KITZINGEN

Carl Friedrich Meyer dirigierte sein letztes großes Kirchenkonzert

Es war sein letzter großer Auftritt und am Ende stand ihm doch ein bisschen Wehmut im Gesicht: Mit einem Abschiedskonzert bedankte sich Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer am Sonntag in der Evangelischen Stadtkirche für die vergangenen sechs Jahre, in denen er als Kirchenmusiker das musikalische Leben in der Stadt mitgeprägt hat. Dabei ließ er die Höhepunkte nochmals Revue passieren.
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Abschiedsmusik: Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer bei seinem letzten großen Kirchenkonzert in Kitzingen. Foto: Foto: claudia ludwig

Es war sein letzter großer Auftritt und am Ende stand ihm doch ein bisschen Wehmut im Gesicht: Mit einem Abschiedskonzert bedankte sich Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer am Sonntag in der Evangelischen Stadtkirche für die vergangenen sechs Jahre, in denen er als Kirchenmusiker das musikalische Leben in der Stadt mitgeprägt hat. Dabei ließ er die Höhepunkte nochmals Revue passieren.

Ende des Jahres wird der 44-Jährige nach Ansbach wechseln, wo er die Stelle des Dekanats- und Stadtkantors antritt. Seine Nachfolge wird am 15. Februar nächsten Jahres Martin Blaufelder antreten. Der 34-Jährige ist derzeit noch Dekanatskantor im Dekanat Uffenheim. Obwohl Carl Friedrich Meyer also noch einige Wochen in Kitzingen ist, sagte er am Sonntag schon einmal „Auf Wiedersehen“ – zumindest musikalisch. Mit den Höhepunkten seines Wirkens wollte er sich bei allen bedanken, die in den letzten sechs Jahren erfolgreich mit ihm zusammen gearbeitet haben.

In der Tat war es ein Konzert der Extraklasse, das die vielen Zuhörer in der Stadtkirche zu hören bekamen. Dafür sorgten nicht nur die Sänger der Paul-Eber-Kantorei, sondern auch das Orchester „Consortium musicale“. Mehrfach hatte Meyer die renommierten Musiker aus Würzburg für seine Konzerte nach Kitzingen geholt. Auch bei seinem letzten großen Auftritt gaben sie ihm und dem Publikum musikalisch die Ehre. Während der zweistündigen Veranstaltung erlebten die Zuhörer eine eindrucksvolle musikalische „Zeitreise“ durch verschiedene Musikepochen wie auch durch das Kirchenjahr.

Den fulminanten Beginn des Konzertes bildete „O Fortuna“ aus Carl Orffs „Carmina Burana“. Kraftvoll und leidenschaftlich hallten die dramatischen Klänge durch den Kirchenraum. Festlich erklang im Anschluss daran ein Ausschnitt aus Haydns „Die Schöpfung“ mit den Solisten Olga Jakob (Sopran), Wolfgang Klose (Tenor) und Markus Simon (Bass). Einen weiteren Lobpreis auf Gottes Schöpfung sang Nicole Winterstein (Sopran) mit dem Lied „All things bright and beautiful“ von John Rutter.

Mit Ausschnitten aus dem „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach und dem bekannten „Halleluja“ aus Händels „Messias“ konnten die Zuhörer einige weitere Höhepunkte aus Meyers Zeit in Kitzingen genießen. Besonders eindrucksvoll war das „Stabat mater“ von Karl Jenkins, dessen dramatische Spannung Chor und Orchester ausdrucksstark zur Geltung brachten. Auch das „Kyrie“ aus der „Messe St. Franziskus“, komponiert von Hermann Seidl, war ein besonderes Klangerlebnis.

Einmal mehr wurde beim Abschiedskonzert des scheidenden Dekanatskantors deutlich, dass unter seiner Leitung Musik auf hohem Niveau geboten wurde. Mit dem „Consortium musicale“ hatte er für seinen letzten Auftritt eine adäquate orchestrale Unterstützung gefunden. Zudem lieferten die Würzburger Musiker mit einem Ausschnitt aus der „Unvollendeten“ von Franz Schuberts „Symphonie h-moll“ einen Hörgenuss.

Passend verbunden wurden die einzelnen Werke von Dekan Hanspeter Kern. Mit meditativen Texten bekannter Autoren wie etwa Jörg Zink, Phil Bosmans oder dem Regionalbischof Christian Schmidt leitete er thematisch zu den Kompositionen über. Die Mischung aus geistlicher Betrachtung und meisterhafter Musikdarbietung bot den Besuchern ein besonderes Abschiedskonzert. Am Ende bedachten sie Carl Friedrich Meyer und seine Musiker mit einem lang anhaltenden Applaus und stehenden Ovationen. „Es ist natürlich ein bisschen Wehmut mit dabei, wenn man zum letzten Mal mit den Leuten hier musiziert hat“, meinte der Kirchenmusiker nach seinem letzten Auftritt. „Aber es gibt ja einen tollen Nachfolger und ich weiß, dass es hier sehr gut weiter geht.“

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