Nordheim

"Brandheiße" Veranstaltung rund um Destillate

Nordheim ist nicht nur eine Hochburg des Weins, sondern auch des Schnapsbrennens. Über 100 Brennrechte gibt's im Ort und neugierige Gäste, die ihre Nase in die Maische steckten.
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So manches Betriebsgeheimnis wurde beim Rundgang durch vier Brennereien am Samstag in Nordheim gelüftet. Foto: Walter Braun

Nordheim ist nicht nur eine Hochburg des Weins, sondern auch des Schnapsbrennens. Das zeigte sich am Wochenende bei der Veranstaltung Brandheiß. Vier Erzeuger öffneten ihre Betriebe und ließen die Gäste daran teilhaben, wie ihre Destillate entstehen.

Die Erzeugung von Schnäpsen hat in Nordheim Tradition. Über 100 Brennrechte gibt es im Dorf, etwa die Hälfte wird derzeit aktiv genutzt. Bei ihrem "Brandheiß- Rundgang" am Samstagnachmittag konnten die Besucher eine enorme Bandbreite an Bränden und Destillaten kosten. Diese wurden aus unterschiedlichsten Früchten von Apfel bis Zwetschge hergestellt. Jeder der Betriebe stellte eine Obstsorte und ein spezielles Thema ins Zentrum seiner Präsentation.

Seit 1994 ist Winfried Glos in Besitz des Brennereirechtes und hat sich damit ein zweites Standbein geschaffen. "Nur durch Qualität kann man bestehen", betont Glos, der auf eine Konstellation wie im Weinbau hinweist. Neben einer optimalen Baumpflege genießt die Ernte von sauberen und reifen Früchten oberste Priorität. In seinem Betrieb stand am Samstag der Apfel als "knackige Versuchung" im Mittelpunkt.

Im Weingut Rothe wurden die Gäste unter anderem mit dem fränkischen Klassiker "der Zwetschge" verwöhnt. Die Erhaltung der alten, fränkischen Sorten wie beispielsweise der Bühler war vor 30 Jahren der Anlass, das Brennereirecht auszuüben. Rothe verwies als Betriebsbesonderheit auf im Holzfass gelagerte Brände und auf das Doppelbrennen.

Beim Weingut am Kreuzberg stand die "Williams- Birne" im Mittelpunkt der Präsentation. Der 81-jährige Reinhard Braun, der in der Edelobstbrennerei Ansprechpartner ist, berichtet von einem zusätzlichen Standbein, dass man mit der Umsetzung des Brennereirechtes im Jahre 1989 geschaffen hat. Die Arbeit in den Obstanlagen und in der Brennerei wurde seiner Aussage zufolge in den vergangenen Jahren intensiviert.

Ohne Fleiß kein Preis", betont Johannes Nickel, der die Himbeere in den Fokus seiner Präsentation stellte. Man müsse stets darauf bedacht sein, der Frucht das Beste zu entlocken. Voraussetzung ist: eine sehr gute Qualität des Obstes und die Maische muss richtig frisch sein, sagte Nickel, der seit 2009 Brände erzeugt

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