DETTELBACH

Chefsessel daheim schon besetzt

Dettelbachs Realschul-Direktor Werner Dünisch ist verabschiedet worden. Er geht mit 64 nach 41 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zum Abschied eine Torte: Werner Dünisch (links) erhielt von den Lehrern beim Abschied als Schulleiter der Realschule Dettelbach eine Torte, ein großes Bild, viele kleine Bocksbeutel mit den Konterfeis der Kollegen und einen Hotelgutschein. Foto: Foto: Guido Chuleck

Sybille Engel, pensionierte Lehrerin aus Massbach, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Sie war es, die einen damaligen Grundschüler in einer Dorfschule mit drei Jahrgangsstufen in einem Klassenzimmer fit gemacht hatte für die Aufnahmeprüfung am Gymnasium Schweinfurt – damals musste noch jeder diese Prüfung machen. „Vielen Dank, dass du mich auf die richtige Spur gebracht hast“, sagte Werner Dünisch, jener ehemalige Grundschüler. Diese dankbaren Worte gehörten mit zu Dünischs Abschiedsrede, denn am Dienstagmittag wurde der 1951 geborene Dünisch nach 41 Jahren Schuldienst, zuletzt als Direktor der Realschule Dettelbach, in den Ruhestand verabschiedet.

Lob von allen Seiten

In seiner Verabschiedung konnte Horst Karch, Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Unterfranken, gar nicht genug Superlative für Dünisch finden. Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt und dem Studium von Germanistik und Geschichte in Würzburg verschlug es den Referendar Dünisch über München, Coburg und Miltenberg nach Ochsenfurt. Mehrere Jahre lang tauschte er den aktiven Lehrerdienst mit einem „Job“ als Referent für Ministerialbeamte, bevor er als Schulleiter vor sechs Jahren die Realschule Dettelbach übernahm.

„Beispielhaftes Lehrgeschick“, „ausgezeichnete Erfolge“, „ein bemerkenswertes pädagogisches Engagement“ – Karchs Rede war mit derlei Formulierungen voll des Lobes für den künftigen Ruheständler. Dünisch habe die Schule weiterentwickelt und sie sei mit ihren 440 Schülern in 18 Klassen aus der Bildungslandschaft Unterfrankens nicht mehr wegzudenken.

Auch Landrätin Tamara Bischof, die zum zweiten Mal in ihrer Dienstzeit einen Leiter der Realschule Dettelbach verabschiedete, lobte den scheidenden Direktor in den höchsten Tönen. Selbst wohnt sie nur einen Steinwurf von der Schule weg, „und da bekomme ich ganz oft mit, was da alles an der Schule los ist“. Die Zusammenarbeit sei „vollkommen unkompliziert“ gewesen. „Durch Ihre Arbeit haben Sie den Ruf dieser Schule gestärkt und sie gehört mit zum Vorzeigelandkreis als Bildungslandschaft.“

Von einer „sehr angenehmen Atmosphäre“ sprach Dettelbachs Bürgermeisterin Christine Konrad. Eine Schule sei für eine Stadt eine wichtige Infrastrukturmaßnahme, nach der Bauwillige ihren Lebens- und Wohnort aussuchen würden. Als Gast vieler Veranstaltungen habe sie die positive Atmosphäre jederzeit gespürt. „Sie haben diese Schule positiv befruchtet.“

Andrea Dietl, Vorsitzende des Elternbeirates, lobte die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ zwischen Eltern und Direktor und wünschte ihm für seinen Ruhestand, dass er seine vielen Ideen auch umsetzen könne. Die drei Schülersprecher Lena Link, Annelie Schmidt und Stefan Ringelmann klopften in ihrer Rede die Wünsche, die sie vor sechs Jahren an den damals neuen „Direx“ gerichtet hatten, der Reihe nach ab: „Alles erfüllt“. Den Clou lieferten die Lehrer mit ihrem umgedichteten „Im Wagen vor mir“. Der Text war mit der exakt richtigen Dosis an liebevollen Frechheiten versehen, die man sich dann erlauben darf, wenn die Chemie stimmt.

Als Abschiedsgeschenk gab es neben einem Gutschein für Werner Dünisch und seine Frau Sonja ein Wochenende in einem Golfhotel sowie viele kleine Bocksbeutel, Jahrgang 2009, versehen mit den Bildern der einzelnen Lehrer. So könne er sich überlegen, welchen Kollegen er sich abends zur Brust nehmen wollte.

Reisen rund um die Welt

Dünisch selbst war angesichts des Abschieds mehr als gerührt. Nun, sagte er augenzwinkernd, beginne seine „familiäre Resozialisierung, wobei der Chefsessel daheim schon von meiner Frau besetzt ist“. Das viele erhaltene Lob gab er umgehend wieder an die Redner zurück und er durfte in seinen 41 Jahren viele Facetten von Schule miterleben und erfahren.

Sein Herz schlug stets für die Schüler, denen er im kommenden Jahresbericht einige Zeilen widmen wird. „Auf den einen oder anderen Blödsinn hättet ihr zwar gut verzichten können, aber die Realschule kann stolz sein, solche Schüler wie euch zu haben.“ Die Pensionszeit verbringen Dünischs mit Reisen rund um die Welt, fernab von Schule, zu den Kindern nach Singapur und Savannah.

Der neue Schulleiter wird ab 1. August Stefan Wolbert sein, aktuell noch Konrektor der Richard-Rother-Realschule in Kitzingen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.