WIESENTHEID

Das Internat als zweite Heimat für Tschechen, Ägypter oder Israeli

Immer mehr ausländische Eltern ziehen für ihr Kind eine bayerische Internatserziehung in Betracht. Deshalb erkundeten russische Schüler aus Moskau mit sieben Lehrern Gymnasium und Internat des Steigerwald-Landschulheims Wiesentheid.
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Besuch aus Moskau: Schulleiter Hilmar Kirch und Internatsleiter Elmar Halbritter vom Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid im Kreis von 23 russischen Schülern und sieben Lehrerinnen. Foto: Foto: A. Weiss

Immer mehr ausländische Eltern ziehen für ihr Kind eine bayerische Internatserziehung in Betracht. Deshalb erkundeten russische Schüler aus Moskau mit sieben Lehrern Gymnasium und Internat des Steigerwald-Landschulheims Wiesentheid.

Die Gäste suchen ein öffentliches Gymnasium, das sich auf die individuellen Stärken und Schwächen, die Begabungen und Interessen einstellen kann und will, so die Mitteilung des Landschulheims.

Schulleiter Hilmar Kirch stellte die Zweige des Gymnasiums Wiesentheid vor. Besonders interessierte das naturwissenschaftlich-technologische Gymnasium, da dies der Moskauer Schulsituation stark entspreche. Das soziale Engagement der Wiesentheider sozialwissenschaftlichen Schüler zusammen mit der Lebenshilfe Kitzingen und der Seniorenresidenz Wiesentheid war eine völlig neue Erfahrung.

Auch die Information, dass gerade Schüler des sprachlichen Gymnasiums Englisch, Latein, Französisch und als vierte Fremdsprache noch Spanisch lernen, überraschte die russischen Jugendlichen. Im Schulalltag wurden jeweils zwei bis drei russische Schüler auf verschiedene Klassen aufgeteilt.

Die Weltoffenheit und Freundlichkeit der Wiesentheider Schüler habe auch die russischen Lehrer beeindruckt. „Alle Gäste haben bemerkt, dass am Wiesentheider Gymnasium eine Atmosphäre der Freundlichkeit und des Vertrauens herrscht“, stand in einer E-Mail aus Moskau, verbunden mit einem Dankschreiben. In den Fachräumen, Computerräumen und in der Bibliothek seien moderne technische Ausstattung und Sauberkeit bestaunt worden.

Internatsleiter Elmar Halbritter erläuterte den Weg in das Wiesentheider Internat, auch für Ausländer.

Wie in anderen Internaten des Zweckverbandes Bayerische Landschulheime seien die Schüler in Wiesentheid international. Hier sind die Partnerschaften außergewöhnlich: mit Schulen in Lyon (Frankreich), im tschechischen Liberec (Reichenberg), in Nowograd-Wolhynsk in der Ukraine und in Jerusalem. Von dort waren bereits Schüler im Wiesentheider Internat.

Beim Gang durch das Internat konnten sich die Gäste auch auf russisch mit Internatsschülern unterhalten und waren erstaunt, auch auch auf Tschechen, Ägypter oder Israeli zu treffen. Für viele Schüler sei das Landschulheim Wiesentheid während der wichtigen Jugendjahre ein zweites Zuhause.

Spontan fragte die begleitende russische Deutschlehrerin nach den Möglichkeiten für ein Praktikum. So hospitieren seit langen Jahren ausländische Deutschlehrer gerade aus dem ehemaligen Ostblock in Wiesentheid. Finanziert werden diese Aufenthalte durch den pädagogischen Austauschdienst der deutschen Kultusministerkonferenz.

Für das Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid gibt es bereits wieder zwei Anfragen, aus Tschechien und der Ukraine. Auch diese Verbundenheit in den Osten erfreute die russischen Gäste, so Schulleiter Hilmar Kirch.

Die Gäste aus Moskau steuerten als nächstes Ziel nach Wiesentheid die europäischen Institutionen in Straßburg an.

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