Willanzheim

Das digitale Klassenzimmer: Der Tafeldienst hat ausgedient

Ein neugieriger Blick in ein digitales Klassenzimmer: Wie Schule auf modern geht, zeigt das Beispiel der sanierten Willanzheimer Grundschule.
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In der neuen Willanzheimer Grundschule hat die Tafel ausgedient, das Klassenzimmer wird digital – samt 86-Zoll-Bildschirm. Das freut Schulleiterin Susann Hillgärtner (links), Willanzheims Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert sowie Heinz Dorsch (Schulverband und Seinsheimer Bürgermeister). Foto: Frank Weichhan

Wer heutzutage einen Blick in eine nigelnagelneue Schule wirft, sollte vorher am besten alles vergessen, was er von seiner Schulzeit weiß: Nichts ist mehr, wie es war. So wie in der neuen Willanzheimer Grundschule. Für etwa vier Millionen Euro wurde das Schulhaus in den vergangenen eineinhalb Jahren von Grund auf umgebaut und erweitert. Gewerkelt wurde bis zum Schluss – und ein wenig darüber hinaus.

Zwei Wochen vor Schulbeginn hätte man sich kaum vorstellen können, dass am 10. September der Schulbetrieb mit 83 Kindern in vier Klassen starten kann. Und auch am Montag, dem letzten Ferientag, als ein kleiner Presse-Rundgang und die Einweisung der Lehrer anstanden, brauchte man etwas Phantasie, um sich den Start am folgenden Tag ausmalen zu können.

Komplett digital

Aber: Am Ende war es wie immer, es klappte dann doch. Bei einigem, wie etwa der vom Schulverband Willanzheim beschlossenen neuen Mittagsbetreuung, muss auch in den kommenden Tagen noch Hand angelegt werden. Alles in allem aber ließ sich eines schon gut erkennen: Hier ist ein Schmuckstück entstanden. Viel Holz und viel Glas wurden verbaut. Sogar zwischen den Klassenzimmern gibt es statt Wänden Glasfronten. Der etwas andere Durchblick. Ausgeklügelte Belüftungssysteme. Zimmerdecken mit integriertem Schallschutz. Aus Fluren werden Lernlandschaften. Und natürlich: die komplett digital ausgestatteten Klassenzimmer.

Schulleiterin Susann Hillgärtner hob denn auch hervor, dass "alle ganz neu anfangen". Auch für das Lehrerkollegium fange eine spannende Zeit in den digitalen Klassenzimmern an. "Wir sind", betonte die Schulleiterin, "alle Lernende." Das gilt vor allem für die 86-Zoll-Bildschirme, die die Kreidetafeln ersetzt haben und so ziemlich alles können. Mit dem Finger lässt sich – in verschiedenen Farben – wunderbar darauf schreiben. Natürlich gibt es einen digitalen Radiergummi, falls mal was schief geht. Das Tafelbild lässt sich speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufrufen. Und das ist erst einmal nur die Whiteboard-Funktion – der Alleskönner hat noch einiges mehr auf dem Kasten.

Internet macht's möglich

Beispielsweise kann er sich mit dem Internet verbinden. Googeln ist nunmehr Teil des Unterrichts. Wie eine Eiche aussieht, muss also für die Grundschüler nicht mehr aufwändig auf Papier kopiert werden. Kurz im Internet nachgucken, Baum einkreisen und zack auf den Bildschirm ziehen. Irgendwie scheint alles zu gehen: So kann eine Kamera alles vom Lehrertisch, auf dem inzwischen ein Notebook steht, auf den Bildschirm übertragen. Die Frage nach dem Tafeldienst stellt sich heutzutage jedenfalls nicht mehr. Kreidetafeln befinden sich lediglich noch im Werkraum und in der Mittagsbetreuung – dort wird in Zukunft der Speiseplan ausgehängt.

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