VOLKACH

Bundeswehr-Gelöbnis in der guten Stube

Sie sind ohnehin Bestandteil des Alltagslebens in Volkach und gehören zum Erscheinungsbild: die Soldatinnen und Soldaten der Mainfrankenkaserne. Das letzte öffentliche Gelöbnis aber liegt schon neun Jahre zurück. Deshalb sagte Volkachs Bürgermeister Peter Kornell sehr schnell Ja, als die Anfrage kam, ein öffentliches Gelöbnis auf dem Marktplatz feiern zu dürfen, in der guten Stube der Altstadt“.
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Feierlich: Vor der Kulisse des historischen Rathauses hat eine Delegation von sechs Soldaten – stellvertretend für alle Rekruten – das Gelöbnis abgelegt. Foto: Foto: GUIDO CHULECK
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Sie sind ohnehin Bestandteil des Alltagslebens in Volkach und gehören zum Erscheinungsbild: die Soldatinnen und Soldaten der Mainfrankenkaserne. Das letzte öffentliche Gelöbnis aber liegt schon neun Jahre zurück. Deshalb sagte Volkachs Bürgermeister Peter Kornell sehr schnell Ja, als die Anfrage kam, ein öffentliches Gelöbnis auf dem Marktplatz feiern zu dürfen, in der „guten Stube der Altstadt“.

Unter den Klängen des Heeresmusik-Corps Veitshöchheim und flankiert von Soldaten mit Fackeln zogen die 32 Rekruten der 5. Kompanie des Logistikbataillons 467 mit der Kompaniechefin Hauptmann Iris Oppelt in die Altstadt ein. Einige hundert Menschen, darunter sehr viele Angehörige der Rekruten, wollten sich dieses Gelöbnis nicht entgehen lassen.
Erster Höhepunkt der Dienstzeit
„Das feierliche Gelöbnis ist eine würdevolle Veranstaltung und der erste Höhepunkt in der noch jungen Dienstzeit der hier angetretenen Soldaten“, sagte Oberstleutnant Roland Bögel, Kommandeur des Logistikbataillons. Ganz bewusst würden die Rekruten dadurch in die soldatische Gemeinschaft aufgenommen. Die 32 Rekruten leisten einen freiwilligen Wehrdienst, die meisten von ihnen mit einer Dienstzeit von bis zu 23 Monaten. Einige wenige sind Soldaten auf Zeit. Sie legen kein Gelöbnis ab, sondern leisten einen Eid. Das war bereits im Vorfeld geschehen.
Der freiwillige Wehrdienst, so Bögel, „ist zum Großteil vergleichbar mit dem Bundesfreiwilligendienst, also der Bereitschaft, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren“. Das stehe im Gegensatz zum gesellschaftlichen Trend der „Individualisierung und Egoismus“. Die Soldaten würden unter dem Motto „Wir dienen Deutschland“ ihren Dienst leisten. Das sei ein Ehrendienst, verbunden mit der Waffenträgereigenschaft und der Zugehörigkeit zur ausführenden Gewalt, der Exekutive. Das heißt, so Bögel: „Sie leisten Ihren Dienst zur Sicherstellung der äußeren Sicherheit unseres Vaterlandes.“
Garnisonsstadt geblieben
Diesen Ball griff der Bürgermeister dankbar auf. Volkach besitze seit über 750 Jahren Stadtrecht „und das fand ihren Ausdruck auch in der Wehrhaftigkeit unserer Stadt, sichtbar in den Befestigungsanlagen, den Stadttoren und -mauern“.
1959 beschloss der Volkacher Stadtrat, die Grundlagen für eine Kaserne zu schaffen, in der zunächst Pioniere und ein Instandsetzungsbataillon Einzug hielten. Seit 1990 habe die Bundeswehr neue Aufgaben. „Die sind vielfältiger und auch schwieriger geworden.“ Das Hauptmerkmal sei die „Eingebundenheit der Bundeswehr in das internationale und schwierige Konfliktgeschehen in der Weltpolitik“, schlug Kornell einen Bogen ins aktuelle Weltgeschehen.
Zum Glück sei trotz Bundeswehrreform Volkach eine Garnisonsstadt geblieben, worüber sich der Bürgermeister sehr erfreut zeigte. Mit den Soldaten der Mainfrankenkaserne gebe es eine „partnerschaftliche Verbundenheit und wir wollen, dass dies auch in Zukunft so bleibt“.
Nach dem Gelöbnis in der guten Stube hatte der Bürgermeister die Soldaten und ihre Angehörigen zu einem Empfang ins Schelfenhaus eingeladen.

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