Bauflächen in den Wiesentheider Ortsteilen Geesdorf und Reupelsdorf lösten für die Sitzung des Wiesentheider Gemeinderats einen ungewöhnlichen Zuhörer-andrang aus und führten zu Diskussionen. In beiden Fällen mussten Bürgermeister Werner Knaier und das Gremium umschwenken, weil sich bei der Beratung neue Gesichtspunkte ergaben.

In Geesdorf will die Gemeinde ihre Grundstücke nun anders anordnen als bisher vorgesehen, weil die Nähe zur Staatsstraße, wie auch eine dort verlaufende Fernwasserleitung Probleme schaffen könnten. Die Entscheidung zur Erschließung einer Fläche in Reupelsdorf wurde mit einer knappen Mehrheit von acht zu sieben Stimmen von der Tagesordnung genommen und auf die Juli-Sitzung verschoben.

Es ging erneut um ein Grundstück westlich von Reupelsdorf, in Nähe des Baugebiets Setzäckerweg/Hubertusstraße. Dort möchte ein Bauwerber bauen, die Gemeinde hatte jedoch vor längerem vorgegeben, dass die Bereitschaft zur teilweisen Übernahme der Kosten für die Erschließung bei den beiden anderen Anliegern zu ermitteln sei. Die Anlieger müssten dazu einen Vertrag unterzeichnen.

Nach einigem Hin und Her hatten diese erklärt, dass sie nicht bereit seien, weder einen Vertrag zur Erschließung mit der Gemeinde abzuschließen noch eine Grunddienstbarkeit für ihre Flächen eintragen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass alle Anlieger zusammen laut Gesetz 90 Prozent der Kosten für eine Erschließung der drei Bauplätze zahlen müssten, weil eine dazu führende Straße erstmalig gebaut werden müsste. Die Gemeinde will die Erschließung weiterhin auf alle Anlieger umlegen, wie es bereits in ähnlichen Fällen geschah.

In der Sitzung am Donnerstagabend bat jedoch ein Betroffener, das Thema zu vertagen, weil erst wenige Stunden vor der Beratung im Rathaus ein neuer Lösungsvorschlag vom Bauwerber gemacht wurde. Die Betroffenen wollten diesen zunächst untereinander besprechen. Manche Gemeinderäte meinten, dass sich dadurch für die Räte keine grundlegend neuen Erkenntnisse ergeben, andere schon. Der gestellte Antrag auf das Vertagen bekam schließlich eine knappe Mehrheit.

Für das angestrebte Baugebiet in Geesdorf wurde ein erster Plan gezeigt, auf der eine mögliche Anordnung der Grundstücke zu sehen war. Rund zehn Plätze sollen im Anschluss an die Brückleinstraße entstehen. Das Areal liegt links der Staatsstraße von Wiesentheid nach Geesdorf und damit nahe an der Straße. Ein Lärmschutz müsse wohl vorgesehen werden, hieß es im Gemeinderat. Außerdem müsse die Zufahrt überdacht werden, von der Staatsstraße aus dürfe sie derzeit nicht erfolgen, teilte Bürgermeister Knaier mit. Gemeinderat Robert Kaiser gab außerdem zu bedenken, dass durch das zuerst aufgemalte Areal die Fernwasserleitung verlaufe.

Angesichts dieser Einschränkungen überlegten die Ratsmitglieder, das Baugebiet weiter nach Norden, und damit weg von der Staatsstraße zu verschieben. Bürgermeister Knaier muss dazu mit dem verkaufswilligen Flächenbesitzer sprechen. Zudem wird ein neuer Plan gezeichnet, der die genannten Probleme berücksichtigt.