Dettelbach

Bürgermeisterin Christine Konrad tritt 2020 nicht mehr an

Dettelbach wird 2020 ein neues Stadtoberhaupt bekommen. Bürgermeisterin Christine Konrad hört nach acht Jahren auf. Doch die Freien Wähler haben schon Ersatz.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bürgermeisterin Christine Konrad - hier beim Startschuss für die 1275-Jahrfeier der Stadt Dettelbach im Juli 2016 - hört nach einer Amtsperiode auf. Foto: Archivfoto: Peter Pfannes
+1 Bild

Ein gutes Jahr vor der Kommunalwahl steht fest, dass Dettelbachs Bürgermeisterin Christine Konrad nach acht Jahren im Amt nicht erneut für Dettelbachs Freie Wähler kandidiert. Beim Sommerinterview 2017 hatte Konrad gegenüber dieser Redaktion noch erklärt, dass es "sehr interessant und mit viel Freude verbunden" sei, für die Entwicklung des öffentlichen Lebens gestalterisch tätig zu sein. Das muss sich im Laufe des vergangenen Jahres grundlegend geändert haben.

Bei einem Pressegespräch am Montagnachmittag machte Christine Konrad - in einer abgelesenen Erklärung - "persönliche Gründe" geltend. Sie habe im vergangenen Sommer darüber nachgedacht, ob sie eine zweite Amtszeit antreten wolle. Im Herbst sei dann die Entscheidung gefallen, im Jahr 2020 nicht noch einmal anzutreten. Bis dahin aber werde sie "mit großem Engagement und Herzblut" ihr Amt weiter ausüben. Der Abschied vom Bürgermeisteramt werde auch ein Abschied von der Politik sein, auch für den Stadtrat werde sie nicht mehr kandidieren, betonte Konrad.

Roland Nagel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Dettelbacher Stadtrat, bedauerte diesen Schritt. Er stellte klar: "Wir hätten auf jeden Fall mit ihr weitergemacht!" Gerüchte, sie sei abgesägt worden, seien falsch. Um diesen die Grundlage zu entziehen, habe man sich für die Presseerklärung zum jetzigen Zeitpunkt entschieden. 

Matthias Bielek will Bürgermeister werden

Dettelbachs Freie Wähler haben bereits einen Nachfolger für Konrad parat: Matthias Bielek, Programmleiter bei Charivari und Kommentator bei Eurosport. Dort überträgt der 37-Jährige zusammen mit Sven Hannawald die Weltcupspringen im Skispringen. 2008 bis 2011 saß er bereits (damals für die UCW in einer Fraktionsgemeinschaft mit den Freien Wählern) im Dettelbacher Stadtrat. Das Mandat musste er aber niederlegen, da er aus beruflichen Gründen nach München zog. Seit 2017 ist Bielek zurück in seiner Heimatstadt Dettelbach. Direkten Kontakt zu den Freien Wählern dort hat er auch über seinen Vater Karl-Heinz Bielek, der Vorsitzender des FW-Vereins ist.

Im März will sich Matthias Bielek bei der Versammlung der Freien Wähler offiziell als Bürgermeisterkandidat vorstellen, die Nominierung soll dann im Herbst stattfinden. Bielek betonte bei der Pressekonferenz, dass er sich auf "die große und spannende Herausforderung" freue. Dass man ihn vergangenen Herbst gefragt habe, ob er kandidieren wolle, habe er "als große Ehre empfunden". An die neue Aufgabe wolle er "mit maximalen Ehrgeiz" herangehen. Er sehe sich dabei - nicht zuletzt weil er vom Sport kommt - in erster Linie "als Teamplayer".

Der Medienprofi Bielek dürfte sich im Umgang mit Presseanfragen auf jeden Fall leichter tun als seine Vorgängerin Christine Konrad. Sie beantwortet Anfragen, wenn überhaupt, nur schriftlich.

Starke Kritik

Auch ihr Umgang mit dem Datenklau durch einen Erpresser, der die EDV-Systeme von Einwohnermeldeamt und Stadtwerken mit einem Trojaner lahmgelegt hatte , wurde nicht nur von CSU-Fraktionschef Marcel Hannweber stark kritisiert. Die Stadt Dettelbach hatte bei dem  Daten-Desaster Anfang März 2016 einem Kriminellen Lösegeld bezahlt, anstatt direkt eine Fachfirma einzuschalten.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.