Markt Einersheim

Bratwurstkönig: mit Gyros und Kerwa-Wurst zum Sieg

Beim Bratwurstgipfel geht es um Tradition und das Metzgerhandwerk, doch man kann auch Krokodil und Eierlikör kosten. Der neue Bratwurstkönig aus Markt Einersheim erzählt.
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Bürgermeister Herbert Volkamer gratuliert Manuela und Stephan Jamm von der Metzgerei Deininger zum Titel „Fränkischer Bratwurstkönig 2018“.

„Da nehm' ich doch gleich mal so eine Wurst mit“ – nach seinem Sieg beim Fränkischen Bratwurstgipfel am Sonntag hört Stephan Jamm diesen Satz in seiner Metzgerei häufig. Obwohl er auch sonst eher zu viel als zu wenig zu tun hat, kommen in diesen Tagen noch mehr Kunden in seinen Laden, die neugierig auf die Sieger-Kreationen des Metzgermeisters sind.

Eine Kerwa-Bratwurst und eine griechische Gyroswurst brachten dem 40-Jährigen aus Markt Einersheim den Gesamtsieg beim 8. Fränkischen Bratwurstgipfel in Pegnitz ein. Die Kerwa-Bratwurst entwickelten Stephan Jamm und seine Frau Manuela vor zwei Jahren eigens für die Kirchweih in Markt Einersheim.

Auf Wunsch der Veranstalter kam die Wurst im speziellen Bändeldarm daher, so dass sie sich gut für das Grillen auf einem Rost eignet. „Der Bändeldarm brät sich dann so gut an die Wurst hin, dass sie ganz locker und weich im Biss wird“, so Jamm. Für den Bratwurstgipfel wurde die Wurst dann noch ein wenig perfektioniert.

Griechisches Gyros in Franken

Für die Bewerbung in der Kategorie „Kreativwurst“ musste der Metzger etwas länger überlegen. Schließlich gab das diesjährige Urlaubsziel den Ausschlag. Im Sommer ist eine Reise nach Griechenland geplant – also probierte er eine Kreation mit Feta und Oliven aus. „Die richtige Gewürzmischung dazu war dann schnell gefunden“, erzählt Jamm.

Noch ausgefallener waren einige Kombinationen der Konkurrenz im Kreativwettbewerb. Eine Metzgerei aus Mittelfranken bot unter dem Namen „Krokodil-danndie“ eine Wurst mit Krokodilfleisch an, für Liebhaber des Süßen gab es die „Schoko-Eierlikör-Bratwurst“. „Das muss man dann aber schon mögen“, sagt Manuela Jamm lachend.

Tradition und Handwerk

Bereits zum 8. Mal wurde der Fränkische Bratwurstkönig im Wiesweiherpark in Pegnitz gekürt. 2010 riefen die fränkischen Handwerkskammern den Wettbewerb ins Leben, um das Handwerk des Metzgers zu würdigen. Zusammen mit dem Verein zur Förderung der fränkischen Bratwurstkultur richten sie seither jährlich den Gipfel aus.

Jamm nahm mit seiner Metzgerei bereits zum zweiten Mal am Bratwurstgipfel teil. Vor zwei Jahren präsentierte er der Jury eine Winzerbratwurst mit Wein und eine Grapfelbratwurst – die setzte sich zusammen aus Griebenschmalz und Apfel. „Damals haben wir das Ganze einfach mal ausprobiert und mit der Grapfelwurst immerhin den dritten Platz gemacht“, sagt Jamm.

Viele Aufträge, zu wenig Personal

Genug zu tun haben Stephan und Manuela Jamm auch ohne den Titel Bratwurstkönig. „Wir sind voll ausgelastet, oft können wir Aufträge gar nicht annehmen, weil wir zu wenig Leute haben“, so Jamm. Ein Problem sei, dass immer weniger Leute sich für das Metzger-Handwerk interessieren. „Dabei ist es wirklich ein schöner Beruf“, bekräftigt Manuela Jamm. Umso wichtiger sei es, dass Veranstaltungen wie der Bratwurstgipfel Aufmerksamkeit für das Handwerk schaffen.

In der Metzgerei Deininger, die Jamm und seine Frau vor zehn Jahren übernommen haben, wird zwar nicht mehr selbst geschlachtet. Mit dem Steigerwälder Bauernschwein bezieht Jamm sein Fleisch jedoch aus der Region und unterstützt den Zusammenschluss von 25 Landwirten, die sich für eine artgerechte Haltung der Tiere einsetzen. Neben Markt Einersheim betreibt er zwei Läden in Marktsteft und Mainbernheim.

Gemeinde ist stolz auf Jamm

Stellvertretend für die ganze Gemeinde zeigte sich Bürgermeister Herbert Volkamer stolz auf den Genussort Markt Einersheim. Von der Wurst bis zum Brötchen kam für den Wettbewerb alles aus dem kleinen Ort – die Brötchen stellte die Bäckerei Fuchs. In den nächsten vier Wochen sind die Sieger-Würste in der Metzgerei Deininger im Sortiment, danach sind sie weiterhin auf Vorbestellung erhältlich.

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