ESCHERNDORF

Das Gleichbehandlungs-Prinzip als oberste Maxime

Spricht man in Escherndorf von der Winzergenossenschaft, kommt man am Namen Gotthard Römmelt nicht vorbei. Aus gutem Grund: Die Begeisterung für den Weinbau und das Genossenschaftswesen wurde dem 57-jährigen Weinbaumeister förmlich in die Wiege gelegt.
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Winzer mit Leib und Seele: Weinbaumeister Gotthard Römmelt aus Escherndorf,. Foto: Foto: Walter Braun

Spricht man in Escherndorf von der Winzergenossenschaft, kommt man am Namen Gotthard Römmelt nicht vorbei. Aus gutem Grund: Die Begeisterung für den Weinbau und das Genossenschaftswesen wurde dem 57-jährigen Weinbaumeister förmlich in die Wiege gelegt. „Unsere Familie war seit Urzeiten genossenschaftsgeprägt und ist von diesem Konzept überzeugt“, betont Römmelt.

Kürzlich legte er noch vor der Hauptversammlung der 33-Mann starken Winzergemeinschaft sein Amt als Vorsitzender nieder. „Es hat Beschlüsse gegeben, die ich nicht verantworten konnte. Deshalb habe ich auch die Bilanz nicht unterschrieben“, lautete Römmelts Begründung gegenüber dieser Zeitung.

Doch damit soll es auch gut sein. Der Genossenschaftler mit Leib und Seele wünscht seinem Nachfolger Michael Sauer Erfolg. Letztendlich mit der Maxime, durch die Auszahlungen die Existenz der Mitglieder langfristig abzusichern.

Im Gespräch blickt der Weinexperte auf seine langjährige Tätigkeit im Genossenschaftsbereich zurück. Von 1985 bis 1997 gehörte er als Vorstandsmitglied der GWF Repperndorf an. Hierbei galt es, nicht nur die Interessen der Escherndorf Winzer wahrzunehmen. Zuständig war Römmelt auch für die Abrechnung der Traubengeldauszahlungen.

„Existenzsicherung“ und das „Gleichbehandlungsprinzip“ sind seine Maxime. Das galt weiter, als man in der Lump-Gemeinde 1997 eine eigene Genossenschaft aus der Taufe hob. Die kleinste Genossenschaft des Landkreises zählte anfangs sieben Mitglieder. Mittlerweile ist der Name „Bocksbeutel-Hof“ zu einem Gütebegriff nicht nur in Franken geworden. Auch Dank des Kooperationspartners Divino Nordheim mit Kellermeister Ernst Braun. Ihm seien laut Römmelt die Erfolge bei Prämierungen zu verdanken: Genannt seien der „beste Silvaner der Welt“, ein Award bei der Wine-Challenge in London mit einer Silvaner Auslese, „Best of Gold“ für einen Silvaner Kabinett Träger der Auszeichnung “Best of Gold. „Und bei bei den Fränkischen Weinprämierungen hatten wir immer wieder Preisträger“.

Darauf ist der scheidende Vorsitzende stolz. Oder darauf, dass die Genossenschaft immer wieder mit Spitzenleistungen bei der Traubengeld-Auszahlung aufwarten konnte. „Ohne mein Fachwissen und unser Familien-Kapital würde es heute eine WG Escherndorf nicht geben“, bilanzieert Gotthard Römmelt, will aber weder sich noch seine Familie in den Vordergrund gestellt sehen.

Sein Fachwissen ist geschätzt: Kürzlich wurde er wieder in den Arbeitskreis „Weinbau“ des Fränkischen Weinbauverbandes berufen, wo er seit über 25 Jahren vertreten ist. Römmelt ist auch Ortsobmann und Vorsitzender des Gasthauses „Zur Krone e. G“, der ältesten Restaurantgenossenschaft Bayerns. Für die Zukunft wünscht er sich, dass es den Escherndorfer Winzern gut gehen möge und sie sich keine Existenzsorgen machen müssen.

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