Bei den Bürgerversammlungen in Castell und den Ortsteilen ließ Bürgermeister Jochen Kramer neben den aktuellen Informationen seinen Blick bereits in die Zukunft schweifen. Zum einen kündigte er an, dass er in sechs Jahren nicht mehr für den Bürgermeisterposten kandidieren werde. Zum anderen stellte er beim Betrachten der momentan in der Gemeinde laufenden Projekte fest, dass die 835 Einwohner zählende Gemeinde auf gutem Weg in die nächsten Jahre sei.

Hier nannte der Bürgermeister etwa die Dorferneuerung in Castell, wo von Juni bis etwa Ende September das nächste größere Projekt im Oberdorf mit dem Ausbau der Straße nach Wüstenfelden beginnen wird. Die Straße wird bis zur Bordsteinkante vom Landkreis als Vollausbau gemacht. Die Gehwege und Randbereiche übernimmt die Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung. Für Erneuerungen bei Wasser, Kanal und Straßenbeleuchtung ist die Gemeinde zuständig. Bei einzelnen Bauabschnitten wird es zu Vollsperrungen kommen, kündigte Bürgermeister Kramer an. Bereits begonnen wurde dieser Tage mit dem Ausbau der Bergstraße.

Als nächstes steht die Umgestaltung der Bushaltestelle an, die wohl 2015 an der Reihe sein wird. Kramer rechnet damit, dass die Dorferneuerung 2016 in Castell weitgehend abgeschlossen ist. Er schaute voraus, dass anschließend der Gemeindeteil Greuth, wie bereits besprochen, an die Reihe kommen wird.

Fit für die Zukunft wurde der Kindergarten gemacht, dessen umfassende energetische Sanierung in den vergangenen drei Jahren erfolgte. Zudem wurde dort mit hoher staatlichen Förderung eine Kinderkrippe eingebaut für Kinder unter drei Jahren. Die Auslastung mit derzeit etwa 40 Kindern hob Bürgermeister Kramer hervor. Über 400 000 Euro steckten Staat, Gemeinde und Kindergartenverein in den Bau, eine gute Investition für die nächsten 20 Jahre, fand Kramer.

In seinen Vorträgen streifte das Ortsoberhaupt auch die aktuelle finanzielle Situation der Gemeinde, die trotz einiger Investitionen ihre Schulden weiter abbauen konnte. Mit einer pro-Kopf-Verschuldung von derzeit 362 Euro liegt Castell unter dem Landesdurchschnitt. Gerade bei Investitionen profitiere Castell von der interkommunalen Zusammenarbeit der Dorfschätze-Gemeinden. Kramer verdeutlichte, dass die Kommune dadurch in vielen Fällen noch zusätzliche Zuwendungen bekomme. Er wünschte sich mehr Interesse und Beteiligung der Bürger an den Aktionen der Dorfschätze.

Bürgermeister Kramer streifte zudem den Bau des Weingartens, eine Art Heckenwirtschaft, am Casteller Schlossberg. Weil die im Januar erfolgte Ausschreibung für den Weingarten (Kiosk und Toilettenanlage) sehr hohe Angebotssummen brachte, die den vorgesehenen Kostenrahmen wesentlich überschritten, hat der Gemeinderat beschlossen, den Plan abzuspecken. Die Erschließung des Grundstücks mit Kanal, Strom und Wasser erfolgte bereits, weitergehen soll es noch in diesem Jahr.

Insgesamt hielten sich Anregungen oder Kritik der Bürger bei den drei Versammlungen in Grenzen. Hecken schneiden und Straßen ausbessern waren die Wünsche.