SCHWEINFURT/LANDKREIS KITZINGEN

Das Flair des Eisenbahnfahrens vermitteln

Bei dem Gespräch 2009 auf der Mainfranken-Messe zwischen Wolfgang Schramm und Thomas Benz von der Mainschleifenbahn Volkach und Karsten Eck, Geschäftsführer des Zweckverbandes Freilandmuseum Fladungen, ging es darum, „etwas Gemeinsames zur Stärkung des Bahnfahrens in Unterfranken zu unternehmen“.
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Lok 98886 ist dampfbereit: 1924 wurde die Maschine von der Lokomotivenfabrik Krauß & Comp. als Bayerische GtL 4/4 erbaut. Hinter dieser Bezeichnung steht Güterzugtenderlokomotive mit vier Treib- und Kuppelachsen sowie vier Achsen insgesamt. Foto: Fotos: Peter Federlein/Hannes Helferich
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Bei dem Gespräch 2009 auf der Mainfranken-Messe zwischen Wolfgang Schramm und Thomas Benz von der Mainschleifenbahn Volkach und Karsten Eck, Geschäftsführer des Zweckverbandes Freilandmuseum Fladungen, ging es darum, „etwas Gemeinsames zur Stärkung des Bahnfahrens in Unterfranken zu unternehmen“.

Es blieb nicht bei Worten und der Idee, sondern es kam zur Gründung der Interessengemeinschaft „Eisenbahnerlebnis Unterfranken“. Der gehörten zu Beginn neben Mainschleifenbahn und Freilandmuseum schnell auch die DB Regio Franken und die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte – Eisenbahnmuseum Würzburg (DGEG) an. Zwischenzeitlich sind die Erfurter Bahn und Eisenbahnfreunde Westfrankenbahn Amorbach hinzugekommen.

Ziel der IG „Eisenbahnerlebnis Unterfranken“ ist es, Jung und Alt „das unvergleichliche Flair des Eisenbahnfahrens in modernen wie in historischen Fahrzeugen näherzubringen“, sagte Eck bei einer Pressekonferenz. Die fand zu einem etwas ungewöhnlichen Zeitpunkt an einem ungewöhnlichen Ort statt: am Ostermontagmorgen in einem Zugabteil der Erfurter Bahn. Das allerdings hatte einen triftigen Grund: Die IG präsentierte ihren aktuellen Flyer, in dem alle mittlerweile sechs Mitglieder sich und ihre Angebote vorstellen. Außerdem waren die Teilnehmer zu einer Fahrt ins Freilandmuseum eingeladen.

Was wird angeboten? Mit dem historischen Schienenbus macht die Mainschleifenbahn besonderes Bahnfahren möglich; den Traum, mit einem Dampfzug zu fahren, erfüllen die DGEG Würzburg und das Freilandmuseum. Die DB Regio und die Erfurter Bahn wiederum fungieren als „umweltfreundliche und stressfreie Zubringer“, sagte Eck.

Das Rhön-Zügle wiederum hat viel mit Schweinfurt zu tun, zieht es doch die Dampflokomotive mit der Nummer 98 886 aus dem Jahr 1924. Die Lok stand viele Jahre auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs und wurde auf Initiative des einstigen, mittlerweile verstorbenen Rhön-Grabfeld-Landrats Dr. Fritz Steigerwald vom Schweinfurter Sockel geholt und damit auch vor dem Verfall gerettet. Sie wurde in Meiningen auf Vordermann gebracht und fährt mittlerweile als „Rhön-Zügle“ auf der Strecke Mellrichstadt-Fladungen und zurück.

Die Stadt Schweinfurt hat die „98 886“ als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, wofür sich die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Karin Renner (Bad Kissingen) am Ostermontag ausdrücklich bedankte.

Die Nebenbahnstrecke Fladungen-Mellrichstadt war 1987 stillgelegt worden. 1996 erfolgte die Wiedereröffnung des Teilstücks Ostheim-Fladungen. Im Jahr 2000 wurde die Museumsbahn dann nach langen Verhandlungen an den Bahnhof Mellrichstadt angeschlossen.

Das Rhön-Zügle – den Bahnbetrieb sichern die Eisenbahnfreunde Untermain – bezeichnete Renner als festen Bestandteil der Museumskonzeption. „In der Tat ist es in Deutschland einmalig, dass an ein Freilichtmuseum ein Bahnbetrieb mit fahrtüchtigen historischen Dampfloks angeschlossen ist“, sagte Renner. Die Dampflok 98 886 ist 2012 an einem Dutzend Fahrtagen auf der Museumsbahnstrecke unterwegs. Ergänzt werden diese Fahrten durch 13 Zubringertouren der Erfurter Bahn mit dem Unterfrankenshuttle und durch andere historische Dampfsonderzüge wie die Rennsteigbahn.

Schweinfurts Bürgermeisterin Kathi Petersen, Erfurter-Bahn-Geschäftsführerin Heidemarie Mähler und Fladungens Bürgermeister Robert Müller – stellvertretend für weitere anwesende Bürgermeister aus Orten entlang der Strecke Schweinfurt-Fladungen – sprachen kurze Grußworte. Der Ostermontagszug konnte deshalb ab „SW Hbf“ pünktlich um 10.06 Uhr ins Freilandmuseum aufbrechen. Dort gab es eine Führung, zurück nach SW kamen die Ausflügler um 17.55 Uhr.

Eine Mellrichstädter Delegation nutzte den Termin zur Ankündigung des Dritten Bahnhoffestes in Mellrichstadt am Sonntag, 13. Mai. Es gibt dabei unter anderem Pendelfahrten mit dem Rhön-Zügle nach Ostheim/Rhön und zurück. Weitere Infos dazu unter www.mellrichstadt-rhoen.de/kalender . Den Flyer gibt es bei allen Beteiligten. Details über die IG Eisenbahnerlebnis Unterfranken und die Angebote ihrer Mitglieder im Internet unter www.eisenbahnerlebnis-unterfranken.de

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