Schwarzach

Damoklesschwert schwebt über Schwarzach

Der Markt Schwarzach a. Main plant in diesem Jahr etwa 4,6 Millionen Euro in Hoch- und Tiefbaumaßnahmen zu investieren
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Startschuss für die Neugestaltung des Platzes vor dem Torhaus der Abtei in Münsterschwarzach soll im Herbst fallen. Foto: Peter Pfannes

Der Markt Schwarzach a. Main plant in diesem Jahr etwa 4,6 Millionen Euro in Hoch- und Tiefbaumaßnahmen zu investieren. Davon wurden rund 2,6 Millionen Euro als Haushaltsausgabereste aus den Vorjahren übernommen. Dickster Brocken im Investitionsprogramm ist die Generalsanierung der Volksschule Schwarzacher Becken, die in den kommenden drei Jahren 9,4 Millionen Euro verschlingt. In seiner Sitzung am Dienstag verabschiedete der Marktgemeinderat einstimmig den Haushalt 2019 und die mittelfristige Finanzplanung bis 2022.

Das Gesamtvolumen des Haushalts liegt bei 12,6 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 9,3 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt 3,3 Millionen Euro. Kämmerer Martin Pfriem plant in seinem Zahlenwerk eine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Nach Abzug der planmäßigen Tilgungsleistungen im Vermögenshaushalt verbleibt eine freie Finanzspanne für Investitionen von knapp einer Million Euro. Eine Neudarlehensaufnahme ist laut Pfriem in diesem Jahr noch nicht notwendig. Allerdings müssen aus den allgemeinen Rücklagen der Gemeinde knapp 600 000 Euro entnommen werden, um die Kostenlast zu stemmen.

Für das Jahr 2020 sieht der Finanzplan die Aufnahme eines Darlehens über 2,5 Millionen Euro für die Generalsanierung der Grundschule vor. Während in diesem Jahr die Pro-Kopf-Verschuldung noch bei etwa 230 Euro liegt, wird sie im kommenden Jahr durch die Kreditaufnahme drastisch auf 930 Euro je Einwohner ansteigen. Damit liegt Schwarzach dann weit über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden. Dieser beträgt aktuell 601 Euro. Die Rücklagen – aktuell 3,3 Millionen Euro – werden bis 2022 bis auf die Mindestpflichtrücklage von 89 000 Euro größtenteils aufgebraucht. "Die fetten Jahre sind vorbei", prophezeite Bürgermeister Volker Schmitt.

Nach der Generalsanierung der Schule ist die Neugestaltung des Platzes vor dem Torhaus der Abtei in Münsterschwarzach mit 320 000 Euro die zweithöchste Ausgabe. Weitere Ausgaben im sieben- und sechsstelligen Bereich sind Restkosten für die Erweiterung des Kindergartens St. Felizitas in Münsterschwarzach mit 1,25 Millionen Euro, Erschließungskosten für das Baugebiet Etterswasen II (200 000 Euro), Bauarbeiten an Bächen mit neuen Retentionsflächen (140 000 Euro) sowie der Ausbau der Ortsdurchfahrt Düllstadt im Rahmen der Dorferneuerung (100 000 Euro). Pfriems Fazit mit Blick auf die sparsame Haushaltsführung der vergangenen Jahre: "Nur aufgrund der derzeit guten Finanzlage der Marktgemeinde ist die Planung und Ausführung derart großer Vorhaben überhaupt realisierbar."

Die Kosten des Verwaltungshaushalts werden vor allem durch Einkommenssteuer (2,4 Millionen Euro), Schlüsselzuweisungen (940 000 Euro) und geplante Einnahmen aus der Gewerbesteuer (765 000 Euro) gedeckt. Um beim Abwasser das zu erwartende Defizit auszugleichen, empfahl Pfriem eine Gebührenerhöhung ab Dezember 2019. Auch bei den Friedhofsgebühren legte er den Ratsmitgliedern ans Herz, über eine "moderate" Erhöhung nachzudenken.

Bürgermeister Schmitt ging auf die positive Entwicklung der Marktgemeinde in den vergangenen Jahren ein, darunter den nicht unerheblichen Schuldenabbau von 1,3 Millionen Euro. "Es ist der zweitgrößte Haushalt, den Schwarzach jemals zu schultern hatte", so das Gemeindeoberhaupt. Die letzten Monate seien arbeitsreich gewesen: "Wir hatten teilweise bis zu fünf Baustellen." Das nächste Jahr sieht Schmitt noch dramatischer: "Mit Beginn der Schulsanierung schwebt über uns das Damoklesschwert." Als sehr erfreulich bewertet der Bürgermeister die Entwicklung bei der Einkommensteuer – eine Steigerung um 500 000 Euro.

Weitere Themen:

Zugestimmt hat der Gemeinderat dem Jahresbetriebsplan für den Forst und der Jahresbetriebsnachweisung für das Wirtschaftsjahr 2019. Der neue Revierförster Andreas Hiller, Nachfolger von Max Bartholl, stellte sich dem Gremium und den Jahresbetriebsplan mit Einnahmen und Ausgaben von etwa 34 000 Euro vor. In diesem Jahr fanden hauptsächlich Rodungsarbeiten im Klosterweg in Düllstadt statt.

Im Neubaugebiet Gerlachshausen Südwest werden von der Schweinfurter Straße aus zwei öffentliche Flurwege gebaut, um die in zweiter Reihe liegenden Grundstücke zu erschließen. Die Wege stehen in der Baulast der Marktgemeinde. Das Gremium stimmte einhellig zu.

Die Kreisstraße Kt 11 (Schweinfurter Straße) erhält zwischen dem Lang-Haus in Stadtschwarzach und dem Großen Parkplatz in Münsterschwarzach eine neue Asphaltdecke. Laut Schmitt dauern die Arbeiten in den ersten beiden Augustwochen drei Tage.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.