Kitzingen

CSU: ZOB auf städtischen Flächen bauen

Die Fraktion hat im Stadtrat einige Anträge gestellt, die sich mit der Innenstadtentwicklung beschäftigen. Das stieß größere Diskussionen an – unter anderem zum Bahnhof.
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Der Kitzinger Bahnhof bleibt ein Dauerbrenner. Der Stadtrat diskutierte jüngst den aktuellen Entwicklungsstand. Foto: Andreas Brachs

Andreas Moser nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Auch in der Stadtratsdiskussion über die Innenstadtentwicklung in Kitzingen wurde er deutlich. Anlass waren Anträge seiner CSU-Fraktion hierzu. Beispiel Bahnhof: Die Stadt solle den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Bahnhof begraben, forderte Moser, und ihn stattdessen auf eigenem Grund und Boden bauen, zum Beispiel in den umliegenden Straßen, etwa in der Friedenstraße. Dem Oberbürgermeister warf Moser vor, untätig zu sein. "Die Situation am Bahnhof ist unbefriedigend und unangemessen." Moser forderte mehr Initiative des Stadtoberhaupts.

OB Müller reagiert pikiert auf "Wahlkampfrede"

OB Siegfried Müller reagierte pikiert auf diese "Wahlkampfrede", wie er sie nannte. Die Verwaltung habe den Stadtrat stets informiert, und kaum sei der Bahnhof verkauft gewesen, habe er einen Termin mit dem privaten Investor gemacht. Müller grantig: "Ich weise zurück, dass wir das verschlafen hätten."

Irritiert von der Rede seines Stadtratskollegen war auch Uwe Pfeiffle (Freie Wähler/FBW). Er wunderte sich, dass die CSU den ZOB vor dem Bahnhof aufgeben wolle. Zugleich sprang er dem OB bei: "Die Verwaltung ist nicht schuld." Manfred Freitag (FW/FBW) will die Hoffnung nicht aufgeben. Mit Blick auf die laufenden Gespräche zwischen Stadt und Bahnhofsbesitzer hofft er: "Vielleicht bekommen wir die Grundstücke ja noch."

Schwerpunkt P&R-Parkplatz und Innenstadtentwicklung

Astrid Glos (SPD) wiederum setzte die Priorität auf das städtische Grundstück südlich des Bahnhofs: "Wir sollten endlich den Park&Ride-Parkplatz angehen. Das sind wir der Bevölkerung schon lange schuldig." Dazu beantwortete die Stadtverwaltung zuvor schriftlich eingereichte Fragen der CSU: Der Zeitplan sieht nach Abstimmung der Zuschüsse mit der Regierung von Unterfranken einen Baubeginn für die 119 Parkplätze zwischen Gleisen und Amalienweg für Ende April vor.

Einen weiteren Schwerpunkt ihrer Anträge setzte die CSU auf die Innenstadtentwicklung. Konkret wollte sie von der Verwaltung wissen, wann die seit 2013 geforderten Planungsvorschläge für folgende Projekte vorgelegt werden: Sanierung von Königsplatz, Kaiserstraße und Marktstraße. Nach Auskunft von Bauamtsleiter Oliver Graumann sollen die Pläne im April im Stadtrat vorliegen. Mit einer Verwirklichung rechnet er ab 2020.

CSU: Aktive Bodenpolitik betreiben

Schließlich behandelte das Gremium noch ein drittes Anliegen der CSU: Die Fraktion wünscht sich eine aktive Bodenpolitik der Stadtverwaltung. Auf Antrag der Partei wird sich künftig ein neues Team darum kümmern. Es besteht aus Oberbürgermeister, den Referenten für Wirtschaftsförderung und Stadtplanung. Auf Anregung von Wolfgang Popp (KIK) wird die Stadtverwaltung eine Übersicht über die rund 2800 städtischen Grundstücke erstellen. Sie sollen dem Gremium als Grundlage dienen, um künftige Wohn- oder Gewerbegebiete entwickeln zu können. Das beschloss der Rat mit 21:2 Stimmen.

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