KITZINGEN

Das Plündern des Altkleidercontainers

Nachts, kurz vor 1 Uhr in Hoheim. Die Aktivitäten in dem Kitzinger Stadtteil halten sich um diese Zeit in Grenzen. Weshalb den jungen Leuten, die mit dem Auto gerade nach Hause kommen, sofort ins Auge fällt, dass am Altkleidercontainer ein Auto steht, in dem sich vier Männer befinden.
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Symbolfoto Altkleider-Container. Foto: Foto: Klaus Vogt

Nachts, kurz vor 1 Uhr in Hoheim. Die Aktivitäten in dem Kitzinger Stadtteil halten sich um diese Zeit in Grenzen. Weshalb den jungen Leuten, die mit dem Auto gerade nach Hause kommen, sofort ins Auge fällt, dass am Altkleidercontainer ein Auto steht, in dem sich vier Männer befinden.

Die Heimkehrer wundern sich über das nächtliche Treiben. Sie drehen eine weitere Runde und stellen sich – weil das Auto mit den vier Männern immer noch da ist – 300 Meter entfernt an einen Feldweg, um zu beobachten, was da vor sich geht.

Die Sache ist eindeutig: Zwei der vier Männer schleppen Sachen vom Container zum Auto. Da plündert gerade jemand den Altkleidercontainer – die Zeugen des Diebstahls wollen das nicht auf sich beruhen lassen. Als die Diebe davonfahren, heften sich die jungen Leute an ihre Fersen, lesen das Autokennzeichen ab und fahren dann zurück, um den Tatort zu inspizieren. Der Container ist tatsächlich aufgebrochen. Geknacktes Schloss, leerer Container – die jungen Leute verständigen die Polizei.

Die vier Täter sind schnell ermittelt: Ein Vater mit seinen 16 und 19 Jahre alten Söhnen sowie ein Bekannter der Familie. Das Quartett besorgt sich die Altkleider scheinbar, um sie in die frühere Heimat nach Rumänien zu schicken.

Seltsame Strategie

Gegen die beiden älteren Männer gab es wegen des Diebstahls bereits Verfahren vor dem Kitzinger Strafrichter – die jeweils mit einem Schuldspruch und Verurteilungen endeten. Die beiden Söhne müssen sich jetzt vor dem Kitzinger Jugendrichter Wolfgang Hülle verantworten – und fahren dabei eine seltsame Strategie. Ihre Einlassungen: Sie hätten dem Bekannten der Familie einen Gefallen getan und ihm geholfen, Altkleider seiner Ex zu entsorgen. Dass es da zwei Vorverurteilungen gibt, dass neutrale Zeugen vorhanden sind, dass die Container leer waren – irgendwie interessiert das die beiden Angeklagten nicht. Sie bleiben stur bei ihrer Behauptung, nichts geklaut zu haben.

Während der jüngere Bruder erstmals auf der Anklagebank sitzt, weist der drei Jahre Ältere schon eine gewisse Erfahrung auf: Nur wenige Tage vor dem Altkleider-Klau hatte er aus einem Büro ein iPad im Wert von 339 Euro entwendet, war erwischt worden und hatte dafür neben 200 Euro Geldstrafe auch 30 Stunden Hilfsdienste verpasst bekommen. Da die Stunden noch nicht abgeleistet sind, fließen sie nun in den aktuellen Fall mit ein. Der 19-Jährige muss, so das Urteil des Jugendrichters, insgesamt 140 Stunden ableisten, der 16-Jährige kommt mit 60 Stunden davon.

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