KITZINGEN

Bomben, Geld und eine Mühle

Erneut heiße Luft im Kitzinger Stadtrat? Möglich wäre es bei der am 19. März (ab 17 Uhr) geplanten Verabschiedung des 55,5 Millionen Euro umfassenden Haushalts, der Gerüchten zufolge auf größere Ablehnung stoßen könnte. Nicht ganz unproblematische Themen sind auch die Bombenblindgänger-Räumung in den Harvey-Barracks und der Bebauungsplan Mühlenpark in der Siedlung.
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Lebensgefahr am Flugplatz: Wegen der ungeklärten Kampfmittelfrage liegt derzeit der Verkauf der Harvey-Barracks in Kitzingen auf Eis. Seit Jahren geht auch auf dem Flugplatz nichts mehr. Jetzt soll der Stadtrat die Bombenräumung einen Schritt weiterbringen. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

Erneut heiße Luft im Kitzinger Stadtrat? Möglich wäre es bei der am 19. März (ab 17 Uhr) geplanten Verabschiedung des 55,5 Millionen Euro umfassenden Haushalts, der Gerüchten zufolge auf größere Ablehnung stoßen könnte. Nicht ganz unproblematische Themen sind auch die Bombenblindgänger-Räumung in den Harvey-Barracks und der Bebauungsplan Mühlenpark in der Siedlung.

Mit dem Einstieg in die Kampfmittelräumung soll der Ende 2012 auf Eis gelegte Kauf der insgesamt rund 200 Hektar großen Harvey-Barracks durch die Iphöfer Firma Blumquadrat allmählich wieder in die Gänge kommen. Stolperstein war die – aus Sicht der Stadt – ungelöste Sicherheitsfrage. Eine erste Sondierung auf dem Gelände hatte lediglich drei Blindgänger zutage gefördert – eine Zahl, die angesichts des Bombenteppichs am Ende des Zweiten Weltkriegs wohl zu niedrig erschien.

Um hier mehr Sicherheit zu bekommen, wollen die Stadt und Investor Markus Blum ein Räumkonzept vorlegen. Das wird laut Stadt regeln, wie tief im Untergrund nach den explosiven Resten der Vergangenheit gesucht wird, wie geräumt wird und wie die Risikoabschätzung aussieht. Der Stadtrat wird über das Vorgehen entscheiden und einen Gutachter beauftragen. Der wird am Ende das Gutachten des eingesetzten Räumdienstes prüfen. Endergebnis soll eine sogenannte „beschränkte Kampfmittelfreiheit“ sein, wie sie auch am Giebelstadter Flugplatz bescheinigt wurde.

Geklärt wird die Bombenfrage vorerst nur für den Bereich, wo Blumquadrat ein Industriegebiet entwickeln und die Leoni AG ihr Betriebsgelände um 2,5 Hektar ausdehnen will. Rund 70 Hektar sind im Fokus der Kampfmittelsucher. Der Flugplatz und das umgebende Naturschutzgelände sind ausgeklammert. Damit liegt der angestrebte Sonderlandeplatz weiter auf Eis. Vorerst. Blum hatte Ende 2012 erklärt, sich um eine Wiedererweckung des Flugplatzes zu „bemühen“.

Startschuss für Mühlenpark?

Rund 4,3 Hektar groß ist das geplante Baugebiet Mühlenpark. Auf dem Areal rund um die ehemalige Gollermühle sollen nach bisheriger Planung 27 Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Größtes Projekt wäre ein Pflegeheim der Diakonie. Das Haus, das bis zu 60 Pflegeplätze anbieten könnte, soll nach bisheriger Planung 2014 eröffnet werden. Der Stadtrat entscheidet über den Entwurf des Bebauungsplans, der öffentlich ausgelegt werden soll. Und der hat scheinbar einige Ecken und Kanten, wie Thomas Rank (CSU) in der vergangenen Stadtratssitzung andeutete.

55,5 Millionen stecken im Etat

Runde 55,5 Millionen Euro stecken in dem Haushaltspaket, das der Stadtrat beschließen soll. Ob das klappt, wird auch vom zuletzt heftig kritisierten Investitionsetat abhängen. Bei den rund 16 Millionen Euro, die die Stadt in diverse Projekte wie beispielsweise die Mehrzweckhalle im Deusterpark stecken will, fehlen manchem Ratsmitglied konkretere Zahlen.

Das wegen ungeklärter Fragen ungeliebte Kind rief zuletzt auch bei Kämmerer Bernhard Weber – neben der Kritik an seiner Arbeit – Sorgenfalten hervor. Weil die Stadt rund neun Millionen Euro an Krediten und aus der Rücklage holen muss, bezeichnete er die Finanzlage als bedenklich: „Wir müssen 2014 drüber nachdenken, wie wir leistungsfähig bleiben.“

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