Zum 15. Mal lud Braumeister Sebastian Rank am Freitag zum Tag des Bieres in die Brauerei Düll nach Gnodstadt ein. Der Termin ist längst fester Bestandteil im Terminkalender vieler Landkreisbürger, denn Rank schafft es immer wieder, mit prominenten Festrednern aus der CSU zu überraschen."Unter einem Minister macht er es doch gar nicht mehr" scherzte ein Stammgast beim Fest.

"Vor 20 Jahren hatten wir im Brauereiverband die Idee, mal was Besonderes zum traditionellen Tag des Bieres auf die Beine zu stellen", erinnert sich Sebastian Rank im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Rest der Erfolgsgeschichte ist schnell erzählt: Ausgebrütet hat er die Sache mit dem damaligen Landtagsabgeordneten Franz Brosch. "Wir feierten die ersten paar Mal noch in unserem Saal über der Wirtschaft und suchten nach einem Festredner", erzählt Rank. Bereits 1998 konnte ein Staatssekretär dafür gewonnen werden, es folgte schon 1999 der erste bayerische Minister, Hans Spitzner. Dann kamen unter anderem Michael Glos, Thomas Goppel, Günther Beckstein, Monika Hohlmeier und Markus Söder - um nur die Bekanntesten zu nennen. Längst reichte der Festsaal für die vielen Besucher nicht mehr aus und man zog mit Sack und Pack in die Maschinenhalle, die immerhin 400 Personen fasst und am Freitag gerade ausreichte, die Gäste mit Sitzplätzen zu versorgen.


Dank an Hünnerkopf



Dank zollt Rank dem Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf, der jedes Jahr wieder für die Veranstaltung in München trommelt und immer wieder für einen Überraschungsgast verantwortlich zeichnet. Diesmal brachte er die Bayerische Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christine Haderthauer, mit. Pünktlich um 20 Uhr trat sie an das Rednerpult und zeigte von Anfang an unmissverständlich auf, dass Reden vor einem Publikum genau ihre Sache ist.

1962 im hohen Norden Deutschlands geboren, kam sie als Kind mit eineinhalb Jahren nach München, studierte, promovierte und heiratete später in Würzburg, wie sie eingangs verriet. Diese Lebensstationen prägten auch ihre Sprache, die an Klarheit und Geschliffenheit nur aus dem Norden kommen kann, den warmen Dialekt, der immer wieder einfloss, hat sie allerdings aus Bayern. Und ihr Aufruf "Wir können mal wieder Prosttrinken" kam natürlich bestens an.


Stille im Festsaal



Haderthauer schaffte es von Anfang an, klassische Frauen-Themen wie Familie, Kinder, Kinderbetreuung, Betreuungsgeld, Ehe, Familie und Pflege an "den Mann/Frau" zu bringen. Zeitweise war es mucksmäuschenstill im Festsaal, als die Ministerin sprach. "Es werden nie wieder so viele Steuern und Sozialabgaben bezahlt wie von unserer Generation", sagte sie zum Beispiel. Und "der Staat geht nie ein Unternehmerrisiko ein. Die Unternehmer müssen wieder Lust bekommen zu investieren". "Wir brauchen Praktiker mit sozialer Intelligenz, keine Theoretiker", lauteten weitere Schlagworte.

Interessante Zahlen nannte sie am Rande: "Wir finanzieren Wowereits Partys in Berlin mit einer Milliarde bayerischem Geld ". Die Zuhörer erfuhren auch, dass ein Krippenplatz den Steuerzahler bei uns 1000 Euro im Monat koste, der Elternanteil betrage nur zehn Prozent. Vom Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Einjährige hält sie genauso wenig wie davon, den Eltern die 150 Euro Bargeld für eigene Betreuung nicht auszuzahlen: "Liebe Leut, wo sammer denn?" Dass sie mit ihren Aussagen bei den Zuhörern ganz richtig lag, bewies die schier endlose Schlange der Frauen aus dem Saal, die ihr nach der Rede die Hand drücken wollten. Zweimal blies die Ministerin zum Aufbruch und brach doch wieder ab: Da noch ein paar Worte, da noch eine Umarmung, dann gings noch mal geschwind auf die Bühne, um die Rodheimer Musikanten zu dirigieren. Klar war nach zwei Stunden Vollgas wohl jedem: Christine Haderthauer ist eine Powerfrau.