KITZINGEN

Bürgertreff scheitert an Schnellschuss

Rund 20 Seiten Information, die die Mitglieder des Kitzinger Finanzausschusses nur einen Tag vor der Sitzung bekamen, haben die Vorberatungen für das geplante Bürgerzentrum in der Siedlung am Donnerstagabend platzen lassen. Nachdem mit neun gegen vier Stimmen das laut Sitzungsvorlage rund 2,6 Millionen Euro teure Projekt abgesetzt wurde, soll der Finanzausschuss am 19. April beraten. Die Entscheidung fällt dann laut OB Siegfried Müller am 26. April im Stadtrat.
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Stadtverwaltung Kitzingen
Foto: Krömer

Rund 20 Seiten Information, die die Mitglieder des Kitzinger Finanzausschusses nur einen Tag vor der Sitzung bekamen, haben die Vorberatungen für das geplante Bürgerzentrum in der Siedlung am Donnerstagabend platzen lassen. Nachdem mit neun gegen vier Stimmen das laut Sitzungsvorlage rund 2,6 Millionen Euro teure Projekt abgesetzt wurde, soll der Finanzausschuss am 19. April beraten. Die Entscheidung fällt dann laut OB Siegfried Müller am 26. April im Stadtrat.

Deutlich verärgert über die erneute Verschiebung zeigte sich Andrea Schmidt (Ödp) als Referentin für soziale Stadt: „Ich frage Sie, wie Sie die weitere Vorgehensweise sehen“, wandte sie sich an den Oberbürgermeister. Schmidt kritisierte die ständigen Veränderungen an dem Vorhaben und vermisste klare Aussagen zu einem Zeitplan und zum Konzept.

Ein Ende der langen Hängepartie will offensichtlich auch Müller. Der Stadtrat müsse in der Sitzung Ende April „Farbe bekennen“, betonte der OB. Vor allem die Standortentscheidung müsse jetzt schnell abgehakt werden. Weil die Stadt nach bisheriger Kostenschätzung das Bürgerzentrum samt Jugendtreff im Pfarrzentrum St. Vinzenz errichten will, müssten die Verhandlungen mit der Kirche jetzt weiter vorangetrieben werden.

Wenn die Kirche mitspielt und das Bürgerzentrum – nach einem tief greifenden Umbau – im Pfarrzentrum einzieht, könnte die Stadt die drängende Frage der Zuschüsse klären. Bei geschätzten Umbaukosten von rund 2,6 Millionen Euro hofft die Verwaltung auf eine Förderung von 60 Prozent. Damit müsste Kitzingen rund eine Million Euro aus eigener Kasse in den Treff stecken. Was im Vergleich zu einem Neubau in der Breslauer Straße geradezu ein Schnäppchen ist. Bei Kosten von gut vier Millionen Euro wären für die Stadt rund 1,6 Millionen fällig.

Warum das dicke Unterlagenpaket undiskutiert vertagt wurde, machte Rosemarie Richter (UsW) deutlich. Wäre das Millionen-Vorhaben mit allen Einzelheiten rechtzeitig bei den Ratsmitgliedern eingetroffen, hätten die Fraktionen die Unterlagen diskutieren können und „dann wäre heute alles über die Bühne gegangen.“

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