KITZINGEN

Blutiges Ende des WM-Finales

Sie kommen zwar aus dem selben Ort, aber sie mögen sich nicht. Verbal sind sie schon öfter aneinander geraten. Ob es in der Nacht auf den 14. Juli 2014 auch körperlich zur Sache ging, wird endgültig nicht geklärt werden. Ein Verfahren gegen einen 20-Jährigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung hat das Jugendgericht jetzt eingestellt.
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Sie kommen zwar aus dem selben Ort, aber sie mögen sich nicht. Verbal sind sie schon öfter aneinander geraten. Ob es in der Nacht auf den 14. Juli 2014 auch körperlich zur Sache ging, wird endgültig nicht geklärt werden. Ein Verfahren gegen einen 20-Jährigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung hat das Jugendgericht jetzt eingestellt.

Es hat ein bisschen gedauert, bis der Schüler das „Angebot angenommen hat, den Vorfall billigst möglich zu beenden“ und dafür 200 Euro zu zahlen. Das aber auch nur, nachdem ihm Jugendrichter Wolfgang Hülle versichert hatte, dass das Geld ganz sicher nicht an das vermeintliche Opfer. „Ich manche mit, solange der nichts kriegt“, sagte der junge Mann am Ende und kam so um eine durchaus mögliche Verurteilung herum.

„Ich habe ihn überhaupt nicht angefasst.“
Angeklagter zu den Vorwürfen

Der 13. Juli 2014 ist ein Tag, den Fußballfans sicher nicht vergessen werden: Es war der Tag des Finales der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, an dem Mario Götze die Deutschen mit seinem 1:0 gegen Argentinien in kollektive Begeisterung stützte. Allerdings nicht alle. Beim Public Viewing bei einem Weinfest im Landkreis machten sich zwei junge Männer einen Spaß daraus, die Fans der deutschen Mannschaft zu ärgern. Lautstarke Unterstützung von Messi & Co war nur ein Mittel. Es entwickelten sich Sticheleien. Es ging hin und her, Beleidigungen inklusive. Wobei der 20-Jährige und sein Kumpel einen zehn Jahre älteren Deutschland-Fan besonders auf dem Kieker hatten. Nach dem Titel für Deutschland wurde noch ein bisschen gefeiert.

Auf dem Weg nach Haus stellten die Argentinien-Fans den 30-Jährigen in einer Gasse zur Rede. „Ich habe aber höchstens ein Wortgefecht geliefert“, sagte der 20-Jährige. Seinem Kumpel hat das allerdings nicht gereicht. „Der hat mir einen Haken verpasst, dass ich zu Boden gegangen bin“, sagte das Opfer als Zeuge. Um den Schlag ging es in der Verhandlung aber gar nicht. Dafür hat der Kumpel schon 600 Euro gezahlt und die Einstellung des Verfahrens bekommen.

Der Schlag soll aber nicht alles gewesen sein. Nachdem der Mann wieder auf den Beinen war, soll ihn der 20-Jährige mehrfach gegen einen Metallzaun gestoßen haben. Folgen: Der Mann war dreieinhalb Wochen krank. „Ich habe ihn überhaupt nicht angefasst“, sagte der Schüler zu den Vorwürfen. Woher die blauen Flecken und Prellungen am Rücken kamen, wollte er nicht erklären, „Ich bin nicht der Experte für die Wehwehchen von dem da“, sagte er.

Zeugen brachten diese Aussagen allerdings etwas ins Wanken. Weil aber klare Aussagen fehlten, zeichnete sich ab, dass der Nachweis schwierig sein wird. Deshalb der letztlich akzeptierte Vorschlag: Einstellung des Verfahren gegen Geldauflage.

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