feuerwehr.

Im zweiten Fall war ein Auto auf einen Laster aufgefahren; das Auto begann zu brennen, und der Fahrer konnte sich nicht mehr selbst aus seinem Fahrzeug befreien. Mehrere am Unfall unbeteiligte Verkehrsteilnehmer griffen beherzt ein und konnten den Mann sprichwörtlich in letzter Sekunde aus seinem brennenden Wrack retten.

Durch die in diesem Fall gebildete Rettungsgasse waren auch Rettungsdienst und Feuerwehr schnell vor Ort und konnten sich um den Verletzten kümmern und das brennende Auto löschen. Vier weitere Unfälle ereigneten sich außerhalb des Kitzinger Stadtgebietes, bei denen auch ein Toter zu beklagen war, ebenso fünf Unfälle innerhalb der Stadt.

Drehleiter war oft gefragt

Auch überörtlich war die Hilfe der Kitzinger Wehr mit der Drehleiter bei Zimmerbränden in Biebelried und in Mainstockheim gefragt. Die Drehleiter kam auch dreimal zum Einsatz als Tragehilfe für den Rettungsdienst. Dabei diente sie einem möglichst schonenden Patiententransport. Sechsmal rückte die Wehr aus, um dem Rettungsdienst Zugang zu verschlossenen Wohnungen zu verschaffen.

Auch sechs Einsätze zur technischen Hilfeleistung verzeichnete die Wehr im letzten Quartal des Jahres 2018: das Ausleuchten eines Rettungshubschrauber-Landeplatzes, Hilfe für einen Laster, der sich unter einer Brücke festgefahren hatte, und Unterstützung bei der Bergung eines Toten waren darunter. Eine vermeintlich im Main treibende Person sowie zwei Tierrettungseinsätze vervollständigten das Einsatzspektrum.

Mit 283 Einsätzen war das Jahr 2018 das einsatzreichste in der 154-jährigen Geschichte der Feuerwehr Kitzingen – Kriegszeiten ausgenommen –, bilanziert die Wehr. Insgesamt leisteten die Ehrenamtlichen im abgelaufenen Jahr 3471 Einsatzstunden. Dazu kamen noch Übungen und Weiterbildungen.

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