GEISELWIND

Bürgermeister Ernst Nickel „Erpressung“ vorgeworfen

Für die nächste Amtsperiode wird der Bürgermeister-Posten in Geiselwind hauptamtlich sein. Bevor jedoch in der eigens anberaumten Ratssitzung abgestimmt wurde, gab es dazu hitzige Diskussionen, in deren Verlauf Ratsmitglied Michael Weilnhammer (G 18) sogar von einer „Erpressung“ in dem Zusammenhang sprach.
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Keine Überraschung: Bürgermeister Ernst Nickel steht in Geiselwind für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Foto: Foto: ANDREAS STÖCKINGER

Für die nächste Amtsperiode wird der Bürgermeister-Posten in Geiselwind hauptamtlich sein. Bevor jedoch in der eigens anberaumten Ratssitzung abgestimmt wurde, gab es dazu hitzige Diskussionen, in deren Verlauf Ratsmitglied Michael Weilnhammer (G 18) sogar von einer „Erpressung“ in dem Zusammenhang sprach.

Während Bürgermeister Ernst Nickel in der Sitzung noch Details über Stimmbezirke und Wahlhelfer bekanntgab, meldete sich bereits Weilnhammer. Er stelle den Antrag, die Entscheidung über die Einführung eines hauptamtlichen Bürgermeisters von der Tagesordnung abzusetzen. Für die Gemeinderäte sei die Zeit von der Ladung bis zur Sitzung zu kurz gewesen, um sich im Vorfeld entsprechend zu dem Thema zu informieren.

Verwaltungsleiter Winfried Hack, begründete zunächst, warum die Gemeinde die Ratssitzung kurzfristig habe ansetzen müssen. Es gehe um die Einhaltung von Fristen, spätestens bis zum 17. Dezember müsse das Vorhaben öffentlich bekannt gemacht sein. Das habe das Landratsamt mitgeteilt.

Trotzdem wollte Weilnhammer den Punkt von der Beratung absetzen. Schließlich entscheide man „über ziemlich viel Geld“, so Weilnhammer, der zunächst von „30 000 bis 40 000 Euro monatlich“ sprach. Er fühle sich überfahren; dass der Antrag der Freien Wähler schnell durchgebracht werden solle, sei für ihn schlichtweg „Erpressung“. Da ging Bürgermeister Nickel hoch. Erpressung sei „ein sehr hartes Wort“, er verbiete sich diesen Begriff. „Ich lasse mir keine Erpressung vorwerfen, wo sind wir denn.“ Nickel fragte, wie Weilnhammer auf die von ihm genannten Summen komme.

Bei der folgenden Diskussion stellten sich einige Räte auf die Seite Nickels. Man müsse den enormen Arbeitsaufwand sehen, der stark zugenommen habe. In einer Gemeinde wie Geiselwind könne es nicht sein, dass ein Ortsoberhaupt nur zweimal die Woche zwei Stunden im Rathaus sei, was bei einer ehrenamtlichen Stellung auch möglich wäre.

„Die Leute wollen mit dem Bürgermeister sprechen, und nicht mit einer Verwaltungskraft.“
Annemarie Mauer, stellvertretende Bürgermeisterin

Klara Böhm fragte, ob es nicht finanziell besser wäre, anstelle des hauptamtlichen Bürgermeisters eine zusätzliche Verwaltungskraft einzustellen. „Die Leute wollen mit dem Bürgermeister sprechen, und nicht mit einer Verwaltungskraft“, hielt Bürgermeister-Stellvertreterin Annemarie Mauer, die im Geiselwinder Rathaus beschäftigt ist, aus ihrer Erfahrung entgegen.

Hin und her ging es. Auch Ratsmitglied Helmut Stöckinger betonte, er habe mit der Hauptamtlichkeit kein Problem. Ihn störe nur der Zeitdruck, man hätte das Thema auch in einer früheren Sitzung ansprechen können, monierte er. Kollege Weilnhammer bekräftigte erneut, er fühle sich trotzdem durch den kurzfristigen Termin „erpresst“, so gehe man mit erwachsenen Leuten nicht um, warf er später vor. Er solle entscheiden, obwohl er dazu keine Informationen oder Zahlen im Vorfeld bekommen habe.

Schließlich wurde der Antrag bei elf Ja- und zwei Gegenstimmen (Dieter Hagen und Michael Weilnhammer) angenommen. Ab Mai 2014 wird der Bürgermeister-Posten in Geiselwind hauptamtlich sein. Nach Ende der Wahlperiode kann die Gemeinde neu darüber entscheiden.

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