Volkach

Brandschutzbedenken: Neuer Vorwurf gegen Weinhotel

Der Rechtsanwalt der Anwohner führt neue Argumente gegen das fortgeschrittene 104-Zimmer-Haus am Stadtrand von Volkach ins Feld. – Der Investor spricht von "Blödsinn".
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Viel Holz in der Fassadenverkleidung: Anwohner, die sich gegen das Volkacher Weinhotel wehren, sehen die Gefahr, dass sich ein möglicher Brand rapide ausbreiten könnte. Der Neubau am Stadtrand ist weit fortgeschritten und soll laut Investor Anfang September in Betrieb. Foto: Michael Mößlein

Die Liste von Vorwürfen , der Bau eines Weinhotels am Volkacher Stadtrand verstoße gegen Vorschriften, ist um einen Punkt reicher: Rechtsanwalt Wolfgang Baumann, der Anwohner vertritt, die sich gegen das 104-Zimmer-Hotel wehren, äußert jetzt auch Brandschutzbedenken. Investor Peter Heidecker, Geschäftsführer der Pelaba-Investmentgruppe, weist diese als "blühenden Unsinn" zurück.

Entgegen der Baugenehmigung lasse der Investor die Balkonbrüstungen, die bisher aus Glas bestehen sollten, durch Holz verkleiden, ebenso große Teile der Fassade. Ein Brand könnte sich so über alle Brandabschnitte hinweg schnell ausbreiten, heißt es in einem auf den 9. Mai datierten Brief des Anwalts ans Landratsamt Kitzingen.

Rechtsanwalt: Landratsamt missachtet Bescheide

Baumann hat diese Erkenntnisse auch der Regierung von Unterfranken gemeldet und den Vorwurf "gravierender Rechtsverstöße" im Zusammenhang mit dem fortgeschrittenen Bau erneuert. Das Landratsamt würde rechtskräftige Bescheide grob missachten. Auf Nachfrage berichtet Pressesprecher Johannes Hardenacke nur, die Regierung habe das Landratsamt um Stellungnahme gebeten. Das Landratsamt prüft die Eingabe. Doch man sehe laut Pressesprecherin Corinna Petzold keinen Anlass, den Bau einzustellen. 

Investor Heidecker sieht den "Gipfel des Versuchs erreicht, mit Falschaussagen Stimmung gegen das Projekt zu machen". Brandschutzbedenken nennt er "Blödsinn": Das Hotel sei im Erdgeschoss als Holzbau konzipiert; die Holzverkleidung der Balkone erhöhe die Brandgefahr nicht. Er macht in der Bevölkerung eine wachsende Zustimmung für das Projekt aus.

Möglicherweise kommt es zum Eilantrag ans Verwaltungsgericht

Baumann hat bis Mittwoch vom Landratsamt und von der Regierung keine Reaktion erhalten, sagt er. Dies gelte auch für Landrätin Tamara Bischof, die er Ende April in einem Brief aufgefordert hatte, "rechtswidrige Handlungen" der Kreisbehörde zu beenden und "rechtmäßige Zustände herzustellen". Baumann kündigte an, diesen Donnerstag, 16. Mai, abzuwarten. Falls er dann keine Antwort der Behörde habe, behalte er sich einen möglichen Eilantrag ans Verwaltungsgericht vor, um so einen Baustopp zu erwirken.

Für den 28. Mai ist in dieser Sache sowieso ein Verhandlungstermin am Verwaltungsgericht Würzburg angesetzt. Baumann schildert die Situation als rechtlich vertrackt: Die vom Investor beantragten Genehmigungen auf Änderungen des Bauantrags seien vom Landratsamt noch nicht zu Ende bearbeitet worden. Dennoch habe die Behörde zwischenzeitlich Baumaßnahmen abgesegnet, für die die Änderungsgenehmigungen eigentlich vorher hätten erteilt werden müssen.

Der Investor bleibt gelassen. Heidecker baut auf bisherige Aussagen der Verwaltungsgerichte, die in Eilverfahren schon einmal vorentschieden hatten, dass die Klage gegen den Hotel-Bau keine Chance hätte. Er plant, das Hotel am 1. September in Betrieb zu nehmen.

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