Kitzingen

Bürgerzentrum in Kitzingen: Antrag soll nun Klarheit bringen

Auch wenn es grundsätzlich absehbar war: Das jüngste Schreiben von Oberbürgermeister Siegfried Müller trifft den Verein Bürgerzentrum hart.
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Wie geht es weiter mit dem Bürgerzentrum in Kitzingen? In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung informierte der Verein Bürgerzentrum über die aktuellen Entwicklungen. Foto: Robert Haaß

Auch wenn es grundsätzlich absehbar war: Das jüngste Schreiben von Oberbürgermeister Siegfried Müller trifft den Verein Bürgerzentrum hart. Eine "uneingeschränkte Weiternutzung der Räumlichkeiten" in der Schrannenstraße 35 (Bürgerzentrum) ist zwar bis zum 31. Dezember 2019 gewährt. "Darüber hinaus ist eine Nutzung nicht mehr möglich", so der Brief vom Mai.

Und was heißt das für den Verein? Versammlungsleiterin Renate Fabian brachte es am Freitagabend in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit Sarkasmus auf den Punkt: "Wir machen am 31. Dezember eine wunderbare Silvesterfeier für die Bevölkerung und entweder geht es weiter - oder wir geben den Schlüssel ab.

Der Hintergrund: Seit 1991 gibt es das Bürgerzentrum Kitzingen mit dem Verein Bürgerzentrum, der das Haus für Kitzinger Vereine trägt und verwaltet. Seit vielen Jahren ist das Bürgerzentrum im mit viel Eigenleistung und durch Spenden hergerichteten Haus in der Schrannenstraße untergebracht. Zum Ende vergangenen Jahres sprach die Stadt dem Verein Bürgerzentrum eine erste Kündigung aus , die nun zwei Mal bis Jahresende verlängert wurde. Denn die Stadt hat einen Investor, der im Haus des Bürgerzentrums ein Hotel errichten möchte - und der nun offensichtlich auch einen Betreiber gefunden hat.

Versuche, eine neue Unterkunft zu finden, scheiterten bislang allerdings - entweder an den Kosten oder an der Eignung.

In einer "Bürgerwerkstatt" im Mai diskutierten Verein, Stadträte und Bürger über die künftige Ausrichtung des Bürgerzentrums (wir berichteten). Klar war dabei, wie der Seminarleiter Holger Schlemper am Freitag noch einmal referierte, mit den Ergebnissen des Workshops sollten sich der Stadtrat beschäftigen und - so Versammlungsleiterin Renate Fabian - "Farbe bekennen", ob ein soziokulturelles Zentrum in Kitzingen erwünscht ist.

Und hier liegt ein weiteres Problem. Denn nach Aussagen von Stadtrat Klaus Christof am Freitag, steht der Oberbürgermeister auf dem Standpunkt: Es gibt zum Thema Bürgerzentrum eindeutige Beschlüsse und deshalb auch keine weitere Diskussion dazu im Stadtrat, auch nicht zu den Ergebnissen der Bürgerwerkstatt.

Der Verein sieht nun, so Fabian, nur noch eine Möglichkeit zum Handeln - und das ist ein Bürgerantrag. Um den in den Stadtrat zu bringen, sind einmal rund 240 Unterschriften Kitzinger Bürger nötig - eine Hürde, die zu schaffen ist. Um aber auch rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, arbeitet der Verein mit einem Rechtsanwalt zusammen, der nun einen Antrag auf Akteneinsicht über die Stadtratsbeschlüsse bezüglich des Bürgerzentrums gestellt hat. Sollte dann alles geklärt sein, müsse, so Fabian, ein Bürgerantrag innerhalb von drei Monaten im Rat behandelt werden.

Auch wenn der Verein den Standort Schrannenstraße bevorzugt, läuft die Suche nach einer Alternative weiter. Zum einen hat OB Müller in seinem Schreiben zugesagt, weiter dabei behilflich zu wein. Zum anderen informierte SPD-OB-Kandidat Manfred Paul am Freitag, dass auch er nicht untätig sei.

Klar scheint aber zu sein: Der Verein Bürgerzentrum dürfte, auch wenn er sich "nur" als Dachorganisation der angeschlossenen Vereine sieht, nur mit einem geeigneten Gebäude eine Zukunft haben. Und der Standort Schrannenstraße dürfte dafür nur dann im Gespräch bleiben, wenn sich der Investor von seinem Hotelprojekt verabschiedet. Und danach sieht es nicht aus.

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