Castell

Castell strahlt mit seiner Fränkischen Weinkönigin

Am Abend nach der Wahl ist ihr ganzes Heimatdorf auf den Beinen, einen Tag später die ganze Gemeinde. So feierten Carolin Meyers Wegbegleiter ihren Erfolg.
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An der Spitze des Festzugs zum Empfang der neuen Weinkönigin Carolin Meyer in Castell (vorne von links): Vorgängerin Klara Zehnder, Carolin Meyer und ihre Mitbewerberin Elisabeth Goger. Foto: Silvia Gralla
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Der Rahmen hätte kaum besser sein können beim Empfang der neuen Fränkischen Weinkönigin Carolin Meyer in ihrer Heimatgemeinde. Jeder strahlte, als die neue Majestät am Tag nach ihrer Wahl im Geleit der Musik aus Rüdenhausen, Fahnenabordnungen und der Casteller Bürgerwehr in den Schlosspark einzog. Die Sonne kündigte den Frühling an. "Wir haben nicht Kaiserwetter, sondern Königinnen-Wetter", wie es Castells Bürgermeister Jochen Kramer ausdrückte.

Die vielen Gäste aus Castell und der Umgebung schauten allesamt glücklich drein. Flankiert wurde Carolin Meyer von ihrer Vorgängerin Klara Zehnder aus Randersacker und von Elisabeth Goger aus Sand, einer der beiden Mitbewerberinnen um die Krone.

Schon schmetterten die Frauen aus dem Ortsteil Greuth, dem Heimatdorf von Carolin, ihr Königinnen-Lied. Zur Musik von Neil Diamonds "Sweet Caroline" hatten sie getextet: "Wir fahren heim, und die Krone ist dabei". Dazu trugen die Damen Schals in Magenta-Farbe, der als Erkennungszeichen der Fans der 23-jährigen Weinkönigin dient.

Carolin hier, Carolin da, jeder Gast wollte die neue Majestät beglückwünschen und nach dem offiziellen Teil ein Foto mit ihr machen –ein Vorgeschmack auf die kommenden Monate. Jeder Teilnehmer schien stolz darauf zu sein, dass erstmals nach 64 Jahren eine Fränkische Weinkönigin aus dem Weinort Castell kommt. Besser gesagt, aus Greuth. "Heute sind wir alle Greuther", hatte Ferdinand Fürst zu Castell in seiner Ansprache locker festgestellt.

Ganz Greuth feiert mit Carolin Meyer bis in die Nacht

Zu Hause in Greuth hatte die Feier schon am Vorabend begonnen. Gegen 19.30 Uhr war der Bus mit der Königin und den Fans eingetroffen; danach ging es im Feuerwehrhaus bis weit in die Nacht rund. Carolin hatte sich schon vor Mitternacht verabschiedet, schließlich sollte der nächste Morgen gleich mit einem Radio-Gespräch um 8 Uhr beginnen. 

Am Samstagnachmittag beim Empfang in Castell schien nahezu alles vertreten, was in der Region Rang und Namen hat. Kein Wunder, sprach doch Castells Bürgermeister Jochen Kramer bei der Begrüßung von einem "Jahrhundert-Ereignis" für seine Gemeinde. So musste sich die Weinkönigin auch ins Goldene Buch eintragen, und der Männergesangverein würdigte sie mit einem eigens komponierten Lied.

Fahrgemeinschaft mit der Landrätin

Viel Lob für ihren Auftritt bei der Wahl  und viele gute Wünsche heimste Carolin Meyer bei den Grußworten ein. Nicht nur die politischen Mandatsträger wie Anja Weisgerber und Barbara Becker gaben ihr mit, dass sie die nun folgende Zeit genießen solle. Landrätin Tamara Bischof schlug ihr vor, dass man ab und an zu Festlichkeiten eine Fahrgemeinschaft bilden könne. "Schauen wir mal, wie wir dann nach Hause kommen", meinte sie launig.

"Sie waren einfach ganz Sie selber."
Ferdinand Fürst zu Castell-Castell über Carolin Meyers Erfolgsgeheimnis

Das Geheimnis, warum es mit der Wahl geklappt hatte, wusste Ferdinand Fürst zu Castell-Castell. "Sie waren einfach ganz Sie selber. Man spürte, dass Sie starke Wurzeln haben." Vorgängerin Klara Zehnder hob den Rückenwind hervor, den Carolin Meyer aus ihrer Gemeinde und dem Umfeld bekommen habe. Es sei richtig spürbar gewesen, dass alle hinter ihr standen.

Königin und Fürstenhaus in Castell

Dass sich die Hierarchie in Castell nun ändert, merkte Artur Steinmann als Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes an. Neben einem Fürstenhaus gebe es künftig auch eine Königin. Diese werde in den nächsten Monaten viel unterwegs sein; rund 400 Termine stünden an. Sichtlich stolz sprach mit Harald Brügel der Vorsitzende des örtlichen Weinbauvereins und dankte allen, die sich im Vorfeld der Wahl für die Kandidatin besonders engagiert hatten.

Schließlich durfte die neue Fränkische Weinkönigin selbst ans Mikrofon. Wurzeln und Flügel nannte sie als Schlagworte: "Wurzeln habe ich in der Heimat; die habe ich von meinem Eltern. Die Flügel habt ihr mir gestern gegeben." Der Empfang habe sie sehr berührt; am Vorabend in Greuth sei das ganze Dorf auf den Beinen gewesen. Besonders dankte Meyer ihren Eltern, die immer an sie geglaubt hätten.

Die Gelassenheit hat die Königin anscheinend vom Vater, der sagte: "Aufgeregt war ich im Vorfeld nicht und sie auch nicht. Für uns wird es etwas schwieriger, weil sie nun nicht mehr so zu Hause mithelfen kann. Aber das werden wir schon meistern." 

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