Obervolkach

Chaos in Obervolkach: Ausweichverkehr verärgert Anwohner

Wegen Bauarbeiten ist die Strecke Volkach – Gaibach gesperrt. Viele Verkehrsteilnehmer, darunter Laster, pfeifen auf die Umleitung. In Obervolkach geht's deshalb brisant zu.
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Wegen des Ausweichverkehrs, der die offizielle Umleitungsstrecke meidet, geht es an der kurvenreichen Ortseinfahrt von Obervolkach aus Richtung Gaibach derzeit sehr eng zu. Foto: Peter Pfannes
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Sei Anfang dieser Woche laufen die Bauarbeiten an der Staatsstraße zwischen Volkach und Gaibach. Am südlichen Ortsausgang von Gaibach wird eine Querungshilfe in die Fahrbahn eingebaut. Zusätzlich lässt das Staatliche Bauamt Würzburg rund 100 Meter Fahrbahn instand setzen. Beides soll Sicherheit und Komfort im Straßenverkehr erhöhen. An anderer Stelle verursacht das jedoch Ärger.

Denn während der Bauarbeiten ist die viel befahrene Strecke Volkach – Gaibach für den Verkehr gesperrt. Ausgeschildert ist eine Umleitung, die Autos und Laster großräumig ab Kolitzheim Richtung B 286 bis nach Gerolzhofen und von dort nach Volkach führt. Für den Verkehr Richtung Schweinfurt, gilt ab Volkach dieselbe Umleitungsstrecke, nur umgekehrt. Doch wie so oft halten sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die angezeigte Umleitung und fahren – vom Navi gelotst – die kürzeste Ausweichroute. Und das ist die Strecke Gaibach – Obervolkach. Die Ortsdurchfahrt von Obervolkach, mit mehreren sehr engen Kurven, ist so zum Nadelöhr geworden.

Gefahr für Fußgänger

Vor allem, wenn große Laster sich durch den Ort quälen, kommt es bei Gegenverkehr zu teils chaotischen Szenen. Kurven werden geschnitten und die Gehwege mit den schweren Reifen überfahren. Für Fußgänger eine große Gefahrenstelle. Die Laster fahren teilweise einen Meter an den Fenstern der Anlieger vorbei.

Anliegerin Monika Staudt wohnt mit ihrer Familie unmittelbar am Ortseingang von Gaibach kommend. Zwischen Straße und Fenster ist ein Streifen von einem Meter. Sie schildert die Situation: "Die Laster fahren sehr schnell in den Ort. Dann müssen sie wegen der Kurve stark abbremsen, direkt vor unserem Wohnzimmer." Das Chaos beginnt um 5.30 Uhr. "Da haut es einen aus dem Bett." Zu Stoßzeiten, früh und abends, sei es besonders schlimm. "Da können wir mit unserem Auto so gut wie nicht aus unserer Hofausfahrt herausfahren." Bei Gegenverkehr müssen die Laster mit ihren Anhängern oft rückwärts fahren, weil es so eng ist, hat Staudt beobachtet.

Warum nicht in den Ferien?

Eine Anliegerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, erzählt: "An den Kurven im Ort ist es momentan durch den enormen Verkehr ganz schlimm. Unsere Ortsdurchfahrt hätte man wegen der Umleitung für den Schwerlastverkehr sperren müssen." Wer aktuell – wie sonst üblich – in der Landsknechtstraße parkt, löse Stau und Chaos aus. "Es geht echt bös zu", findet die Anwohnerin und hofft, "dass dieser Stress bald herum ist". Sie versteht nicht, warum diese Baumaßnahme nicht in den Herbstferien erledigt wurde. "Da fuhren wenigstens keine Schulbusse."

Auf Nachfrage dieser Redaktion beim Staatlichen Bauamt berichtet der für den Landkreis Kitzingen zuständige Gebietsinspektor, Thomas Endres, dass die Arbeiten eigentlich am 28. Oktober, also mit Ferienbeginn, hätten starten sollen. Die Baufirma habe aber eine Woche später begonnen, jedoch zugesichert, trotzdem wie ursprünglich vorgesehen bis 15. November fertig zu werden. Aktuell sieht alles danach aus, als ob dieser Zeitplan eingehalten wird.

Laster sind nicht einfach auszusperren

Beschwerden über Probleme mit dem Umleitungsverkehr sind bei Endres nicht aufgeschlagen. Warum die Strecke Gaibach – Obervolkach nicht für Laster gesperrt wurde, begründet er damit, dass eine Straße, auf der prinzipiell Lastwagen erlaub sind, nicht einfach so gesperrt werden könne.

Die Polizei kontrolliert die Einhaltung von Umleitungsstrecken gezielt im Rahmen ihrer Streifenfahrten, berichtet Gerhard Klebrig von der Polizeiinspektion Kitzingen. Dies gilt besonders dann, wenn ihr Probleme bekannt sind. Doch für Obervolkach sei der Polizei bislang nichts gemeldet worden. Wenn Polizisten einen Lastwagen abseits einer Umleitungsstrecke erwischen, dann zeigen sie diesem "die gelbe Karte", wie Klebrig sagt. Das heißt: Der Fahrer wird ermahnt, sch künftig an die ausgeschilderte offizielle Umleitung zu halten. "90 Prozent des Schwerlastverkehrs", schätzt Klebrig, "hält sich ohnehin an die Umleitung."

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